Anstatt sich auf eine einzige, universelle KI-Lösung zu verlassen, wird bei der KI-Agenten-Orchestrierung ein Netzwerk von KI-Agenten eingesetzt, die jeweils für bestimmte Aufgaben konzipiert sind und zusammenarbeiten, um komplexe Arbeitsabläufe und Prozesse zu automatisieren.
Um die Orchestrierung von KI-Agenten vollständig zu verstehen, ist es wichtig, zunächst die KI-Agenten selbst zu verstehen. Dazu gehört das Verständnis der Unterschiede zwischen zwei wichtigen Typen von KI: Generative KI, die auf der Grundlage eines Prompts eines Benutzers Originalinhalte erstellt, und agentische KI, die autonom Entscheidungen trifft und handelt, um komplexe Ziele mit minimaler Aufsicht zu verfolgen.
KI-Assistenten befinden sich auf einem Kontinuum, das mit regelbasierten Chatbots beginnt, sich zu fortschrittlicheren virtuellen Assistenten weiterentwickelt und zu Assistenten auf Basis generativer KI und großer Sprachmodelle (LLM) führt, die Einzelaufgaben erledigen können. An der Spitze dieser Entwicklung stehen KI-Agenten, die autonom arbeiten. Diese Agenten treffen Entscheidungen, gestalten Workflows und nutzen Funktionsaufrufe, um sich mit externen Tools zu verbinden (z. B. Programmierschnittstellen (APIs), Datenquellen, Websuchen und sogar anderen KI-Agenten), um die Lücken in ihrem Wissensstand zu schließen. Dies wird als agentische KI bezeichnet.
KI-Agenten sind spezialisiert, was bedeutet, dass jeder von ihnen für eine bestimmte Funktion optimiert ist. Einige Agenten konzentrieren sich auf geschäftliche und kundenorientierte Aufgaben wie Rechnungsstellung, Fehlerbehebung, Terminplanung und Entscheidungsfindung. Andere wiederum übernehmen eher technische Funktionen wie die Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP), Datenabfrage und Prozessautomatisierung. Diese Agenten werden häufig von fortschrittlichen LLMs wie ChatGPT-4o von OpenAI oder Gemini von Google unterstützt, die dank ihrer generativen KI-Fähigkeiten menschenähnliche Antworten erzeugen und komplexe Aufgaben selbstständig erledigen können.
Multi-Agenten-Systeme (MAS) entstehen, wenn mehrere KI-Agenten entweder strukturiert oder dezentral zusammenwirken, um komplexe Aufgaben effizienter zu lösen, als es ein einzelner Agent könnte.
In der Praxis funktioniert die Orchestrierung von KI-Agenten wie eine digitale Sinfonie. Jeder Agent hat eine einzigartige Rolle, wobei das System von einem Orchestrator (entweder einem zentralen KI-Agenten oder einem Framework) gesteuert wird, der ihre Interaktionen verwaltet und koordiniert. Der Orchestrator hilft bei der Synchronisierung dieser spezialisierten Agenten und sorgt dafür, dass der richtige Agent zur richtigen Zeit für die jeweilige Aufgabe aktiviert wird. Diese Koordination ist für die Abwicklung vielschichtiger Arbeitsabläufe, die verschiedene Aufgaben umfassen, von entscheidender Bedeutung und trägt dazu bei, dass die Prozesse nahtlos und effizient ablaufen.
Zum Beispiel könnte der Orchestrator-Agent (das System, das für die Verwaltung der KI-Agenten verantwortlich ist) im Rahmen der Automatisierung des Kundenservices entscheiden, ob ein Rechnungsagent oder ein technischer Supportmitarbeiter hinzugezogen werden soll, um sicherzustellen, dass Kunden nahtlose und relevante Unterstützung erhalten. In MAS könnten Agenten ohne einen einzigen Orchestrator koordinieren und dynamisch kommunizieren, um Probleme gemeinsam zu lösen (siehe „Typen der KI-Orchestrierung“ unten).
Die Vorteile der Orchestrierung von KI-Agenten sind in Branchen mit komplexen, dynamischen Anforderungen wie Telekommunikation, Bankwesen und Gesundheitswesen von großer Bedeutung. Durch die Bereitstellung spezialisierter Agenten, die für bestimmte Datensätze und Workflows geschult sind, können Unternehmen ihre betriebliche Effizienz steigern, die Entscheidungsfindung verbessern und sowohl für Mitarbeiter als auch für Kunden genauere, effizientere und kontextbezogene Ergebnisse liefern.