Die Private Cloud ist eine Cloud Computing-Umgebung, in der alle Ressourcen ausschließlich einem Unternehmen zugewiesen und nur von diesem zugänglich sind. Sie wird auch als interne Cloud oder Corporate Cloud bezeichnet.
Die Private Cloud kombiniert viele der Vorteile von Cloud Computing – einschließlich Elastizität, Skalierbarkeit und eine einfache Servicebereitstellung – mit der Zugriffssteuerung, Sicherheit und Möglichkeit zur Ressourcenanpassung von lokaler Infrastruktur.
Viele Unternehmen ziehen die Private Cloud der Public Cloud vor, die Rechenleistungen über Infrastrukturen anbietet, die von mehreren Kunden gemeinsam genutzt werden. Das liegt daran, dass die Private Cloud eine einfachere oder manchmal die einzige Möglichkeit bietet, die Anforderungen der regulatorischen Compliance zu erfüllen.
Andere wählen Private Cloud Lösungen, weil sie in ihren Workloads vertrauliche Dokumente, geistiges Eigentum, personenbezogene Daten (PII), medizinische Akten, Finanzdaten oder andere sensible Daten verarbeiten.
Durch den Aufbau einer Private Cloud Architektur gemäß cloudnativen Prinzipien profitieren Unternehmen von der Flexibilität, Workloads problemlos in eine Public Cloud zu verschieben. Diese Flexibilität ist in modernen hybriden Multicloud-Umgebungen, die Public und Private Cloud Services von mindestens zwei Cloud-Service-Anbietern kombinieren, von entscheidender Bedeutung.
Die Nachfrage nach den Sicherheits- und damit verbundenen Compliance-Funktionen von Private Clouds treibt das Marktwachstum an. Laut einem Bericht von Future Markets Insights wird erwartet, dass der globale Markt für Private Cloud Services von einem Wert von 124,6 Milliarden USD im Jahr 2025 auf 618,3 Milliarden USD bis 2035 steigen wird.1
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Eine Private Cloud ist eine Single-Tenant-Umgebung, was bedeutet, dass alle Ressourcen für einen einzelnen Kunden zugänglich sind. Diese Beschränkung wird als isolierter Zugriff bezeichnet.
Private Clouds werden normalerweise lokal im Rechenzentrum des Kunden gehostet. Private Clouds können jedoch auch auf der Infrastruktur eines unabhängigen Cloud-Providers gehostet oder auf einer gemieteten Infrastruktur in einem externen Rechenzentrum aufgebaut werden.
Auch die Managementmodelle variieren – der Kunde kann entweder alles selbst verwalten oder das teilweise oder vollständige Management an einen Cloud-Service-Anbieter (CSP) auslagern. Zu den CSPs gehören Amazon Web Services (AWS), Google Cloud, Microsoft Azure oder IBM Cloud.
Abgesehen vom Single-Tenant-Design basiert Private Cloud Computing auf denselben Technologien wie andere Clouds, sodass Kunden Virtual Servers und Rechenressourcen nach Bedarf bereitstellen und konfigurieren können. Diese Cloud-Technologien ermöglichen es Unternehmen, schnell und effizient als Reaktion auf Nutzungsspitzen zu skalieren, Redundanz für hohe Verfügbarkeit zu implementieren und den Gesamtverbrauch der Ressourcen zu optimieren.
Zu diesen Technologien gehören:
Durch Virtualisierung können IT-Ressourcen von ihrer zugrundeliegenden physischen Hardware abgerückt und in gemeinsame Ressourcenpools aus Rechen-, Speicher- und Netzwerkkapazitäten gebündelt zu werden. Diese Ressourcen können dann mehreren virtuellen Maschinen, Containern oder anderen virtualisierten IT-Infrastrukturelementen zugeordnet werden.
Durch die Beseitigung der Einschränkungen physischer Hardware ermöglicht die Virtualisierung (zum Beispiel VMware, Hyper-V) die optimale Nutzung der Infrastruktur. So wird die effiziente gemeinsame Nutzung von Hardware durch mehrere Benutzer und Anwendungen befähigt und die Skalierbarkeit, Flexibilität und Elastizität der Cloud unterstützt.
Cloud-Management-Software verleiht Administratoren die zentrale Kontrolle über die Infrastruktur und die darauf laufenden Apps. Diese Funktion ermöglicht die Optimierung von Sicherheit, Verfügbarkeit und Ressourcen in einer Private Cloud Umgebung.
