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Enterprise Gamification und Serious Games: Der Weg aus der Engagement-Krise

Gehören Sie zu auch zu den Menschen, die früh morgens ins Büro fahren, sich an Ihren Schreibtisch setzen, Ihre E-Mails lesen und versenden, Programme befüllen, Berichte erstellen, Meetings beiwohnen, Kaffee trinken, Essen gehen, sich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen, um schließlich am späten Nachmittag oder gar erst abends wieder nach Hause zu fahren, einkaufen zu gehen, Abendessen vorzubereiten, einen Film zu schauen und vielleicht noch ein bisschen Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen bevor Sie sich auf den nächsten Arbeitstag vorbereiten und alles wieder von vorn beginnt?

Wer träumt nicht davon, aus der täglichen Routine auszubrechen und selbst zu entscheiden, wie die Verteilung zwischen persönlichen und beruflichen Tätigkeiten aussehen soll? Wäre es nicht toll, zum Friseur gehen zu können, wenn andere an ihren Schreibtischen sitzen und E-Mails bearbeiten? Wäre es nicht toll, im Park joggen zu gehen, wenn es noch nicht kalt und dunkel ist? Wäre es nicht toll, tagsüber einkaufen zu gehen und sich lange Schlangen am Wochenende zu ersparen? Wäre es nicht toll, kreative Aufgaben mit voller Energie angehen zu können?

Work-Life-Integration galt für den ein oder anderen Arbeitgeber und Arbeitnehmer als eine willkommene Lösung, um sich der beschriebenen Flexibilität anzunähern. Viele Tätigkeiten können mittlerweile jederzeit und ortsunabhängig erfüllt werden. Damit einher geht eine gefühlte Steigerung der Produktivität, die nicht selten dazu führt, noch mehr Aufgaben in noch kürzerer Zeit erledigen zu wollen, am Ende jedoch nicht zwangsläufig zu mehr Mitarbeiterengagement führt.

Die Förderung des Mitarbeiterengagements zählt im Moment laut der letzten IBM CHRO Studie zu einer der dringendsten Herausforderungen für Personalverantwortliche in deutschen und internationalen Unternehmen. Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter in den sieben führenden Industrieländern hat trotz gesteigerter Work-Life-Integration lediglich eine geringe oder gar keine Bindung zum derzeitigen Arbeitgeber, wie der Gallup Engagement Index zur Arbeitsplatzqualität im Jahr 2016 belegt. Während in den USA 33 Prozent der Arbeitnehmer ein hohes Engagement aufweisen, sind es weltweit im Schnitt lediglich 13 Prozent. Sozialwissenschaftliche Studien zeigen eine Korrelation zwischen Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterengagement, welches widerum in Verbindung zur Kundenzufriedenheit sowie -loyalität steht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Mitarbeiterengagement einen direkten Einfluss auf den Geschäftserfolg hat. Unternehmen mit nachhaltig engagierten Mitarbeitern erzielen laut einer Untersuchung von Towers Watson aus dem Jahr 2012 die dreifache operative Marge im Vergleich zu Unternehmen mit überwiegend wenig oder nicht engagierter Belegschaft.

Wie motivieren Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeiter heute, positiv über das eigene Unternehmen zu sprechen, loyal zu sein und gelegentlich die Extrameile zu gehen?
Wie motivieren Sie sich als Mitarbeiter heute selbst? Wie motivieren Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen?

Versuchen Sie sich einmal in Ihre Kindheit zurückzuversetzen und fragen Sie sich, was Sie damals motiviert hat, täglich in den Kindergarten zu gehen, mit Lego zu spielen oder sich mit Freunden zu treffen. Beobachten Sie alternativ, was Ihre Kinder heute motiviert, eventuell nachts den Schlaf zu unterbrechen, um in einem Videospiel durch virtuelle Welten zu wandern, Monster zu besiegen und Punkte zu sammeln ohne dafür bezahlt zu werden. Warum waren und sind die meisten Kinder höchst engagiert? Wo geht Ihr Engagement oder das Engagement Ihrer Belegschaft heute vielleicht verloren? Welche Rolle spielt der Spieltrieb dabei?

Spielen liegt grundsätzlich in der Natur des Menschen.

Der Spieltrieb wird durch die anhaltende Digitalisierung aller Lebensbereiche sowie der Evolution von Videospielen beflügelt. Seit einigen Jahren werden Unternehmen bereits aufgrund des demographischen Wandels durch eine Vielzahl von Nachwuchskräften verstärkt, die mit Videospielen aufgewachsen sind. Spielen ist aus diesem Grund omnipräsent und aus dem Alltag vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr wegzudenken.

Enterprise Gamification und Serious Games setzen an dieser Stelle an und bieten eine Lösung zur Förderung des Mitarbeiterengagements über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg. Dabei geht es keinesfalls lediglich um Spaß oder die Einführung von Videospielen im Arbeitsumfeld. Es geht vielmehr um die Nutzung des menschlichen Spieltriebs unter Zuhilfenahme moderner Technologien.

