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Weihnachtsgeschäft 2.0: Wie Händler mit innovativen Technologien das Kundenerlebnis steigern können

Jetzt beginnt die ganze heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts. Die Unentschlossenen und Last-Minute-Shopper machen sich nun auf den Weg in die Stadt oder besuchen einen Online-Shop, um doch noch alle Lieben rechtzeitig mit Geschenken zu versorgen. Und geschenkt wird weiterhin reichlich: Laut aktueller Weihnachtsstudie des Händlerbunds erwarten 75 Prozent der Online-Händler ein Umsatzplus. Im Einzelhandel prognostiziert der Branchenverband HDE für November und Dezember Einnahmen in Höhe von 94,5 Milliarden Euro – drei Prozent mehr als 2016. Allerdings sieht HDE-Präsident Josef Sanktjohanser gleichzeitig die Gefahr, dass sich die Schere zwischen großen und kleinen Händlern dabei weiter öffnet. Gerade auch der Online-Handel sei für kleinere Händler eine immer stärkere Konkurrenz.

Ist es nun so, dass Amazon und einige große Ketten vor Weihnachten jedes Jahr wieder großen Gewinn  machen, während viele Einzelhändler kämpfen müssen? Sicherlich sprechen einige Hinweise für eine solche Entwicklung. Andererseits: Es gibt viele spannende Innovationen, von denen sowohl Online- als auch Einzelhändler profitieren können. Und: Es findet gerade eine Renaissance des Einzelhandels statt.

Nicht nur im Weihnachtsgeschäft: Die Renaissance des Einzelhandels

IBM Studien haben zwar ergeben, dass die Umsätze in stationären Geschäften im Jahr 2000 ihren Höhepunkt erreicht haben und seitdem ein stetiger Rückgang zu verzeichnen ist. Der Online-Handel hingegen wächst, und zwar laut Prognosen von 2015 bis 2017 um 27,6 Prozent. Doch noch sind die Tage des stationären Handels nicht gezählt. Ganz im Gegenteil.

Eine IBM Studie aus dem vergangenen Jahr ergab, dass die nächste Generation von Käufern lieber im realen Laden als im Online-Shop einkauft. Und mit einer kollektiven Kaufkraft in Höhe von 44 Milliarden Dollar ist die sogenannte Generation Z, also die junge Leute im Alter von 15-25 Jahren, eine wichtige Zielgruppe für Händler. Diese neue Beliebtheit der stationären Geschäfte gerade bei der jungen Generation zeigt: Auch der Online-Handel sollte, genauso wie der Einzelhandel, stetig neue Innovationen umsetzen, um das Einkaufserlebnis zu verbessern und dabei idealerweise eine nahtlose Customer Journey zwischen online und offline ermöglichen.  Jüngere Kunden nehmen gern das Beste aus beiden Welten in Anspruch.

Ein Beispiel für eine nahtlose Integration ist etwa die Ausstattung von Verkaufsteams mit mobilen Endgeräten. Dadurch erhalten Verkäufer sofortigen Zugriff auf Kunden- und Produktdaten, können Kunden schnell passende Artikel empfehlen und sogar gleich den Bezahlvorgang abwickeln. Ein altbekanntes Phänomen im Weihnachtsgeschäft lässt sich so verhindern: die lange Schlange vor der Kasse.

Wetter, Weihnachtsgeschäft und ein großer Wettbewerbsvorteil

Das saisonale Geschäft und besonders das Weihnachtsgeschäft ist stark wetterabhängig. Erinnern Sie sich noch, als es vor einigen Jahren an Weihnachten über 20 Grad hatte? Last-Minute-Einkäufer werden bei solchen unerwarteten Traumwetter-Temperaturen eher nicht zu einer Daunenjacke als Geschenk greifen. Wenn Händler schnellen Zugriff auf Wetterdaten haben und diese mit Kundendaten verknüpfen, können sie vorausschauende Bedarfsanalysen erstellen.

Dann könnten Händler bei überraschend warmen Wetter beispielsweise statt winterlichen Artikeln eher Musik, Elektronik oder Mode bewerben. Und wenn es kurz vor Weihnachten plötzlich doch noch richtig kalt wird? Auch dann können sie aufgrund von Wetterdaten schnell reagieren, und mehr Jacken, Handschuhe, Schals und Winterstiefel ausstellen. Eine Wetteranalyse basierend auf kognitiven Technologien für Händler kann zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden, wenn sie ihre Werbeaktionen und ihr Marketing schnell an die Bedürfnisse der Kunden anpassen.

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Nur wenn die Website-Performance des Online-Shops optimal ist, kann der Händler vom vollen Potenzial des Weihnachtsgeschäfts profitieren

Wetterprognosen spielen auch eine ganz entscheidende Rolle beim reibungslosen Management von Lieferketten. Indem jetzt auch Wetterdaten in „kognitive Lieferketten“ eingebunden werden können, können potenzielle Probleme wie etwa aufziehende Stürme, die sich wichtigen Distributionszentren nähern, schnell erkannt werden und rechtzeitig Ausweichmöglichkeiten gesucht werden. Schließlich will kein Händler, dass die beim Kunden beliebtesten Produkte wetterbedingt nur verspätet geliefert werden können.

Mit Künstlicher Intelligenz den richtigen Preis festlegen

Nicht nur das schnelle Reagieren auf Wetterverhältnisse ist entscheidend. Das gleiche gilt für die Preisgestaltung: Von einem wendigeren Konkurrenten unterboten zu werden, ist für einen Händler ein Nachteil. Deshalb ist dynamische Preisgestaltung so wichtig. Das Konzept ist nicht neu, aber in Verbindung mit der neuen KI-Technologie hat der Händler wesentlich mehr Möglichkeiten: Beispielsweise kann bei einer dynamischen Preisgestaltung  die Marktnachfrage, aufkommende Wetterverhältnisse, Social-Media-Diskussionen, die Preise der Wettbewerber, die Verfügbarkeit von Lagerbeständen, die Tageszeit und vieles mehr berücksichtigt werden. Dadurch gewinnen die Händler nicht nur gegenüber ihren Konkurrenten an Boden, sondern steigern auch den Traffic auf ihrer Website und dadurch ihren Umsatz.

Schlangestehen beim Weihnachts-Shopping nervt – und ist das Gegenteil einer gelungenen Customer Experience. Gerade die jüngere Generation ist zwar dem Einzelhandel zugeneigt, aber nicht bereit, solche negativen „Shopping-Erlebnisse“ hinzunehmen. Dank Near Field Technology (NFT) können Einzelhändler ihren Kunden nun das ultimative Weihnachtsgeschenk machen: Keine Schlangen mehr! Kunden könnten stattdessen einfach den Laden mit ihren Einkäufen verlassen. Und bezahlt haben sie trotzdem: Auf dem Weg nach draußen wird ihre digitale Brieftasche einfach mit dem Kaufpreis belastet.

Ein solches System könnte durch den Einsatz von Blockchain-Technologie vor Fehlern geschützt werden. Durch diese Technologie können Einzelhändler digitale Transaktionen aktiv und permanent verfolgen, Fehler vermeiden und das Betrugsrisiko reduzieren.

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