Die Idee einer „Maschine, die denkt“ geht auf das antike Griechenland zurück. Aber seit dem Aufkommen der elektronischen Datenverarbeitung (und in Bezug auf einige der in diesem Artikel behandelten Themen) kam es in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz zu folgenden wichtigen Ereignissen und Meilensteinen:
1950
Alan Turing veröffentlicht Computing Machinery and Intelligence. In diesem Artikel stellt Turing – berühmt für die Entschlüsselung des deutschen ENIGMA-Codes während des Zweiten Weltkriegs und oft als „Vater der Informatik“ bezeichnet – die folgende Frage: „Können Maschinen denken?“
Basierend auf dieser Frage bietet er einen Test an, der heute als „Turing-Test“ bekannt ist und bei dem ein menschlicher Fragesteller versucht, zwischen einer Computer- und einer menschlichen Textantwort zu unterscheiden. Obwohl dieser Test seit seiner Veröffentlichung viel Kritik ausgesetzt war, bleibt er ein wichtiger Teil der Geschichte der KI und ein fortwährendes Konzept in der Philosophie, da er Ideen rund um die Linguistik verwendet.
1956
John McCarthy prägt auf der allerersten KI-Konferenz am Dartmouth College den Begriff „künstliche Intelligenz“. (McCarthy erfand später die Sprache LISP.) Später im selben Jahr entwickeln Allen Newell, J.C. Shaw und Herbert Simon den Logic Theorist, das allererste laufende KI-Softwareprogramm.
1967
Frank Rosenblatt baut den Mark 1 Perceptron, den ersten Computer, der auf einem neuronalen Netzwerk basiert und durch Versuch und Irrtum „gelernt“ hat. Nur ein Jahr später veröffentlichen Marvin Minsky und Seymour Papert ein Buch mit dem Titel „Perceptrons“, das sowohl zum Meilenstein der neuronalen Netze als auch, zumindest für eine Weile, zum Argument gegen künftige Forschungsprojekte zu neuronalen Netzen wird.
1980
Neuronale Netze, die einen Backpropagation-Algorithmus verwenden, um sich selbst zu trainieren, werden in KI-Anwendungen weithin eingesetzt.
1995
Stuart Russell und Peter Norvig veröffentlichen Artificial Intelligence: A Modern Approach, das zu einem der führenden Lehrbücher zur KI-Erforschung wird. Darin befassen sie sich mit vier möglichen Zielen oder Definitionen von KI, die Computersysteme danach unterscheiden, ob sie rational denken oder handeln.
1997
IBM Deep Blue besiegt den damaligen Schachweltmeister Garry Kasparov in einem Schachmatch (und einem Revanchematch).
2004
John McCarthy verfasst eine Abhandlung mit dem Titel „ What Is Artificial Intelligence?“ und schlägt eine oft zitierte Definition von KI vor. Zu diesem Zeitpunkt hat das Zeitalter von Big Data und Cloud Computing bereits begonnen. Unternehmen können immer größere Datensätze verwalten, die eines Tages für das Training von KI-Modellen verwendet werden.
2011
IBM Watson schlägt Champions Ken Jennings und Brad Rutter bei Jeopardy! Etwa zu dieser Zeit entwickelt sich auch die Data Science zu einer beliebten Disziplin.
2015
Der Supercomputer Minwa von Baidu verwendet ein spezielle tiefes neuronales Netz, ein sogenanntes Convolutional Neural Network, um Bilder mit einer höheren Genauigkeit zu identifizieren und zu kategorisieren als der durchschnittliche Mensch.
2016
Das Programm AlphaGo von DeepMind, das von einem tiefen neuronalen Netz angetrieben wird, besiegt Lee Sodol, den Go-Weltmeister, in einem Fünf-Spiele-Match. Der Sieg ist angesichts der riesigen Anzahl möglicher Züge im Verlauf des Spiels (über 14,5 Billionen nach nur vier Zügen) von großer Bedeutung. Später kaufte Google DeepMind für angeblich 400 Millionen USD.
2022
Die Zunahme großer Sprachmodelle oder LLMs, wie OpenAIs ChatGPT, führt zu einer enormen Veränderung in der Leistung von KI und ihrem Potenzial, den Unternehmenswert zu steigern. Mit diesen neuen generativen KI-Praktiken können Deep-Learning-Modelle vorab mit riesigen Mengen an Daten trainiert werden.
2024
Die neuesten KI-Trends deuten auf eine anhaltende KI-Renaissance hin. Multimodale Modelle, die mehrere Datentypen als Eingaben verwenden können, bieten reichhaltigere und robustere Erfahrungen. Diese Modelle vereinen die Funktionen der Bilderkennung durch Computer Vision und der Spracherkennung durch NLP. Kleinere Modelle machen auch im Zeitalter sinkender Renditen mit massiven Modellen mit großen Parameterzahlen Fortschritte.