Automatisierung beschleunigt Aufgaben, wie Serverbereitstellung, Integration und Bereitstellung von Workflows, die sonst manuell und wiederholt ausgeführt werden müssten.
Die Automatisierung verringert zudem den Bedarf an menschlichem Eingreifen und ermöglicht die Self-Service-Ressourcenbereitstellung.
Durch den Aufbau einer Private Cloud können alle Unternehmen, selbst in stark regulierten Branchen, von den zahlreichen Vorteilen des Cloud Computing profitieren, ohne dabei auf Sicherheit, Kontrolle oder Individualisierung verzichten zu müssen.
Zu den spezifischen Vorteilen einer Private Cloud gehören:
Der größte Nachteil der Private Cloud sind ihre Kosten. Anfallende Kosten beziehen mitunter den Kauf, die Installation und die Verwaltung neuer Hardware und Software mit ein, was unter Umständen die Einstellung von mehr IT-Personal erforderlich macht.
Ein weiterer Nachteil ist die begrenzte Flexibilität. Nachdem ein Unternehmen in Hardware und Software für seine Private Cloud investiert hat, sind weitere Käufe für die Erweiterung der Kapazität oder neue Funktionen erforderlich. Virtual Private Cloud und Managed Cloud Services können diese Nachteile abschwächen.
Genauere Informationen erhalten Sie unter „Vor- und Nachteile der Private Cloud“.
Die Public Cloud ist eine Multi-Tenant Cloud-Umgebung, in der dieselben Rechenressourcen von mehreren Kunden geteilt werden – manchmal Hunderte oder Tausende von ihnen.
In der Public Cloud besitzt und wartet ein unabhängiger Anbieter von Cloud-Services die Infrastruktur, während der Zugang zu Ressourcen entweder auf Abonnement- oder Pay-per-Use-Basis angeboten wird.
Das Modell ist damit zu vergleichen, wie wir uns für einen Versorgungsanbieter entscheiden, z. B. den Zugang zur städtischen Wasserversorgung oder Stromversorgung in unseren Häusern.
Die Public Cloud kann zwar nicht die vollständige Kontrolle und individualisierte Sicherheit einer Private Cloud bieten, bringt aber erheblichen Nutzen im Austausch mit sich, darunter:
Einen genaueren Einblick in die Public Cloud erhalten Sie in dem folgenden Video.
Eine Hybrid Cloud integriert lokale, Public und Private Cloud Umgebungen. In diesem Modell werden die beiden Cloud-Plattformen zu einer einzigen, flexiblen Infrastruktur kombiniert, die es dem Unternehmen ermöglicht, die optimale Cloud-Umgebung für jede Anwendung oder Workloads zu wählen.
Um diese Art von Cloud-Computing optimal zu nutzen, müssen Unternehmen auf Technologien und Orchestrierungstools setzen, die eine nahtlose Migration in beiden Umgebungen ermöglichen. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Leistung, Kosten, Compliance und Sicherheitsanforderungen effektiv erfüllt werden.
Eine Hybrid Cloud Strategie kann eine ideale Arbeitsteilung ermöglichen. Unternehmen können sensible Daten und Anwendungen, die nicht leicht in die Cloud migriert werden können, in einem lokalen Rechenzentrum aufbewahren. Gleichzeitig kann die Public Cloud für den Zugriff auf Software-as-a-Service-(SaaS) Anwendungen sowie für zusätzliche Plattform-, Speicher- oder Rechenkapazitäten genutzt werden.
Laut dem IBM Transformation Index: State of Cloud 2022 haben sich mehr als 77 % der Business- und IT-Experten für einen Hybrid-Cloud-Ansatz entschieden.
Detaillierte Informationen erhalten Sie unter „Public Cloud versus Private Cloud versus Hybrid Cloud“.
Es gibt vier grundlegende Arten von Private Cloud Infrastrukturen:
Mit einer lokalen Private Cloud ist das Unternehmen für alles verantwortlich – vom Kauf der Software und Hardware über die Sicherstellung des Betriebs seines Rechenzentrums bis hin zur Umsetzung aller notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.
Eine lokale Private Cloud erfordert erhebliche Vorabinvestitionen, laufende Betriebskosten und ein komplexes Management.
Eine Virtual Private Cloud (VPC) ist ein Dienst eines Public Cloud Anbieters, der eine der Private Cloud ähnelnde Umgebung auf einer Public Cloud Infrastruktur etabliert.
In einem VPC ermöglichen virtuelle Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen es dem Kunden, einen logisch isolierten Raum in der Public Cloud zu definieren und zu kontrollieren. Dieser Raum imitiert die verbesserte Sicherheit der Private Cloud in einer Multi-Tenant-Umgebung.