Enterprise Gamification bezeichnet konkret die Nutzung von Spielmechanismen und nutzerzentriertem Design in einem Nicht-Spiel -Kontext, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren und schließlich insbesondere mithilfe digitaler Lösungen deren Engagement zu steigern. Dies soll die Belegschaft im Idealfall bei der Erreichung der persönlichen Zielvorgaben unterstützen und folglich einen positiven Beitrag zur Erfüllung der Geschäftsziele leisten.

gamification

Enterprise Gamification bezeichnet die Nutzung von Spielmechanismen in einem Nicht-Spiel-Kontext

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, ob die Nutzung von Spielmechanismen und nutzerzentriertem Design überhaupt zu Ihrer Belegschaft passt. Laut einer aktuellen Studie der Entertainment Software Association (ESA) zur Computer- und Videospieleindustrie in den USA beträgt das Durchschnittsalter von Spielern 35 Jahre. 41 Prozent der Spieler sind Frauen und 73 Prozent der Spieler sind älter als 18 Jahre. Die beliebtesten Spielekategorien im Jahr 2015 waren laut ESA Puzzles, Brettspiele, Kartenspiele, Game Shows, Actionspiele und Strategiespiele.

Wie können Sie diese Erkenntnisse nun auf ihr Unternehmen übertragen?

Laut Gartner sind viele Enterprise Gamification Vorhaben in der Vergangenheit insbesondere aufgrund von unzureichend auf die Zielgruppe abgestimmten Lösungen gescheitert. Wenn jeder Mensch perfekt wäre und es keine Unterschiede im Hinblick auf Interessen und Motivationsfaktoren gäbe, wäre Mitarbeiterengagement heute kein relevantes Thema.

Um die erhofften Potenziale auszuschöpfen, ist die Nutzung eines ganzheitlichen Gamification Frameworks in Verbindung mit nutzerzentriertem Design Thinking und Digital Change Management daher ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Dabei sollte abhängig von den zu bearbeitenden Aufgaben genauestens zwischen der Wahl von intrinsischen und extrinsischen Motivationsfaktoren unterschieden werden.Der allgemeine Glaube, dass höhere Beschäftigungsanreize und Bonuszahlungen auch mit der Verbesserung von Resultaten einhergehen, ist ein Irrglaube. Studien belegen, dass Anreize sogar negative Auswirkungen haben, insofern Tätigkeiten in erhöhtem Maße kognitive Fähigkeiten erfordern. Daniel H. Pink erklärt den Zusammenhang im folgenden TED Talk: https://www.ted.com/talks/dan_pink_on_motivation

Genauso wie Ihre Kunden, erwarten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute personalisierte Erfahrungen und Erlebnisse. IBM Watson markiert dabei den Beginn einer neuen Entwicklungsrichtung, deren Ziel es ist, lernende Computersysteme für unterschiedlichste Einsatzbereiche zu konzipieren. Kognitive Systeme wie Watson können die Art und Weise verändern, wie Unternehmen künftig denken, handeln und arbeiten werden. Diese Systeme lernen durch Interaktionen und liefern so evidenzbasierte Antworten, die für bessere Ergebnisse sorgen. Enterprise Gamification Initiativen sowie Serious Games können sich diese Fähigkeiten zu Nutze machen, um identifizierte Interessensfelder und Motivationsfaktoren der Zielgruppe aufzugreifen und ein optimiertes Erlebnis zu schaffen. Außerdem bietet es einige Ansatzpunkte, um Work-Life-Integration erfolgreicher zu gestalten.

IBM Watson Services auf Bluemix unterstützen diese Entwicklungen:

  • IBM Watson Retrieve and Rank: Stellen Sie dem Nutzer auf Basis von Interessen oder anderen Attributen einen bestmöglich personalisierten Auszug aus einem großen Datenset zur Verfügung.
  • IBM Watson Dialog: Möchten Sie Ihre Strategie innerhalb eines Serious Games oder im Rahmen von Arbeitsabläufen optimieren? Fragen Sie Watson unter Nutzung von Computerlinguistik und Sprache zu Text-Funktionalitäten.
  • IBM Watson Personality Insights: Ermöglichen Sie stark personalisierte Interaktionen im Spiel oder beim Durchlaufen von Prozessen. Personalisieren Sie zum Beispiel einen Avatar, um einen Nutzer möglichst realitätsgetreu im Serious Game nachzubilden. Analysieren Sie die Stimmung der Nutzer auf Basis gesammelter Informationen.
  • IBM Watson Tradeoff Analytics: Unterstützen Sie Nutzer dabei, bessere Entscheidungen trotz Zielkonflikten zu treffen. Optimieren Sie Prozesse durch angepasste Strategien.
  • IBM Watson Internet of Things: Durch die Verwendung von Daten aus der realen Welt unterstützt durch das Internet der Dinge kann die Erfahrung im Serious Game oder im Arbeitsumfeld noch realitätsgetreuer und damit weiter verbessert werden.

Ein Beispiel für ein Serious Games, das Watson APIs verwendet, ist ‚The Suspect’. Ziel dieses Serious Games ist das Training und die Verbesserung von Fragetechniken durch das Verhör eines mutmaßlichen Serienkillers. Während der Konversation baut der Nutzer eine Beziehung zum Verdächtigen auf und erfährt durch geschicktes Fragen die Hintergründe der Taten sowie die Situation der potenziellen Opfer, mit der Option, diese zu retten.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=MQBs9RVAkcg

Spiel (Beta): http://www.thesuspect.com/

App zum Spiel (Android): https://play.google.com/store/apps/details?id=com.theprojectfactory.suspect

App zum Spiel (iOS): https://itunes.apple.com/de/app/the-suspect-police-scanner/id899897820

Wenn das Leben ein Spiel ist und wir die Regeln machen, warum soll Arbeit dann kein Vergnügen bereiten können?

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