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Wertschöpfung: Die wichtigsten Trends der digitalen Transformation

15. Januar 2024

Lesedauer: 5 Minuten

Die digitale Transformation ist zwar schon seit einigen Jahren ein Trend, durch neue Technologien ist diese Entwicklung jedoch noch wichtiger geworden. Unternehmen überdenken ihre Geschäftsmodelle, um digitaler und wettbewerbsfähiger zu werden. Sie sehen sich mit einer ständig wachsenden Zahl von Start-ups und etablierten Unternehmen konfrontiert, die alle ebenfalls versuchen, mit den Trends der digitalen Transformation Schritt zu halten, um so einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Die digitale Transformation ermöglicht Unternehmen ein Innehalten, um zu ermitteln, welche strategischen Ansätze sich im heutigen Umfeld lohnen und worauf sie ihre Ressourcen konzentrieren sollten. Unternehmen, die Schwierigkeiten beim Aufbau ihrer eigenen IT- Services haben, können beispielsweise prüfen, ob einige interne Altlast-Technologien durch Technologien von SaaS-Anbietern (Software-as-a-Service) ersetzt werden müssen.

Die digitale Transformation ist ein wichtiger Bestandteil der Geschäftsabläufe eines modernen Unternehmens. Laut McKinsey haben jedoch einige Unternehmen, die mit der digitalen Transformation begonnen haben, Schwierigkeiten, daraus einen Mehrwert zu ziehen. Laut einer aktuellen Studie von McKinsey haben Unternehmen, die „eine Form von digitaler Transformation eingeleitet“ haben, im Durchschnitt nur ein Drittel der erwarteten Umsatzvorteile erzielt.

Die digitale Transformation umfasst sowohl die Kultur und Unternehmen als auch die neuesten Technologien. Chief Information Officer (CIOs) müssen direkt mit CEOs und anderen Geschäftsführern zusammenarbeiten, um die kulturellen Veränderungen, die für eine erfolgreiche digitale Transformation erforderlich sind, gemeinsam zu gestalten.

Und obwohl jede Strategie zur digitalen Transformation einzigartig ist, gibt es einige wiederkehrende Trends, die Unternehmen bei erfolgreichen Durchführung von Initiativen zur digitalen Transformation unterstützen.

Trends der digitalen Transformation, die zu einem Wettbewerbsvorteil führen

Trend: Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen

Wir stehen vor dem zweiten Jahr der breiten Einführung generativer KI-Tools. Daher sind Unternehmen zunehmend an den Möglichkeiten der Anwendung der gesamten Suite an Technologien für künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) zur Verbesserung ihrer Geschäftsprozesse interessiert. Eine aktuelle Umfrage des IBM Institute for Business Value hat ergeben, dass drei von vier CEOs der Meinung sind, dass der Wettbewerbsvorteil davon abhängt, wer über die fortschrittlichste generative KI verfügt.

Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass KI in den kommenden Jahren viele Anwendungsfälle zeigen wird, in denen sie die Arbeit von Menschen ergänzt und Aufgaben optimiert, anstatt große Teile der Belegschaft zu ersetzen. So wird generative KI als Prompt Engine die Effizienz verbessern, indem sie die Zeit, die Menschen für die Erstellung von Plänen, die Entwicklung von Ideen und das Lernen wichtiger Informationen benötigen, drastisch reduziert. Zudem werden intelligentere Chatbots entwickelt, die einfache Fragen beantworten können, sodass die Customer Experience verbessert wird und die Kundenservice-Mitarbeiter sich um größere Probleme kümmern können.

Außerdem wird maschinelles Lernen ein unglaublich leistungsfähiges Tool für datengestützte Unternehmen sein, die ihre Datenanalyseverfahren besser nutzen möchten. Beispielsweise wird angewandtes ML die von der Lieferkette abhängigen Unternehmen bei einer besseren Entscheidungsfindung in Echtzeit unterstützen. So können sie effektiv auf Umwelt- und Marktbedingungen reagieren, die die Lieferung von Rohstoffen, Fertigwaren oder beidem verzögern könnten. Unternehmen benötigen jedoch nach wie vor Menschen, die auf der Grundlage der mit ML analysierten Daten entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Trend: Automatisierung

Wie KI und ML wird auch die Automatisierung eine wichtiger Treiber für die menschliche Produktivität sein. Unternehmen, die eine digitale Transformation durchlaufen, werden wahrscheinlich eine Vielzahl manueller Tätigkeiten entdecken, die automatisiert werden können und sollten. Beispielsweise kann Robotic Process Automation (RPA) E-Commerce-Aktivitäten wie Auftragsabwicklung, Bestandsverwaltung und Lösung von Kundenproblemen automatisieren.

Trend: Cloud Computing

Unternehmen haben in den letzten Jahren auf die Cloud umgestellt. Unabhängig davon, ob sie die Public Cloud-, Private Cloud- oder Multicloud-Umgebung nutzen, entfällt der mühsame Schritt der Wartung eigener Rechenzentren. Cloud-Service-Anbieter nutzen Cloud-Technologien zur Gewährleistung von Betriebszeit und Sicherheit, sodass sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Trend: Cybersicherheit

Durch die Verlagerung vieler Dienste in das Internet sind Unternehmen einem größeren Risiko digitaler Angriffe ausgesetzt. Daher dürfte der bestehende Sicherheitsstatus eines Unternehmens, der für Altlast-Systeme mit weniger verteilten Mitarbeitern entwickelt wurde, in einer modernen Umgebung nur schwer zu halten sein. Eine Möglichkeit, wie Unternehmen die Cybersicherheit gewährleisten können, ist die Einführung des „Shift-Left“-Ansatzes. Bei diesem Ansatz werden Aspekte der Cybersicherheit bereits am Anfang des Entwicklungszyklus berücksichtigt und direkter in den Code eingebettet.

