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Auszeit vom Job – Flexible Arbeitszeitmodelle und Sabbaticals

Wie erfülle ich mir einen Lebenstraum und wie kann mich mein Arbeitgeber dabei unterstützen? Das ist keine alltägliche Frage. Der IBM Mitarbeiter Dietmar Rothfuß hat eine Antwort darauf gefunden und ein spannendes Abenteuer aus seinem Sabbatical gemacht. In diesem Artikel berichtet er von seinen Erlebnissen.

Jede innovative Firma steht vor der Herausforderung, kreative Köpfe zu gewinnen und vor allem, diese auch zu halten. Ein bestmögliches Gehalt, ein schicker Firmenwagen oder eine fortschrittliche Arbeitsplatzgestaltung sind materielle Möglichkeiten, sich als attraktiver Arbeitgeber abzuheben. Doch viele Mitarbeiter wünschen sich darüber hinaus selbstbestimmtes Arbeiten und flexible Möglichkeiten, ihren Arbeitsort und die Arbeitszeit individuell zu gestalten. Warum nicht einmal den Arbeitsort für ein paar Wochen ins Ausland verlegen, um dort als digitaler Nomade ganz nebenbei eine Fremdsprache zu erlernen oder sich kulturell weiterzubilden?

Den Begriff Work-Life-Balance mit Leben füllen

Oder für ein paar Monate eine völlig neue Lebensperspektive einnehmen, einen Traum verwirklichen, sich sozial engagieren oder einfach mehr Zeit für sich selbst und seine Familie haben, ohne gleich kündigen zu müssen? Der Begriff Work-Life-Balance wird oft inflationär verwendet, doch er steht vor allem für die große Kunst, einen innovativen und herausfordernden Beruf mit seinen persönlichen Bedürfnissen ins Gleichgewicht zu bringen. Eine modernes Unternehmen kann darauf reagieren, maßgeschneiderte Lösungen anbieten und dadurch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erlangen.

Sabbatical

Foto: © Dietmar Rothfuß

Diese Gedanken bewegten auch mich seit langer Zeit. Eine maßgeschneiderte IBM Lösung war ein mehrmonatiges Sabbatical, um einen Traum zu realisieren. Ein Treffen mit einem Langzeit-Radreisenden aus England hatte in mir ein Feuer entzündet, das nicht mehr zu löschen war und keinen Aufschub mehr duldete – ich wollte schon lange eine große Radtour durch die südamerikanischen Anden machen. Wie so oft werden solche Träume aus allen erdenklichen Gründen zurückgestellt oder verdrängt. Doch dieses Mal nicht: Ich konnte meine Vorgesetzten von meinem Vorhaben überzeugen, lernte Spanisch und fuhr mit dem Rad von Bogota in Kolumbien über Ecuador und Peru nach La Paz in Bolivien. Das sind mehrere tausend Kilometer und zehntausende Höhenmeter. Die fantastischen Landschaften, die Menschen, die Erfahrungen und Eindrücke übertrafen meine kühnsten Erwartungen.

Das Sabbatical hat mich zum Positiven verändert

Und nun zu den “Nebenwirkungen”: Erst langsam nahm ich die Veränderungen und Spuren wahr, die eine solche Reise hinterlässt. Ich hatte bewusst eine Chance genutzt, um eine ganz andere Lebensperspektive einzunehmen, habe bewusst auf viele Annehmlichkeiten verzichtet, um ein ganz einfaches Leben zu führen. Ich habe mich an die Natur und an die Lebensweise der Menschen angeglichen. Die Anforderungen des Alltags waren reduziert auf Radfahren, Essen, Trinken und Schlafplatzsuche – die Reduktion auf die Grundbedürfnisse, die wir in unserer modernen Welt nicht mehr so bewusst erleben. Ich empfand den eigenen Körper, Schmerzen, Glücksgefühle und meine mentale Stärke viel intensiver.

Sabbatical-Dietmar-Rothfuß

Foto: © Dietmar Rothfuß

Ich lotete Grenzen aus und überschritt sie. Es wurde mir bewusst, wie willensstark ich bin, wie ausdauernd und zäh, wie mutig und fokussiert ich sein kann. Es sind die Erfahrungen, die bleiben und die unbekannten Fähigkeiten und Talente, die ich entdeckte. Das Sabbatical hat mich stärker gemacht und mich motiviert, meine kreative Seite mehr zu fördern: fotografieren, schreiben, Bildvorträge erstellen, erzählen und präsentieren. Die Reise hat mir Selbstbewusstsein, Zuversicht und innere Ruhe gegeben und sie war ein wunderbares Heilmittel für alle Arten von Ängsten, die jeder von uns in sich trägt.

Vor allem hat mich die Reise eines gelehrt: Respekt, Toleranz und Dankbarkeit gegenüber den Menschen, der Natur und meinem eigenen Leben. Von all dem profitieren meine Familie, mein Arbeitgeber und natürlich ich selbst. Was will man mehr?

Wer angebissen hat – hier der Link zu meinem Reiseblog: https://dietmarontheroad.tumblr.com/

Und wer sich jetzt für einen Job bei IBM interessiert, der solche Chancen ebenfalls möglich macht – ein Blick auf die IBM Karriereseiten lohnt sich: https://www.ibm.com/employment/de-de/

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