IBM Welt

Gesellschaftlicher Wandel – gemeinsam gestaltet

Leicht gesagt – Verantwortung übernehmen, seinen Mitmenschen helfen, ein guter Mensch sein. Und nie waren wir als Gesellschaft und auch persönlich so sehr gefordert wie heute: Über eine Million Flüchtende sind in 2015 nach Deutschland gekommen. Jetzt geht es darum, nicht nachzulassen und gute Vorsätze in gute Praxis umzusetzen.

Verantwortung übernehmen – für die Gesellschaft und unsere Umwelt – ist Teil der IBM Unternehmenskultur. Bereits vor über 80 Jahren hat Firmengründer Thomas J. Watson seine Mitarbeiter aufgefordert, sich ehrenamtlich in ihrer lokalen Umgebung zu engagieren. Der dahinter stehende Grundgedanke: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!” Allein – ob als Individuum, Einzelunternehmen, Behörde oder zivilgesellschaftliche Organisation – kann man nicht das erreichen, was durch Kooperation bewirkt werden kann: Zeit von vielen, breite Expertise und Technologie im Interesse der Gesellschaft zu mobilisieren.

Engagement für die DAH

Diese Kultur wird von uns weltweit als Unternehmen und auch über bürgerliches Engagement im Alltag gelebt. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen engagieren sich in ehrenamtlichen Projekten, beispielsweise im Bereich Bildung oder bei gemeinnützigen Vereinen. Und als Unternehmen engagieren wir uns in Deutschland beispielsweise seit 2009 für den Bundesverband der Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) in Berlin. Was wir dort tun? In gemeinsamen Projekten mit der DAH unterstützen BeraterInnen die Entwicklung einer modernen Internetpräsenz. Die Etablierung einer Social-Media-Strategie, Social-Media-Analysen und Konzepte digitalen Marketings erweitern die Kapazität der DAH und helfen ihr, mit aktuellen Technologien auch veränderte Kommunikationsgewohnheiten ihrer Zielgruppen aufzugreifen.

Allen Projekten ist gemein: Wir bringen unsere Kernkompetenzen ein, wir helfen mit dem Wissen, das wir in unserem Berufsalltag erworben haben. Wie sagt man so schön? Eine Win-Win-Win-Situation, denn DAH, IBM und jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter erreichen so Wirkungen, die über reine Philanthropie und Altruismus hinausgehen.

Mit der steigenden Zahl an Flüchtenden haben wir nun jede Menge Gelegenheit, zu helfen und etwas zu schaffen. Auch in der Geschäftsführung der IBM Deutschland haben wir frühzeitig überlegt, wie wir als Unternehmen einen Beitrag leisten können. Aus diesem Grund haben wir eine Task-Force geründet, die ich als Vertreter der Geschäftsführung leite. Vom Vertrieb über unser Beratungshaus bis hin zu Personal- und Einkaufsabteilung sind alle Bereiche mit dabei. Gemeinsam haben wir ein Portfolio an Maßnahmen entwickelt, die möglichst das gesamte Unternehmen mit all seinen Stärken einbringen. Auch bin ich stolz darauf, wie schnell es uns gelungen ist, hier „auf Spur“ zu kommen – denn die Uhr tickt und die Probleme müssen angegangen werden.

Beitrag zur Soforthilfe

Große Teams sind jetzt zwar nicht per se von Vorteil, aber sie verfügen in der Regel über eine Vielfalt an Fähigkeiten. So konnte auch unser Team ein breites Hilfsangebot entwickeln. Wir haben jeden Mitarbeiter eingeladen, Ideen einzubringen und einen Beitrag zu leisten. Das Echo war überwältigend – allein auf unserem Intranet gab es über 200 Kommentare auf unsere Task-Force-Ankündigung, praktisch jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter hat sie gelesen. Und so leisten wir als Teil der Gesellschaft in Deutschland sowohl einen Beitrag zur Soforthilfe als auch für die Integration der Flüchtenden.

