Neuronale Netze bestehen aus miteinander verbundenen Knoten, die die Neuronen im menschlichen Gehirn imitieren. Beim Lernen schafft das Gehirn Synapsen oder Verbindungen zwischen den Neuronen im Neocortex, der Region des Gehirns, die für höhere kognitive Fähigkeiten zuständig ist. Unterdessen ist der Hippocampus dafür verantwortlich, kurzfristige Erinnerungen in langfristige umzuwandeln und Wissen zu bewahren.
Auch wenn die Neurowissenschaften noch viel über das Gehirn entdecken müssen, wissen wir, dass das Gehirn durch interne Optimierung hervorragend funktioniert. Neuroplastizität oder Plastizität des Gehirns bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, sich für kontinuierliches Lernen umzustrukturieren. Synapsische Verbindungen, die häufiger genutzt werden, werden stärker, während solche, die seltener genutzt werden, abwerten und schließlich verschwinden.
Die Plastizität ermöglicht es Menschen, nach einer traumatischen Hirnverletzung verlorene Fähigkeiten wie Sprache oder Bewegung wiederzuerlangen. Ohne Neuroplastizität wäre der Mensch nicht in der Lage, im Zuge des Wachstums zu lernen. Das Gehirn von Babys und Kleinkindern hat eine größere Plastizität, weshalb sie im Vergleich zu typischen Erwachsenen so leicht Sprachen lernen können.
Künstliche neuronale Netze funktionieren ähnlich, indem sie ihre Gewichte an neue Daten anpassen, ähnlich wie das Gehirn neue synaptische Verbindungen knüpft. Die versteckten Schichten zwischen der Eingabe und der Ausgabe eines neuronalen Netzes können sich im Laufe der Zeit verschieben. Wenn neuronale Netze neuen Daten gegenüber bisherigem Wissen eine zu hohe Priorität einräumen, können sie ihre Gewichtungen übermäßig anpassen: Anstatt sein Wissen zu erweitern, ersetzt das Modell sein bisheriges Wissen effektiv durch die neuen Daten.