CSR

Positiv arbeiten – miteinander füreinander!

Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) vereint die Menschen im gemeinsamen Kampf gegen die Immunschwäche. Die rote Schleife ist dabei zum weltweiten Symbol für Solidarität mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken geworden. In diesem Jahr findet der Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember 2018 statt – ein Tag, der aufgrund der Erfolge der Vergangenheit zunehmend aus der allgemeinen Wahrnehmung verschwindet. Vieles hat sich seit der Entdeckung des Virus vor über 30 Jahren geändert: AIDS ist eben keine unausweichliche Folge der HIV-Infektion. Sie ist heute eine sehr gut behandelbare, chronische Krankheit. Selten haben wir im privaten oder im beruflichen Bereich bewusst Berührungspunkte zur HIV-Thematik. So wie beispielsweise bei Diabetes sieht man es den Betroffenen nicht an, dass sie mit der Schwächung ihres Immunsystems leben.

Oder etwa doch und spielt HIV heute noch eine Rolle im Berufsleben? Spuken nicht die falschen Bilder der Vergangenheit heute weiter in unseren Köpfen herum?

Wie würden Sie damit umgehen, wenn Sie erfahren, dass eine Kollegin oder ein Kollege HIV-positiv ist? Eine hypothetische Frage? Eben nicht. Auch wenn sie gut behandelbar ist – statistisch kommen auf 750 MitarbeiterInnen im Unternehmen eine HIV-Positive oder ein HIV-Positiver.

HIV ist real – auch bei IBM.

Praxis als Basis gelebter Unternehmenskultur

Die konkrete Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Deutschen AIDS-Hilfe in ihrer Arbeit, Stigmatisierung entgegenzuwirken und Betroffene und Angehörige zu beraten, verbindet den Anspruch, Diversität und Inklusion zu leben, mit konkretem Tun. 2018 ist für uns das zehnjährige Jubiläum einer über die Jahre gewachsenen, immer intensiveren und – ja! – auch strategischen Partnerschaft mit der Deutschen AIDS-Hilfe.

Deutsche-Aids-Hilfe-HaendeschuettelnDie Unterstützung der Deutschen AIDS-Hilfe fing 2008 mit einem Impuls von MitarbeiterInnen der Beratungssparte als Teil des „Give-Back“-Programms an. An die Neugestaltung der DAH-Website schlossen sich die Entwicklung einer Social-Media-Strategie und die ersten digitalen Kampagnen an. Hinzu kamen viele kleine Einzelprojekte aus zielgruppenspezifischen Projekten der Deutschen AIDS-Hilfe. Im letzten Jahr wurde ein Gütesiegel für Ärzte entwickelt, die sich durch vorbildlichen Umgang mit HIV-PatientInnen auszeichnen: „Praxis Vielfalt“. Aktuell haben wir uns als große gemeinsame Aufgabe die Arbeitgeberdeklaration gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von HIV-Positiven am Arbeitsplatz vorgenommen.

Mit Diversität und Inklusion verbindet sich hier eine klassische Corporate-Social-Responsibility-Disziplin mit Corporate Citizenship: gesellschaftlichen Herausforderungen mit dem Know-How des Unternehmens begegnen. BeraterInnen und MitarbeiterInnen erkennen, welche gesellschaftlichen Potenziale in ihren professionellen Kompetenzen liegen, erfahren Selbstwirksamkeit und entwickeln eine tiefere Bindung zum Unternehmen. Über 30 gemeinsame Pro-bono-Projekte aus strategischen Geschäftsfeldern – Cloud, Data Analytics, Cognitive und begleitendes Change Management, helfen der Deutschen Aids-Hilfe heute im Hinblick auf Digitalisierung und Big Data, konkrete Einsatzfelder zu erkennen und anzugehen. Und so ihre Zielgruppen in ihrem sich verändernden Kommunikationsverhalten abzuholen und ihre Position als einer der führenden gemeinnützigen Organisationen im Bereich HIV/AIDS und sexuell übertragbaren Krankheiten zu erhalten.

Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV

Aber nicht nur BeraterInnen erfüllen die Partnerschaft mit Leben: Auch in der Ausbildung unserer Studierenden der Dualen Hochschule spielen Einsätze mit der Deutschen Aids-Hilfe eine wichtige Rolle: 120 duale Studierende haben in bis zu sechsmonatigen Praxiseinsätzen eigene Beiträge geleistet und lernen den offenen, vorurteilsfreien Umgang mit Stigmata und Tabus. Sie bringen diese wertvollen Fähigkeiten und Erfahrungen zurück in das Unternehmen IBM. Hier wachsen junge Talente heran, die den Zugang und Umgang mit chronischen Erkrankungen gelernt haben. Die nicht wegschauen werden, sondern ganz im Sinne unserer geneinsamen Zielsetzung „Integrieren statt Ausgrenzen“ Verantwortung übernehmen werden – ob bei IBM oder auf ihrem weiteren Berufsweg in anderen Unternehmen.

12. Juni 2019 – seien Sie dabei!

Ich bin seit 16 Jahren HIV-positiv und gehe seit zwölf Jahren offen bei IBM damit um. Das Feedback, das Verständnis und die Empathie meiner KollegInnen und ManagerInnen hat mir viel Kraft gegeben und ich habe den Schritt, mich zu outen, nie bereut.

Wir sollten alle bei unserer täglichen Arbeit dafür sorgen, dass wir in unseren Abteilungen, Arbeitsbereichen und Projektteams ein Umfeld haben, in dem alle offen mit der Krankheit umgehen können. So wie sie es wollen und brauchen, denn niemand soll sich gezwungen fühlen, diese offenzulegen. Aber schon unsere Offenheit gegenüber betroffenen KollegInnen nimmt die Angst, erhöht die Lebensqualität, steigert die Leistungsfähigkeit, schafft Vertrauen und ein Klima der Zugehörigkeit. HIV-positive MitarbeiterInnen sind nicht weniger leistungsbereit und -fähig als andere.

Geben wir diesen KollegInnen Rückhalt und Mut, sich öffnen zu können!

Deutsche AIDS-Hilfe_1Anlässlich der zehnjährigen Partnerschaft mit der Deutschen AIDS-Hilfe hat IBM gemeinsam mit SAP, Daimler, Bosch, Deutsche Bank, Accenture und PwC eine Initiative gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung chronisch Kranker im Arbeitsleben gestartet. Teilnehmende Unternehmen verpflichten sich darin, eine Kultur der Offenheit im Unternehmen zu pflegen und konkrete Maßnahmen zu implementieren, die chronisch Kranke nicht ausgrenzen, sondern ihnen die gleichen Möglichkeiten der beruflichen Entwicklung geben. Am 12. Juni 2019 soll die Erklärung feierlich und offiziell von allen unterstützenden Unternehmen unterzeichnet werden. Alle Initiatoren wollen möglichst viele weitere Unterstützer finden – machen Sie mit!

Mein tief empfundener Dank für all die positiven und unterstützenden Erfahrungen, die ich in den Jahren machen durfte. Heute ist Welt-AIDS-Tag – nutzen wir ihn!

 

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