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Hidden Figures – wie Frauen den ersten Amerikaner ins Weltall schickten und warum dies aktueller denn je ist

Anfang Februar 2017 kommt ein beeindruckender Film in die deutschsprachigen Kinos: Unerkannte Heldinnen – im amerikanischen Original: „Hidden Figures“. Hollywood zeichnet darin die bisher weitgehend unbekannte Geschichte dreier afroamerikanischer Mathematikerinnen bei der NASA nach, die in den 1960ern einen zentralen Beitrag dazu geleistet haben, den ersten Amerikaner in den Erdorbit zu schicken. Möglich machte dies ihre Intelligenz, ihr Durchsetzungsvermögen und nicht zuletzt ein früher IBM-Großrechner. Der hochkarätig besetzte Hollywood-Streifen ist mehr als ein nostalgischer Rückblick auf die Ära des Wettlaufs zweier Supermächte zum Mond. Er ist auch mehr als ein typisch humoristisch angereichertes Hollywood-Drama rund um Geschlechtergleichstellung, Rassentrennung und Bürgerrechte. Vielmehr zeigt der neue Film von 20th Century Fox auch, wie der Einsatz neuer Technologie völlig neue Berufe schafft – und ist damit weit aktueller als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson spielten in den frühen 60er-Jahren eine bedeutende Rolle bei der NASA. Durch ihre exzellenten Fähigkeiten in Mathematik, Physik und Ingenieurswissenschaften gelang es dem Trio, ein komplexes First-of-a-kind-Computersystem der IBM so zu programmieren, dass damit die Flugbahn eines Raumschiffes erstmals präzise berechnet werden konnte. Damit ebneten sie den Weg für John Glenn, der erste Amerikaner im Erdorbit zu werden. Nach seiner Rückkehr auf die Erde wurde Glenn mit allen amerikanischen Ehren empfangen und mit der Medal of Honor ausgezeichnet. Die Geschichte Katherine Johnsons und ihrer zwei Kolleginnen hingegen blieb bis heute unerzählt im Verborgenen.

Gefragte Qualifikationen schlagen Konventionen

Durch ihr berufliches Engagement stießen die drei Afroamerikanerinnen auf gewaltige gesellschaftliche Ressentiments: qualifizierte Frauen abseits eines Sekretärinnenenjobs und das noch dazu in der prestigeträchtigsten aller Branchen, der Raumfahrt? Das war für viele Menschen der 1960er-Jahre unvorstellbar. Das Trio überlistete das einzementierte gesellschaftliche System durch ihre technische Qualifikation: Sie hatten genau jene Fähigkeiten, die die US-Wirtschaft damals dringend benötigte. Und genau das macht den Film aktueller denn je. Denn die Digitalisierung schafft auch heute weltweit neue Berufsfelder, in denen besonders Qualifikationen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gefragt sind. Die Berufsaussichten für Absolventinnen und Absolventen dieser Fächer könnten nicht rosiger sein. Eine Studie der Universität Wien und der Statistik Austria aus dem Jahr 2016 untersuchte die Berufsverläufe von 43.000 Universitätsabsolventen zwischen 2003 und 2014 auf Basis ihrer Sozialversicherungsdaten. Das eindeutige Ergebnis: MINT-Absolventen liefern die erfolgreichsten Karriereeinstiege – mit den höchsten Einstiegsgehältern, den geringsten Arbeitslosenraten und den kürzesten Jobsuchzeiten.

MINT ist zu männlich

Frauen sind in MINT-Berufen immer noch traditionell in der Minderheit. Laut des deutschen Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) hat sich der Frauenanteil in den MINT-Fächern in den vergangenen 20 Jahren nicht grundlegend geändert. Insbesondere in einer so digitalisierten und technisierten Ära wie der unseren ist ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis aber unabdingbar. Denn wir glauben, dass die Vielfalt von Menschen, ihrer Anschauungen und Ideen Voraussetzung ist für unsere Fähigkeit, innovative und überlegene Technologien und Lösungen zu entwickeln. Es ist daher nicht nur ein persönliches Anliegen, mehr Mädchen und Frauen dazu zu ermutigen, eine Ausbildung in MINT-Fächern zu beginnen. Es ist schlichtweg auch wirtschaftliche Notwendigkeit! Als eines der führenden IT-Unternehmen weltweit können wir es uns nicht leisten, auf 50 Prozent des geistigen Kapitals zu verzichten.

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Es sollten mehr Frauen zu einer Ausbildung in den MINT-Fächern ermutigt werden

Durch eine Vielzahl an lokalen Initiativen versuchen wir deshalb potenzielle Hürden auf dem Weg zu einer MINT-Karriere abzubauen. Dieses Engagement wurde schon mehrfach ausgezeichnet. IBM Deutschland trägt beispielsweise seit 1999 ununterbrochen das Total E-Quality Prädikat für vorbildliches Handeln im Sinne einer an Chancengleichheit ausgerichteten Personalpolitik. IBM in Österreich geht durch eine Kooperation mit der Technischen Universität Wien (BLUE&MINT) neue Wege, um junge Technikerinnen auf ihren ersten Karriereschritten zu unterstützen. In der Schweiz arbeitet die IBM mit der Pädagogischen Hochschule Zürich im Bereich MINT Trainings- und Schulleitungs-Mentoring für Primarlehrerinnen zusammen um junge Mädchen möglichst früh für eine technische Ausbildung zu begeistern.

Sich mit Unbekanntem auseinandersetzen

Doch nicht nur für junge Männer und Frauen kann dieser Film ein Anstoß sein, einen technisch orientierten Beruf zu erlernen. Für uns alle heißt es in der Ära der Digitalisierung: neugierig bleiben, weiterbilden, unermüdlich dazulernen. Das Trio in „Unerkannnte Heldinnen“ eignete sich beispielsweise die Programmiersprache FORTRAN in einem Fortbildungskurs an, um damit ein zentrales Problem zu lösen. Hand aufs Herz, wie viele der heute Berufstätigen erlernen nebenher völlig neue Fähigkeiten? Und weiter gedacht: Wie viele mittelständische Betriebe im DACH-Raum sind bereits darauf vorbereitet, sich mit neuen Technologie auseinanderzusetzen um ihre Waren und Dienstleistungen im digitalen Zeitalter anders als bisher anzubieten? Wie viele hier ansässige Industrieunternehmen haben sich dafür gewappnet, sich mit neuen Mitbewerbern im globalen Wettstreit um die besten Ideen auseinanderzusetzen? Sich mit dem Unbekannten auseinanderzusetzen war für uns alle noch nie so existenziell wichtig wie heute, 55 Jahre nach der erfolgreichen Mission in den Erdorbit, die im Zentrum der Handlung von „Unerkannte Heldinnen“ steht.

Der Film startet am 2.2.2017 in Deutschland und der Schweiz und am 3.2.2017 in Österreich.

IBM & Unerkannte Heldinnen (EN):

https://www.youtube.com/watch?v=XetHU_pAWOo

http://www.ibm.com/thought-leadership/hidden-figures/

 

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