Zukunft Industrien

Mit RFID durchstarten: Umsetzung intelligenter Lieferketten

Automobilhersteller gehen in Sachen Digitalisierung voran. Mit der Entscheidung eines Stuttgarter Automobilherstellers, RFID als Infrastruktur-Basistechnologie für die „Factory 56“ (Fab 56) einzuführen, wurden neue Maßstäbe gesetzt. Mit der „Fab 56“ wird das Werk der Zukunft für die Fertigung von E-Autos und Robo-Taxis in der digitalisierten Fabrik umgesetzt. Der Einsatz von RFID ist aber nicht nur bei den Herstellern gesetzt, sondern wird auch von Automobilzulieferern erwartet – und damit zu einem entscheidenden Kriterium im Wettbewerb um zukünftige Aufträge.

Eine intelligentere Supply Chain bietet die nötige Technologie, Tools und valide Erkenntnisse in Echtzeit, um Verlässlichkeit zu schaffen, die Zusammenarbeit zu verbessern und ein bisher unübertroffenes Maß an Transparenz zu erreichen. Als Grundlage hierfür dient der vom Verband der Automobilindustrie (VDA) verabschiedete Standard ISO für RFID zur Verfolgung von Teilen und Baugruppen in der Automobilindustrie. Im Automotive-Bereich hat die Mehrheit der Unternehmen die alte Barcode-Struktur durch RFID-Tags abgelöst. Verglichen mit anderen Techniken zur automatischen Identifikation, ermöglicht die RFID-Technologie eine höhere Automatisierung und granularere Datenerfassung. Mit RFID lassen sich Ladungsträger und Bauteile bereits ab ihrer Entstehung eindeutig kennzeichnen. Diese Informationen verbessern die Lokalisierung und Identifizierung entlang der gesamten Liefer- und Vermarktungskette.

Transparenz bis zur Auslieferung

Bis zu 65 Prozent des Waren- oder Servicewerts in einem Unternehmen entsteht durch die Zusammenarbeit mit Zulieferern, so der „Cross-Industry Report of Standard Benchmarks“ von CAPS Research. Funktionierende, intelligente Lieferketten sind ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche digitale Transformation eines Unternehmens. Was zählt sind Schnelligkeit, ein vollständiger Überblick über komplexe Prozesse und der maximale Fokus auf den Kunden.

Lieferketten werden jedoch immer komplexer und dadurch störungsanfälliger, immer mehr Informationen müssen schnell verarbeitet werden. Erschwerend hinzu kommen außergewöhnliche Ereignisse wie der Brexit, die den Warenaustausch zwischen Ländern komplett ändern können. Gleichzeitig steigen die Erwartungen: Kunden im B2B-Bereich erwarten heute zu Recht eine ähnliche Customer Experience, wie sie Privatnutzer schon lange kennen. Wer bei Amazon bestellt, erfährt genau, wann die Lieferung eintreffen wird und wo sie sich gerade befindet. In vielen Branchen ist eine solche passgenaue Lieferung aufgrund der hohen Komplexität jedoch noch nicht möglich. Auch der mangelnde Überblick über Lieferketten führt zu ganz konkreten – und oft sehr teuren – Problemen. Rückrufe, Lieferverspätungen oder beschädigte Ware verursachen weltweit hohe Kosten.

Erfolgreiche Umsetzung mit RFID-Technologie und IBM Services

Lieferanten sind bei der RFID-Anbindung gemäß den Anforderungen der „Fab 56“ aber nicht auf sich alleine gestellt. Unterstützung erhalten sie von IBM und Partnerunternehmen, die bei der Umsetzung der Anforderungen, dem Einsatz von erprobten technischen Lösungen sowie der Risikominimierung des Projektes helfen. IBM sorgt dafür, dass Lieferanten schnell und einfach die von den Automobilherstellern geforderte RFID-Lieferantenanbindung bzw. die RFID-Befähigung erfüllen und begleitet sie auf diesem Weg bereits ab der Planungsphase. Hierbei kommen zertifizierte RFID-Hardwarekomponenten zum Einsatz sowie eine kostengünstige Softwarelösung für eine erprobte Lieferantenanbindung. Zur Standardisierung der Prozesse in der Automobilindustrie wurde ein Standard für Behälterbelege entwickelt, der auf dem internationalen Standard für das Global Transport Label (GTL) beruht. Damit ist der Beleg international einsetzbar – eine Voraussetzung bei den globalen Waren- und Handelsströmen. Selbstverständlich stellen wir die Konformität der Labels nach VDA 4994 sicher.

RFID-Transport

IBM Experten unterstützen das IoT-Projekt durchgehend, von der Problembeschreibung, der Bewertung von Risiken und ROI, der Entwicklung einer Lösung auf Basis von Standards, bis hin zur Umsetzung und einer Betriebsunterstützung für die neu entstandene Infrastruktur.

IBM IoT Device Lifecycle Services unterstützen Kunden zum Beispiel dabei, den Überblick über den Zustand von Sensoren und Anlagen zu behalten und Störungen frühzeitig zu erkennen. Um teure Stillstandzeiten zu vermeiden, werden im Rahmen von vorsorglicher Wartung auch Echtzeit-Daten aus unterschiedlichen Quellen erfasst, z. B. SCADA-Systeme sowie Wetter- und Produktionsdaten. Dank erweiterter Analysen kann das wahrscheinliche Ausfalldatum vorhergesagt werden und alle notwendigen Maßnahmen zur Problemvermeidung rechtzeitig eingeleitet werden.

Unternehmen müssen die Digitalisierung als Chance begreifen und ihre Prozesse entsprechend ändern. Dazu braucht es geschulte und motivierte Mitarbeiter, die diesen Wandel im Unternehmen mittragen. Trainings und Weiterbildungsprogramme von IBM helfen unseren Kunden auch hierbei.

Auf den Punkt gebracht

Moderne Technologien ermöglichen es, Probleme schnell zu adressieren sowie eingehende und ausgehende Bestellungen in Echtzeit zu synchronisieren. Oder noch einfacher gesagt: Angebot und Nachfrage endlich vollumfänglich zusammenzubringen. Das klingt einfach, ist aber hochkomplex: Hersteller- und Lieferkapazitäten, Lieferzeiten, Waren- und Logistikengpässe – all die Informationen aus den Back-End-Systemen müssen so zusammengebracht werden, dass eine simple Aussage herauskommt: „Die Lieferung kommt nächsten Mittwoch zwischen 11 und 12 Uhr in Ihrem Unternehmen an“. Genau solche Aussagen erwarten Geschäftskunden heute. Informationen, die die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens stärken und nicht nur beim Erstausrüster Optimierungspotenzial freisetzen.

 

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