VPC-Kunden können vom Vorteil der Ressourcenverfügbarkeit, Skalierbarkeit, Flexibilität und Kosteneffizienz der Public Cloud profitieren und gleichzeitig einen Großteil der Sicherheit und verbesserten Kontrolle der Private Cloud erhalten. Im Allgemeinen ist der Aufbau einer VPC kostengünstiger und die Verwaltung einfacher als bei einer lokalen Private Cloud.
In gehosteten Private Clouds (auch Private Cloud Hosting genannt) besitzt und kontrolliert der Cloud-Service-Anbieter verschiedene Assets (zum Beispiel die Wartung von Cloud-Speichern und Tools für die Cloud-Sicherheit).
Gehostete Private Clouds verwenden Bare Metal Server als dedizierte Server und werden außerhalb des Standorts auf Servern des CSP betrieben.
Dieses Modell unterscheidet sich von einer VPC dadurch, dass eine verwaltete Private Cloud als Single-Tenant-Umgebung fungiert. Die Verantwortung für die Verwaltung und Wartung der Infrastruktur ist an einen Drittanbieter ausgelagert. Die physische Hardware einer verwalteten Private Cloud befindet sich in der Regel im Rechenzentrum des Anbieters.
Anbieter stellen jedoch auch Managementdienste für Infrastrukturen zur Verfügung, die sich im eigenen Rechenzentrum des Unternehmens befinden. Verwaltete Private Clouds bieten mehr Anpassungsmöglichkeiten als eine Multi-Tenant-Umgebung und beinhalten die üblichen Sicherheitsvorteile einer Private Cloud, sind jedoch teurer als Public Cloud- oder VPC-Optionen.
Ein Private Cloud Speicher, auch bekannt als interne Cloud oder interner Speicher, nutzt Cloud-Service-Bereitstellungsmodelle, um Unternehmen Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Die Daten werden im Rechenzentrum auf einer dedizierten Infrastruktur gespeichert, der Zugriff wird den Geschäftsbereichen und gegebenenfalls Partnerunternehmen jedoch als Dienstleistung bereitgestellt.
Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen, einige der Vorteile des Cloud Computing - wie Elastizität und schnelle Bereitstellung - zu nutzen und gleichzeitig eine mandantenfähige Architektur beizubehalten.
Neben Datenschutz und Kontrolle finden Sie hier einige der beliebtesten Beispiele, wie Unternehmen sich zur Unterstützung ihrer Geschäftsinitiativen auf die Private Cloud verlassen. Einen eingehenden Einblick erhalten Sie unter „Anwendungsfälle für Private Clouds: 6 Möglichkeiten, wie Private Clouds einen Mehrwert für Unternehmen schaffen“.
Die Private Cloud unterstützt die Modernisierung von Anwendungen, indem sie die Infrastruktur und Flexibilität bereitstellt, um die Plattformen und Architekturen veralteter Anwendungen aufzurüsten.
Durch diese Unterstützung können Benutzer cloudnative Anwendungsarchitekturen und Praktiken wie DevOps, Containerisierung und Microservices übernehmen, während sie gleichzeitig die Kontrolle über ihre Umgebung behalten.
Die Private Cloud spielt eine entscheidende Rolle in einer hybriden Multi-Cloud-Strategie und ermöglicht es Unternehmen, die Kontrolle zu behalten und mehr Flexibilität zu erlangen, indem sie für alle Workloads die beste Cloud-Umgebung auswählen.
Dazu gehört die Entscheidung, wie man die besten Serviceangebote wie IaaS, PaaS und SaaS sowie andere Cloud-Services nutzen kann.
Unternehmen steht auch der Zugriff auf die Private Cloud am Edge offen, um sensible Daten lokal zu verarbeiten.
Mit dieser Funktion schaffen es zum Beispiel das Finanz- und Gesundheitswesen, datengesteuerte Entscheidungen zu treffen und dabei die Einhaltung der Datenschutzvorschriften zu gewährleisten.
Unternehmen von heute nutzen die künstliche Intelligenz (KI) in Private Cloud Umgebungen.
Anwendungsfälle umfassen Sicherheitsoperationen, bei denen KI-Modelle die Verteidigung stärken können, indem sie historische Daten analysieren und Muster und Anomalien identifizieren. Diese Modelle können auch Bedrohungen in Echtzeit erkennen.
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1 Private Cloud Services Market, Future Markets Insights, 2024.