Zukunft Industrien

Wieso CeBIT? Weil es großartig ist…

In den Wochen vor Beginn der CeBIT werden wir häufig nach den Schwerpunkten und Highlights der Veranstaltung gefragt. Wenn wir dann mit dem Gesprächspartner tiefer einsteigen (was ich hier auch gleich gern noch mache), kommt nahezu zwangsläufig irgendwann die Frage, warum es denn eigentlich noch Messen gibt in Zeiten des Internets – und nun kommen auch noch VR und 360-Grad-Videos dazu.

Die Frage scheint naheliegend, und ich beantworte sie zunächst mit Gegenfragen: Wer würde eine Kreuzfahrt absagen, nur weil er mit einer VR-Brille das Oberdeck des Schiffs gesehen hat? Oder würden Sie eine Reise nach San Francisco absagen, nur weil Sie im Netz die Bilder von der Golden Gate gesehen haben? Und würden Sie Paris nie wieder besuchen, nur weil Sie im Hintergrund des letzten Video-Chats mit ihrem Freund den Eifelturm im Hintergrund gesehen haben? Dreimal klares NEIN.

So ähnlich ist es mit den Messen. Als Marketinginstrument sind sie schon viele hundert Jahre alt, haben ihr Gesicht immer wieder verändert, aber es gibt sie nach wie vor – und ich bin sicher, dass sie auch noch sehr lange existieren werden. Ja, Messen verändern sich, setzen auf das Internet zur Vor- und Nachbereitung, bieten Push-Services und Beacon-Technologie an. Sie setzen auf Erlebnis und Technologie.

An den Rändern entsteht die Innovation

Aber eines steht fernab von Technologie auch fest: Menschen haben es in den Genen, dass sie sich treffen wollen. Wir sind „Rudeltiere“, wenn Sie so wollen. Und nicht nur das: Ich bin fest davon überzeugt, dass oftmals etwas Gutes entsteht, wenn Menschen sich begegnen. Durch die Begegnung und die damit mögliche Kommunikation mit allen Sinnen kann etwas Neues entstehen. Auch dafür sind Messen da. Wenn sich zwei Experten unterschiedlicher Disziplinen treffen und anfangen, ihre Ideen auszutauschen, gemeinsame Anknüpfungspunkte an den Rändern ihrer Profession zu suchen, dann entsteht die Grundlage für Innovation. Dann springt oftmals der Funke über. Oft schon habe ich bei Networking-Events auf der CeBIT solche Momente erleben dürfen – „Lass uns das machen“-Momente.

Innovation verläuft heute nicht mehr linear und breitet sich dann allmählich von einem Ort zum nächsten aus. Innovation verläuft exponentiell und global. Es ist beeindruckend, wie schnell sich einige Plattformen und Technologien rund um den Erdball etablieren können. Was heute noch gar nicht am Markt ist, kann in wenigen Monaten schon unsere Art der Kommunikation völlig ändern. In derart rasanten Zeiten, die bei verschiedenen Teilen der Gesellschaft das Gefühl aufkommen lassen, nicht mehr mitzukommen, ist es wichtig, dass sich die Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien synchronisieren, beispielsweise auf Plattformen wie der CeBIT.

Die Agenda der CeBIT ist voll

Und das steht nun in Hannover für die IT-Branche wieder die CeBIT unmittelbar bevor. Die CeBIT öffnet am 20. März ihre Tore für die rund 200.000 Teilnehmer aus aller Herren Länder. Eine Art UN-Versammlung der IT-Branche. Und Themen für die Agenda dieses Treffens gibt es genug: Künstliche Intelligenz, Drohnen, Robotics, Internet of Things, autonomes Fahren, Big Data Analytics, Cyber Security, Blockchain – und vieles mehr.

Wir können kurz vor der CeBIT 2017 sagen, dass die Unternehmen so viele konkrete Anwendungsbeispiele mit nach Hannover bringen, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. IBM zeigt den humanoiden Roboter NAO und Olli, den intelligenten fahrerlosen Elektrobus als Vorreiter für die Mobilität öffentlicher Verkehrssysteme. Intel inszeniert mit der Deutschen Messe AG einen einzigartigen Drohnenpark auf dem Freigelände und zeigt anhand einer Ölplattform im Maßstab 1:15, was Drohen alles können und wie sich Wartungskosten von derartigen Anlagen um weit mehr als die Hälfte reduzieren lassen. In Halle 12 lassen sich zahlreiche Showcases zum Thema Internet of Things bestaunen, etwa zwei Roboter, die völlig selbstständig einen dritten bauen.

CEBIT

IBM zeigt den intelligenten fahrerlosen Elektrobus Olli auf der CeBIT.

 Überraschung gehört dazu

Oder haben Sie schon einmal ein Exoskelett in Aktion gesehen, also eine Art technischer Anzug, den sich Menschen anziehen und dann mit einem Arm plötzlich Gewichte von mehr als einhundert Kilo heben können? Dann gehen Sie in Halle 4 auf den Stand des sensationellen Partnerlandes Japan und suchen Sie nach dem Unternehmen Cyberdyne. Und in die Halle 6 mit den Ständen der Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstitute. Einen besseren Blick durch das Schlüsselloch in die technologische Zukunft finden Sie nirgends.

Und wenn Sie nach der Innovation in Geschäftsmodellen suchen – kein Problem. Fast 400 junge Unternehmen sind auf der CeBIT, die meisten von ihnen in Halle 11 auf der Startup-Plattform SCALE11. Dort können Sie sehen, wie aus Technologie und disruptivem Denken völlig neue Geschäftsmodelle entstehen.

Ich verspreche Ihnen, dass Sie bei dem ein oder anderen Unternehmen in Halle 11 überrascht sein werden. Denn auch das gehört zu den Erfolgsrezepten eines solchen Events wie der CeBIT: die Überraschung. Im Netz wird die Suche immer besser. Aber Sie finden in aller Regel auch nur das, was Sie gesucht haben, bleiben in ihrer „Such-Blase“. Sie bekommen Antworten im Netz – ja, aber nur auf Fragen, die sie stellen. Und auf einer CeBIT begegnet Ihnen möglicherweise in den Hallen oder in den Konferenzen die Idee oder der Gedanke, den Sie nicht gesucht haben, aber der Ihr Unternehmen oder vielleicht sogar ihr Leben verändern wird. Kommen Sie zu CeBIT, ich verspreche Ihnen: Es wird beeindruckend im März in Hannover.

 

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