Zukunft Industrien

Im Blickpunkt: Smarte Plattformen mit eingebautem Industrie-Know-how

Smarten und offenen digitalen Industrie-Plattformen gehört die Zukunft. Sie sind die elementare Basis für sämtliche Wertschöpfungsprozesse im Zeitalter von Industrie 4.0. Ihr Arbeitsauftrag: Sammeln, Aggregieren, Analysieren und Visualisieren von Produktions- und Unternehmensdaten. Ihr Ziel: Umwandlung der Daten in nützliche Informationen zur weitgehend automatisierten Steuerung und Optimierung geschäftsrelevanter Prozesse. Etwa um Schwachstellen rechtzeitig zu eliminieren oder bereits existierende Probleme in der Produktion zu identifizieren.

Immer mehr Anbieter tummeln sich in diesem stark wachsenden Marktsegment. Dazu gehören sowohl klassische Industrie-Schwergewichte wie auch traditionelle IT-Unternehmen oder kleinere, spezialisierte Startups. Doch wie immer gilt auch hier: der Teufel steckt im Detail. Und das heißt in diesem Fall: Eine Plattform ist nur so gut, wie die in ihr „verbaute“ Software mit ihren zugrundeliegenden Algorithmen und Funktionalitäten. Dabei trennt sich auch hier sehr schnell die Spreu vom Weizen. Denn je mehr Erfahrung und Wissen in der Plattform in Form von elaborierten Routinen, Mustererkennung oder bereits vorkonfektionierten Prozessen eingeflossen ist, je präziser die Analysen und je zuverlässiger die Vorhersagen sind, desto größer ist ihr Nutzen. Und der steigt noch einmal, wenn Bestandteile aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, wie etwa Sprach- oder Bilderkennung integriert werden können.

Vorkonfektionierte Module und Künstliche Intelligenz

IBM etwa bietet mit ihrer speziellen IoT-Plattform für die Produktion unter anderem weit entwickelte, qualitativ hochwertige vorkonfektionierte Module für bestimmte Fertigungsprozesse, zum Beispiel für Presswerke und Spritzguss-Anlagen. Mit diesen vorkonfektionierten Modulen lassen sich ohne größeren zeit- und kostenintensiven Aufwand schnell spürbare Produktivitäts- beziehungsweise Qualitätssteigerungen in der Fertigung erzielen.

Spezielle IoT-Plattform für die Produktion bieten hochwertige vorkonfektionierte Module für bestimmte Fertigungsprozesse.

Weitere Bausteine anspruchsvoller Plattform-Lösungen sind leistungsstarke Analyse-Fähigkeiten sowie Elemente aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Ausgestattet mit KI-Eigenschaften, sind solche Plattformen in der Lage, strukturierte und unstrukturierte Daten gleichermaßen zu verarbeiten. Unsere IBM-Plattform erlaubt beispielsweise den Zugriff auf kognitive Watson-Technologie, die mit Maschinen- und Deep-Learning-Eigenschaften arbeitet. Darunter versteht man die Feedback-basierte Auswertung von Inhalten sowie die Nutzung künstlicher, neuronaler Netzwerke, mit denen auch unstrukturierte Daten wie Sprache, Geräusche oder Bilder interpretiert werden. Dazu gehört konkret auch die Auswertung von Bildaufnahmen von Ultra-High-Definition-Kameras. Damit können Inspektoren in der Produktqualitätsprüfung sehr viel schneller und gezielter unter anderem winzige Kratzer oder nur nadelstichgroße Beschädigungen von Produkten identifizieren und klassifizieren. Tests haben ergeben, dass bei einem acht Tage dauernden Produktionszyklus dadurch bis zu 80 Prozent der ursprünglich für die Prüfung veranschlagten Zeit eingespart werden konnte.

Edge-Computing auf dem Vormarsch

Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, mit dem Einsatz von Netzwerk-Technologien Daten direkt an ihrem Entstehungsort „at the Edge“ auszuwerten. Das bedeutet: Mit Edge-Computing werden leistungsfähige Analyse-Technologien zukünftig praktisch überall und immer verfügbar sein. So können zum Beispiel Mitarbeiter, die in abgelegenen Gegenden den Zustand von Anlagen oder Maschinen überwachen müssen, sehr viel genauer die Erfordernisse für Wartung oder den Ersatzteilbedarf ermitteln.

Edge-Computing ist eine Alternative für Unternehmen, die keinen unmittelbaren Zugriff auf hohe Bandbreiten und einen schnellen Weg in die Cloud haben. Dies gilt etwa für die Betreiber von Wind- und Solarenergie-Anlagen. Mit Hilfe solcher zustandsabhängigen Wartungskonzepte, bei denen das Monitoring von Geräten und Maschinen in Echtzeit erfolgt, können die Wartungskosten um bis zu 50 Prozent gesenkt und die Produktivität um bis zu 25 Prozent gesteigert werden.

Unsere Erfahrungen bisher zeigen: erst die Kombination elaborierter Algorithmen mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher Funktionalitäten sowie vorkonfektionierter Module machen den Unterschied bei der Auswahl der richtigen IoT-Plattform. Diese Kombination sorgt dafür, dass produzierende Unternehmen die Vorteile des industriellen Internets schnell und umfassend in die Produktion bringen.

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