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Analoge Messen in digitalen Zeiten – warum wir sie brauchen

Privat und geschäftlich sind wir längst digital unterwegs – knapp 85 Prozent der Bundesbürger sind online und nutzen mehr als zwei Stunden täglich das Internet. Wir informieren uns online, kaufen online und spielen online. Jede größere Kaufentscheidung bereiten wir akribisch vor und informieren uns in Fachzeitungen und Foren, die meisten Unternehmen haben mittlerweile Videos von ihren Produkten und Lösungen im Einsatz. Stellt sich die Frage, welchen Stellenwert Messen wie die CeBIT, die Hannover Messe Industrie oder auch die IAA heute noch haben. Sind sie als analoge Plattform doch ein Anachronismus im digitalen Zeitalter? Welchen Mehrwert bietet sie Besucherinnen und Besuchern, den die virtuelle Welt – 365 Tage im Jahr geöffnet – nicht bieten kann?

Ja, denn…
Schauen wir uns die aktuellen Zahlen an: 2016 war ein sehr gutes Messejahr für Deutschland, in dem 186 Messen mit rund 191.000 Ausstellern stattfanden und von über 10,5 Millionen Menschen besucht wurden. Messen sind also doch kein Auslaufmodel. Vielmehr stehen sie für die reale Begegnung: nämlich die der Unternehmen mit den Kunden und die der Kunden mit den Exponaten und gezeigten Lösungen. Das bietet vor allem auch die Möglichkeit zum Dialog und manchmal auch zum Testen. Mit einem Wort, der Messebesuch ist ein Erlebnis – und das bleibt länger im Gedächtnis, als Fachartikel oder Broschüren zum gleichen Thema.

Caption: In Sonderausstellungen und auf Konferenzen bei Messen werden wichtige Branchentrends vorgestellt

In Sonderausstellungen und auf Konferenzen bei Messen werden wichtige Branchentrends vorgestellt

Zudem sind zahlreiche Messen der Branchentreff und der zentrale Anlaufpunkt für einen Markt, so wie die IFA in Berlin für die Consumer-Electronics-Branche, die Buchmesse in Frankfurt für die Buchbranche oder eben die CeBIT in Hannover für die IT. Nationale und internationale Spitzenpolitiker treffen sich dort, es finden Konferenzen und Sonderausstellungen statt, die zeigen: Hier werden die Trends der Zukunft gezeigt und gemeinsam mit den Ideen und dem Feedback der Besucher noch weiterentwickelt. Einen besseren Ort zum Networking mit Gleichgesinnten gibt es nicht – auch im Facebook- und Snapchat-Zeitalter zählt die Face2Face-Kommunikation einfach mehr.

Ja, aber…
Auf der Habenseite von Messen steht der persönliche Kontakt, die direkte Kommunikation zwischen Anbieter und Besuchern sowie die Möglichkeit zum Networking und der Information zu Branchentrends. Und heute präsentieren sich sowohl Messen als auch Aussteller anders als noch vor 15 Jahren, also zu Beginn der Digitalisierung. Denn sowohl die Möglichkeiten wie die Erwartungen haben sich stark geändert.

Die Zeiten, in denen ein Auftritt durch simple Messestände und ausliegendem Informationsmaterial charakterisiert war und es nur um das Verkaufen von Produkten ging, sind vorbei. Produktinnovationen sind heute nur einen Mausklick entfernt – es geht vielmehr darum, ein Thema von allen Seiten zu beleuchten, es für den Besucher er- und begreifbar zu machen. Dazu gehört auch, über ein schlüssiges Gesamtkonzept ein (emotionales) Besuchererlebnis zu schaffen mit verschiedenen Medien wie Video und Text sowie Live-Vorführungen und Live-Tests. Auf der CeBIT 2016 konnten sich Besucher einen winzigen RFID-NFC-Chip unter die Haut implantieren lassen und im Anschluss direkt ausprobieren, welche Vorteile das bietet – mit überwältigendem Zulauf.