Themenfelder Flüchtlinge at 300dpi

Das Themenfeld Flüchtlinge eröffnet viele Anknüpfungspunkte für Engagement

Im Einklang mit unserer IBM Citizenship-Strategie helfen wir mit den Stärken des Unternehmens: Know-how, Technologie, Innovationskraft und Engagement. IT bietet hier eine ausgezeichnete Basis.

So haben wir beispielsweise gemeinsam mit dem DRK Kreisverband Mannheim e.V. in einem gemeinsamen Kraftakt innerhalb von nur vier Tagen eine Cloud- und Open-Source-basierte IT-Infrastruktur für die bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle (BEA) für bis zu 6.000 Bewohner auf dem Gelände des Benjamin Franklin Village in Mannheim implementiert. Grundlage des Systems ist die offene Software „Sahana“, die von Freiwilligen entwickelt und gepflegt wird und schon in vielen Katastropheneinsätzen in Pakistan, auf den Philippinen, in Nepal und Japan erfolgreich eingesetzt wurde.

Transparenz nimmt Druck

Mit Sahana lässt sich nun auch der Status der Bewohner in der Einrichtung einfach, transparent und sicher abbilden. Überblick und Transparenz helfen, den Druck zu erleichtern, der auf den Mitarbeitern der Einrichtung im Benjamin-Franklin-Village lastet. Die verlässlicheren Informationen erleichtern das Management der Einrichtung. Der Schlüssel zum Erfolg war dabei das gemischt besetzte Team aus IT-Experten, Anwendern, Freiwilligen und Hauptamtlichen des DRK. Gemeinsam hatte man stets das gewünschte Endergebnis im Fokus: verlässliche Zahlen als Arbeitsgrundlage zu beschaffen, unter Berücksichtigung von Datensicherheit und Datenschutz.

Das ist ein schönes Beispiel für Soforthilfe, aber nur ein Anfang. Es geht um Integration. Und die Situation der Flüchtenden stellt besondere Anforderungen: Nach Deutschland sind sie gekommen – jetzt müssen sie noch ankommen, im Berufsleben, im Alltag. Der Weg dahin ist weit, mangelnde Deutschkenntnisse oder fehlende Zeugnisse erschweren die Suche nach einem Arbeitsplatz.

Flüchtende können sich schon heute bei IBM weltweit bewerben. Wir haben das zuvor und auch jetzt nicht eingeschränkt. Jede Bewerbung ist uns willkommen. Wir haben eine lange Tradition von Diversität und wir haben Vielfalt als eigene Kraft und Wettbewerbsvorteil tief im Unternehmen verankert. Natürlich gilt hier für Flüchtende wie für alle anderen Bewerber und Bewerberinnen, dass die Qualifikation für ausgeschriebene Stellen die Messlatte ist. Im Hinblick auf die Flüchtlingswelle haben wir neu Orientierungspraktika und Orientierungstage eingeführt. Sie werden den besonderen Anforderungen, wie beispielsweise dem Fehlen schriftlicher Qualifikationsnachweise, gerecht. Durch zwei- bis sechsmonatigen Praktika eröffnen sich Möglichkeiten, die Qualifikationen besser zu beurteilen und gegebenenfalls Schulungsmaßnahmen aufzusetzen.

Dabei ist Sprache eine wichtige Voraussetzung. Durch Freiwilligen-Programme helfen wir deshalb auch, Deutsch zu lernen. Unter dem Motto „Willkommen in Wien“ engagieren sich 60 IBMer gemeinsam mit dem Stadtschulrat für Wien als ehrenamtliche Deutschlehrer. Sie haben im November 2015 eine Deutsch-Lernstation für 20 Flüchtlingskinder gestartet, die sie zusätzlich einmal pro Woche beim Lernen unterstützen – mit großem Einsatz und Spaß an der Arbeit!

Wir schaffen das? Ja! Aber nur, wenn wir bereit sind, uns auf den jeweils anderen einzulassen. Und wenn wir die Transformation, die die Gesellschaft in Deutschland bewerkstelligen muss, in konzertierter Aktion gemeinsam angehen und uns die Chancen so gemeinsam erarbeiten. Denn eins ist klar: Keiner von uns wird die Herausforderungen alleine bewältigen können.

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