Obwohl „maschinelles Lernen“ und „künstliche Intelligenz“ oft synonym verwendet werden, sind sie nicht ganz synonym. Kurz gesagt: Alles maschinelle Lernen ist KI, aber nicht jede KI ist maschinelles Lernen.
In der populären Vorstellung wird „KI“ meist mit Science Fiction in Verbindung gebracht – in der Regel durch Darstellungen von etwas, das man besser als künstliche allgemeine Intelligenz (Artificial General Intelligence, AGI) bezeichnet, wie HAL 9000 in 2001: Odyssee im Weltraum oder Ava in Ex Machina– oder, in jüngerer Zeit, mit generativer KI erledigen. „Künstliche Intelligenz“ ist jedoch ein Sammelbegriff für jedes Programm, das ohne aktive menschliche Beteiligung Informationen nutzen kann, um Entscheidungen zu treffen oder Vorhersagen zu treffen.
Die grundlegendsten KI-Systeme bestehen aus einer Reihe von Wenn-Dann-Sonst-Anweisungen, deren Regeln und Logik von einem Data Scientist explizit programmiert werden.Auf der einfachsten Ebene ist selbst ein rudimentäres Thermostat ein regelbasiertes KI-System: Wenn es mit einfachen Regeln programmiert wird, wie zum Beispiel
IF room_temperature < 67, THEN turn_on_heater
und
IF room_temperature > 72, THEN turn_on_air_conditioner
, ist das Thermostat in der Lage, ohne weiteres menschliches Eingreifen autonome Entscheidungsfindung zu treffen. Auf einer komplexeren Ebene könnte ein großer und komplizierter, regelbasierter Entscheidungsbaum, der von medizinischen Experten programmiert wurde, Symptome, Umstände und Begleiterkrankungen analysieren, um die Diagnose oder Prognose zu unterstützen.2
Anders als bei Expertensystemen ist die Logik, nach der ein ML-Modell arbeitet, nicht explizit programmiert, sondern wird durch Erfahrung erlernt. Stellen Sie sich ein Programm vor, das E-Mail-Spam filtert: Bei der regelbasierten KI muss ein Data Scientist manuell genaue, universelle Kriterien für Spam entwickeln. Maschinelles Lernen erfordert nur die Auswahl eines geeigneten Algorithmus und einen geeigneten Datensatz mit Beispiel-E-Mails. Während des Trainings werden dem Modell Beispiel-E-Mails angezeigt und es sagt vorher, welche E-Mails Spam sind. Der Fehler seiner Vorhersagen wird berechnet und sein Algorithmus wird angepasst, um Fehler zu reduzieren. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Modell korrekt ist. Das neu trainierte ML-Modell hat implizit erlernt, wie man Spam erkennt.
Da die Aufgaben, die ein KI-System erfüllen soll, immer komplexer werden, werden regelbasierte Modelle zunehmend brauchbar: Es ist oft unmöglich, jedes Muster und jede Variable, die ein Modell berücksichtigen muss, explizit zu definieren. Systeme des maschinellen Lernens haben sich zur dominierenden Form der künstlichen Intelligenz entwickelt, weil implizite Lernmuster aus den Daten selbst von Natur aus flexibler, skalierbar und zugänglicher sind.