Eine weitere Möglichkeit für Unternehmen, mit fortschrittlichen Sicherheitsmaßnahmen zu experimentieren, ist die Blockchain, die die Datenintegrität und die Sicherheit von Transaktionen verbessert.

Trend: Edge Computing und das Internet der Dinge

Die zunehmende Verteilung von Geräten erfordert eine stärkere Vernetzung, um einen Mehrwert zu schaffen. Das Internet der Dinge (IoT) ermöglicht die Verbindung und Kommunikation von Technologien miteinander. So können Hersteller beispielsweise das IoT in ihren Werken nutzen, um zu ermitteln, wann ihre Maschinen repariert werden müssen, auch vorbeugende Wartung genannt. Edge Computing macht das IoT effizienter und leistungsfähiger, indem es die Unternehmensanwendungen näher an die Datenquellen bringt (beispielsweise IoT-Geräte oder lokale Edge-Server).

Trend: Branchenweite Transformationen

Die digitale Transformation wirkt sich auf verschiedene Branchen unterschiedlich aus. So nutzten beispielsweise Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister die Pandemie, um ihre gesamte Praxis zu überdenken. Sie setzten Geld und Ressourcen für die Einführung leistungsfähiger Telegesundheitsdienste wie Videokonferenzen ein und verbesserten den Zugang der Patienten zu Gesundheitsdaten. Dafür waren jedoch erhebliche Investitionen in den Datenschutz und die Verbesserung der Cybersicherheit erforderlich, da eine Datenschutzverletzung bei der Weitergabe vertraulicher medizinischer Daten katastrophale Folgen haben könnte.

Finanzdienstleister nutzen verstärkt APIs zur Erschließung größerer Ökosysteme und zur Vernetzung mit mehr Partnern. Und Verbraucherorganisationen haben Wege gefunden, die Customer Experience digital zu erweitern, beispielsweise bei Wimbledon, als KI-generierte gesprochene Kommentare zu Videoclips in der Wimbledon-App und -Website erstellt wurden.

Trend: Low-Code oder No-Code

Die digitale Transformation verändert die Technologieentwicklung durch das Aufkommen visuellerer Codierungsansätze grundlegend. Low-Code hilft dem DevOps-Team, indem es einige Aspekte der Codierung vereinfacht. No-Code bezieht dagegen Nicht-Entwickler in den Entwicklungsprozess mit ein. Dieser Ansatz ist ein Beispiel dafür, wie die digitale Transformation technologische Fortschritte, wie die Erstellung visuell orientierter Codierung, mit kulturellen Veränderungen verbindet. Dieser Wandel macht die Entwicklung auch für Nicht-Technologieexperten zugänglicher, bricht Silos auf und ermutigt alle, sich an der Entwicklung von Produkten und Lösungen zu beteiligen.

Trend: Remote-Arbeit

Der Wandel hin zu einer verteilten Belegschaft fand bereits vor der Pandemie statt. Während einige Unternehmen ihre Mitarbeiter auffordern, in Vollzeit ins Büro zurückzukehren, entscheiden sich viele für hybride Arbeit oder vollständige Remote-Arbeitsplätze. Daher müssen sie ihre Workflows und die Art und Weise überarbeiten, wie sie Elemente wie Produktivität und Anwesenheit erfassen und wie sie die für ihre Arbeit erforderlichen digitalen Technologien implementieren. Unternehmen müssen beispielsweise ein robusteres und leistungsfähigeres virtuelles privates Netzwerk (VPN) einrichten, damit sich die Mitarbeiter anmelden und auf sensible Dokumente zugreifen können.

Lassen Sie die Trends der digitalen Transformation für sich arbeiten

Während jede digitale Transformation einzigartig ist, gibt es doch einige neue Technologien und organisatorische Ansätze, die einen großen Einfluss auf fast alle Unternehmen haben werden. Die Durchführung einer digitalen Transformation erfordert Zeit und Ressourcen und ist nie wirklich abgeschlossen. Unternehmen müssen daher mit den neuesten Trends und Tools arbeiten, um spätere kostspielige und unnötige Änderungen zu vermeiden.

Die digitale Transformation erfordert zwar Investitionen und verändert letztlich die Art und Weise, wie ein Unternehmen seine Geschäfte führt, doch wenn sie richtig durchgeführt wird, ergeben sich viele Vorteile. Unternehmen, die bei der digitalen Transformation erfolgreich sind, werden der Konkurrenz voraus sein, ihre Beziehungen zu Mitarbeitern und Kunden ausbauen und besser auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet sein.

Neue Technologien und soziale Kräfte schaffen neue Customer Experiences, die Erwartungen und Anforderungen verändern und Geschäftsmodelle durcheinanderbringen. Die professionellen Services von IBM Consulting für Unternehmen unterstützen diese, sich in einer zunehmend dynamischen, komplexen und wettbewerbsorientierten Welt zurechtzufinden. Wir helfen ihnen, die digitale Transformation mit ihrer Geschäftsstrategie in Einklang zu bringen, um einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen und sich klar auf die geschäftlichen Auswirkungen zu konzentrieren.

Autor

Keith O'Brien

Writer

IBM Consulting