Messegesellschaften investieren verstärkt in Infrastrukturen sowie neue technologische Features und entwickeln so ihr Geschäftsmodell weiter. Sie integrieren digitale Technologien und unterstützen den Besucher, der beispielsweise mit seinem Smartphone vorab über das Messegelände navigieren kann. Oder er kann sich mit Recherche-Tools optimal auf ein Thema und die Aussteller vorbereiten und Gesprächstermine vereinbaren. Und natürlich darf er auch gerne während eines Vortrages live Fragen per Twitter oder eine Event-App stellen oder über Themen abstimmen. Analog und digital ergänzen sich hier bestens und steigern so gegenseitig ihren Wert.

Ja, doch….
Bei der CeBIT lassen sich diese Entwicklungen besonders gut beobachten, sieht sie sich doch laut Oliver Frese, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG als „Heimat der Digitalisierung“. Und dem kann ich nur zustimmen: nirgends erleben wir mehr digitale Technologien im Unternehmenseinsatz, sehen mehr Trends und neue Möglichkeiten, erleben mehr spannende Diskussionsforen.

Unter dem Topthema „d!conomy – no limits!“ stehen in diesem Jahr die Möglichkeiten und Chancen im Mittelpunkt, die sich Unternehmen durch die Digitalisierung und neuen Technologien eröffnen – allen voran das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine und zwischen Virtualität und Realität. Denn: Nach einer Studie von Accenture wird sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland bis zum Jahr 2035 aufgrund des Einsatzes von künstlicher Intelligenz und kognitiven Lösungen jährlich verdoppeln, mit einer zusätzliche Brutto-Wertschöpfung von einer Billion Euro innerhalb der nächsten 20 Jahre.

Ja, also….
Wenn es ums Grenzen überwinden geht, ist auch IBM ganz vorne dabei. Das zeigt sich zum einen an unserem Messemotto „outthink limits – build a cognitive business“ als auch an den vielfältigen Lösungen im Bereich Kognitives Computing. Auf Basis des Digitalen wird nun die Intelligenz, die in den Daten steckt, für Unternehmen, Organisationen und auch Einzelpersonen konsequent nutzbar gemacht. Oder: Digital Business meets Digital Intelligence.

Konkret zeigen Kunden verschiedener Branchen wie die Finanz- und Versicherungsbranche, die Fertigungsindustrie, der öffentlichen Sektor oder das Gesundheitswesen, wie sie sich über das klassische digitale Geschäft hinaus mithilfe kognitiver Lösungen zu Unternehmen von morgen entwickelt haben. Beispiele zum Anfassen, Diskutieren, Hinterfragen – etwas, was nur eine Messe als Erlebnisplattform möglich macht. Die virtuelle Welt kann das nicht bieten.

Kognitiv sind auch die neuen Lösungen und Technologien, die bei IBM in Halle 2 gezeigt werden. So präsentieren wir beispielsweise eine „Erlebniswelt Arbeiten“, in der neue digitale IBM Tools neue flexiblere Arbeitsmethoden und darauf abgestimmte innovative Raumkonzepte ermöglichen. Darüber hinaus werden Kunden dank einer intelligenten Infrastruktur in jeder Phase ihrer Transformation mit Cloud-Lösungen und Services, Sicherheitslösungen sowie Rechen- und Speicherleistungen unterstützt.

Wir brauchen und nutzen Messen als Erlebnisplattform, auf der Besucher Neues entdecken und ausprobieren können. Denn Menschen sind in erster Linie emotionale Wesen, die sich auch bei rationalen Entscheidungen wie dem Erwerb eines Produktes von Emotionen leiten lassen. Auch im B2B-Umfeld geht es in hohem Maße um Vertrauen und Kompetenz, also um Eigenschaften, von denen sich Menschen am liebsten persönlich überzeugen. In der Zeitung etwas zu IBM Watson zu lesen ist spannend, ihm selbst Fragen zu stellen und beantwortet zu bekommen ist ein nachhaltiges Erlebnis!

Also: Auf nach Hannover!  Hier gibt es nähere Infos zu IBM auf der CeBIT.

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