Zukunft Industrien

IT + Wissenschaft = Fortschritt für Patienten

Morbus Parkinson: Eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen unserer Gesellschaft. Eine Erkrankung, die Patienten enorm belastet und für die es bis heute keine Heilung gibt. Rund 20.000 Menschen sind in Österreich betroffen, in Deutschland geht man von ca. 250.000 Patienten aus. Und Krebs: Eine der wohl bedrohlichsten und gleichzeitig komplexesten Krankheiten, die die Menschheit kennt. Etwa 8 Millionen Menschen sterben weltweit jährlich daran.

Bei Pfizer arbeiten täglich rund 10.000 Forscher daran, neue Medikamente und Therapien für Krankheiten wie diese zu finden und medizinische Durchbrüche für Betroffene zu erzielen. Solche Fortschritte gelingen oft schneller gemeinsam mit Partnern. Deshalb hat Pfizer kürzlich zwei Forschungskooperationen mit IBM ins Leben gerufen.

Internet of Things für Parkinson-Patienten

Im Mittelpunkt steht ein neues Monitoring-System für Parkinson-Patienten. Über ein System von Sensoren und mobilen Endgeräten sollen „Realtime-Data“ zum Krankheitsverlauf gesammelt werden – und das rund um die Uhr. Das Besondere daran: Das System ist so konzipiert, dass Patienten es problemlos in ihren Alltag integrieren können, ohne dass sie von den Sensoren und den anderen Geräten gestört werden. Das ist ein wesentlicher Aspekt, denn nur so lassen sich Daten unverfälscht sammeln.

IBM AND PFIZER COLLABORATING TO CREAT MONITORING SYSTEM TO SUPPORT PATIENTS WITH PARKINSON'S

Das IBM und Pfizer Team bei der Forschung zum Thema IoT und Parkinson

Mithilfe dieser Technologie können Ärzte und Forscher wichtige Informationen aus dem Alltag der Patienten gewinnen: Das System erfasst z.B., wie es um die motorischen und kognitiven Fähigkeiten von Patienten steht. Es kann auch messen, wie sich normale Alltagsaktivitäten wie Essen, Anziehen, Schlafen oder Körperpflege unter einer Therapie entwickeln. Das trägt dazu bei, den Krankheitsverlauf und das Ansprechen der Patienten auf Therapien besser zu verstehen. Die Behandlung lässt sich dadurch noch präziser auf die Bedürfnisse der Patienten ausrichten. Gleichzeitig kann mithilfe der gesammelten Information die Erforschung neuer Therapien vorangetrieben werden.

Watson Drug Discovery in der Immunonkologie

Im Bereich Onkologie – also Krebsmedizin – nutzt Pfizer als erstes Unternehmen eine maßgeschneiderte Version von „Watson for Drug Discovery“, dem neuen cloud-basierten Tool von IBM.

Bei vielen Krebserkrankungen wird die sogenannte „Immunonkologie“ als vielversprechender neuer medizinischer Ansatz gesehen. Ziel ist es, die eigene Immunabwehr von Patienten so zu „programmieren“, dass der Körper selbst Krebszellen bekämpft.

In diesem komplexen und aufstrebenden Feld sind enorme Mengen an Daten und Literatur vorhanden – Mengen, die Menschen einfach nicht mehr erfassen und analysieren können. „Watson for Drug Discovery“ trägt 25 Millionen Medline Abstracts, mehr als 1 Million medizinische Volltext-Journal-Artikel und 4 Millionen Patente in sich, die regelmäßig aktualisiert werden. Und: Das Programm lernt täglich dazu! Dieses Tool unterstützt unsere Forscher nun dabei, Daten schneller zu analysieren und Hypothesen zu testen, um evidenzbasierte Erkenntnisse zu gewinnen und letztendlich rascher neue immunonkologische Therapien für Patienten zugänglich zu machen.

Die auf den ersten Blick vielleicht ungleichen Partner Pfizer und IBM können gemeinsam viel  erreichen – indem sie Kompetenzen bündeln und sich vorbehaltlos auf ein gemeinsames Ziel verständigen: Der Kampf gegen bedrohliche Krankheiten unserer Zeit.

Pfizer Berlin Healthcare Lab: Partnering mit Startups

In Deutschland hat Pfizer das Berlin Healthcare Lab gegründet, um neue Digital Health-Lösungen zu entwickeln. Gemeinsam mit Start-ups will das Pharmaunternehmen sinnvolle Ergänzung zu seinen Medikamenten entwickeln und Patienten helfen, bessere Behandlungsergebnisse zu erzielen. Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Accelerator mit festgelegten Prozessen und starren Teilnahmekriterien, sondern eine flexible Plattform, die es ermöglicht, Kooperationen mit Partnern aus der Technologie und Startup-Szene individuell zu gestalten.

So arbeitet Pfizer mit dem dänischen Startup Cortrium im Bereich Herz-Kreislauferkrankungen sowie dem Berliner Startup Viomedo zusammen, um Patienten schnelleren Zugang zu passenden klinischen Studien und neuen Behandlungsmethoden zu ermöglichen.

Mit einem tragbaren Sensor von Cortrium, der Vitalwerte wie Herzaktivität, Atemfrequenz und Temperatur misst, speichert oder per Bluetooth auf mobile Endgeräte übermittelt, können Herzkreislauf-Krankheiten wie Vorhofflimmern frühzeitig erkannt werden. Pfizer unterstützt das Unternehmen bei der Einführung auf den deutschen Markt.

Die Internetplattform von Viomedo ist das erste Online-Portal, auf dem klinische Studien einfach, patientengerecht und auf Deutsch erklärt werden. Das ist eine wichtige Voraussetzung für deutschsprachige Patienten mit Krankheiten, die sich nicht oder nur unzureichend behandeln lassen, neue Behandlungsmöglichkeiten erhalten zu können. Pfizer hat Funktionen der Plattform mit Viomedo gemeinsam weiterentwickelt und war das erste Pharmaunternehmen, das alle rekrutierenden Studien auf viomedo.de zur Verfügung gestellt hat.

Berlin mit seiner kreativen Startup-Szene ist ein idealer Standort, um neue Technologien im Gesundheitswesen voranzubringen. Pfizer will sein Engagement ausbauen. Dazu zählt: die bestehenden Startup-Kooperationen weiter entwickeln, neue Partnerschaften für weitere Therapiegebiete eingehen und die Erfolgsstory des Berlin Healthcare Labs in andere europäische Länder bringen.

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