Inzwischen haben die meisten von uns schon einmal eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) verwendet. Die MFA setzt zusätzliche Sicherheitsanforderungen für Ihre Konten ein, indem Sie Ihre Identität durch zusätzliche Authentifizierungsmethoden nachweisen müssen. Wie Single Sign-on (SSO) und Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) fällt MFA unter die Authentifizierungssäule von Identity und Access Management (IAM). Statt sich wie bisher nur auf ein Passwort zu verlassen, benötigen Sie in der Regel zwei oder mehr Faktoren zum Anmelden. Diese Faktoren lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen:
- Etwas, das Ihnen bekannt ist, wie zum Beispiel ein Passwort oder die Antwort auf eine Sicherheitsfrage.
- Etwas, das Sie besitzen, wie zum Beispiel ein Smartphone, einen Token oder sogar einen physischen Schlüssel (wie etwa ein Yubi-Schlüssel auf einem USB-Stick).
- Etwas, das zu Ihnen gehört - insbesondere biometrische Daten von einem Fingerabdruck oder einem Gesichtsscan.
Beispielsweise könnten Sie aufgefordert werden, Ihr Passwort einzugeben (etwas, das Ihnen bekannt ist), woraufhin ein SMS-Code an Ihr Telefon gesendet wird (etwas, das Sie besitzen) oder Sie aufgefordert werden, Ihren Fingerabdruck zu scannen (etwas, das zu Ihnen gehört). Durch die Kombination dieser Faktoren wird es dank MFA für nicht-autorisierte Benutzer erheblich schwieriger, auf Ihre Konten zuzugreifen, selbst wenn Ihr Passwort kompromittiert wurde. Kombinieren Sie diesen Ansatz nun mit einem System, das nur dann zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreift, wenn es ein größeres Sicherheitsrisiko erfasst – und schon haben Sie den Kernpunkt der adaptiven MFA erkannt.
Stellen Sie sich die adaptive MFA als eine verbesserte Weiterentwicklung der traditionellen MFA vor. Diese von Abhijit Kumar Nag und Dipankar Dasgupta entwickelte Schutzmaßnahme geht noch einen Schritt weiter als die traditionelle MFA. Sie nutzt kontextuelle Informationen aus den täglichen Mustern des Benutzers, um das Risikoniveau eines bestimmten Anmeldeversuchs zu bewerten. Wenn das Risikoniveau für einen bestimmten Anmeldeversuch eines Benutzers über einem vorgegebenen Schwellenwert liegt, wird dies als auslösendes Ereignis angesehen.
Adaptive MFA ermöglicht es Systemadministratoren, auslösende Kriterien auf der Grundlage verschiedener Faktoren, einschließlich Benutzerrollen und Assets, einzustufen. Nehmen Sie das Beispiel von vorhin, als Sie sich von einem Café aus in das Dashboard Ihres Unternehmens einloggen wollten. Wenn Sie noch nie dort waren, könnte das als auslösendes Ereignis angesehen werden. Wenn Sie jedoch öfter und immer ungefähr zur gleichen Zeit dorthin gehen, wird dies wahrscheinlich nicht als auslösendes Ereignis angesehen. Alternativ dazu würden mit ziemlicher Sicherheit Warnungen angezeigt, wenn jemand am nächsten Tag zu einer ungewöhnlichen Zeit in einem Land auf der anderen Seite der Welt versuchen würde, mit Ihren Zugangsdaten auf das Dashboard Ihres Unternehmens zuzugreifen. Diese Demonstration zeigt, worum es bei adaptiver MFA geht: Die Verhaltensmuster eines bestimmten Benutzers zu verstehen und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nur dann anzuwenden, wenn etwas verdächtig oder ungewöhnlich erscheint. Im nächsten Abschnitt sprechen wir über traditionelle MFA-Funktionen und wie sie sich von adaptiver MFA unterscheiden.