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Im Kampf gegen Gesundheits-Fake News: Medizin-transparent.at

Wenn die Nase nicht aufhören will zu rinnen und die Taschentücher schon langsam knapp werden, ist guter Rat gefragt. Wie wird man den lästigen Schnupfen rasch wieder los? Viele befragen dazu Dr. Google.

Der Suchmaschinen-Doc ist zwar praktisch, doch er hat einen Haken: Was er empfiehlt, ist nicht immer vertrauenswürdig. Wie aber soll man entscheiden, welchen Gesundheitsinformationen man Glauben schenken darf? Das zu beurteilen, fällt vielen Menschen schwer. Einer repräsentativen Befragung aus dem Jahr 2012 zufolge, haben 59 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher damit Probleme. Medizin-transparent

Hier setzt unser Projekt Medizin-transparent.at an. Akribisch überprüfen wir dabei verbreitete Gesundheitsmythen und Behauptungen aus Werbung, Medien und dem Internet. Wir, das ist unser Dreier-Team an der Donau-Universität Krems mit medizin-journalistischem Hintergrund: Ich (Bernd) bin Psychologe und Biologe, Julia ist erfahrene Journalistin, Biologin und Public-Health-Expertin, und Claudia ist Ärztin.

Unabhängige Fakten

Wir sind stolz darauf, objektiv und unabhängig für Aufklärung sorgen zu können. Wir sind Mitglied der internationalen Wissenschafts-NGO Cochrane, die sich genau dieses Ziel auf die Fahnen geschrieben hat. Dementsprechend sind Werbung oder Sponsoring durch die Gesundheitsindustrie ein absolutes No Go. Medizin-transparent finanziert sich durch Förderungen aus öffentlicher Hand.

Unsere Fakten-Checks sind aufwändig und dauern ein bis zwei Wochen. Wollen wir etwa überprüfen, ob Vitamin C-Tabletten gegen Erkältung helfen, durchforsten wir mehrere Forschungsdatenbanken nach aussagekräftigen Studien. Wir beurteilen deren Vertrauenswürdigkeit und fassen die Ergebnisse zusammen. Zu Vitamin C ist die Studienlage eindeutig: Das Vitamin kann gegen Erkältungen nichts ausrichten. In leicht verständlicher Sprache veröffentlichen wir unsere Einschätzung dann online.

Das Projekt ist erfolgreich: Seit dem Start im Sommer 2011 steigen die Zugriffszahlen stetig. Das Besondere an Medizin-transparent ist, dass unsere Leserinnen und Leser die Themen mitbestimmen können. Über ein Anfrageformular können sie uns Fragen schicken, die sie besonders bewegen.

Wen erreichen wir eigentlich?

Dennoch wissen wir bisher nicht genau, inwieweit wir die Bedürfnisse der Bevölkerung erfüllen. Wer liest eigentlich unsere Beiträge? Wen erreichen wir nicht und warum nicht? Was können wir besser machen, um mehr Menschen bei ihren Gesundheitsentscheidungen helfen zu können?

Medizin-transparent-Team

IBM hat uns unterstützt, genau das herauszufinden. In einem Design-Thinking-Workshop haben wir uns in die Lage einer typischen Leserin und eines typischen Lesers versetzt. Dabei haben wir erarbeitet, welche Bedürfnisse unsere Zielgruppe hat und was sie von unserer Webseite erwartet.

Dabei haben wir zwei zentrale Probleme erkannt: Erstens war bisher nicht ersichtlich, was Medizin-transparent von anderen Gesundheits-Webseiten unterscheidet. Dass unsere Inhalte wissenschaftlich geprüft und daher besonders vertrauenswürdig sind, hat die Webseite kaum vermittelt. Zweitens war die vorhandene Feedback-Möglichkeit für Leserinnen und Leser umständlich und versteckt. Um mehr von ihnen zu erfahren, war die Webseite weder technisch noch vom Design her geeignet.

Ein kompetentes IBM-Team aus User-Experience-, Webdesign- und Webdevelopment-Fachleuten hat  unsere Webseite anhand dieser Erkenntnisse umfassend erneuert. Der agile Prozess war spannend: Regelmäßig haben wir uns mit dem IBM-Team getroffen, haben Ideen ausgetauscht und Feedback gegeben.

Wünsche kennenlernen

Das Ergebnis ist nicht nur eine ästhetisch verbesserte Webseite, deren Design die Vertrauenswürdigkeit unserer Inhalte hervorhebt. Dank der dahinterliegenden Datentechnologie erfahren wir auch präziser, wer unsere Inhalte liest, wie unsere Plattform genutzt und die Inhalte in Social Media verbreitet werden.

Leserinnen und Leser können uns nun auch einfacher direktes Feedback geben – etwa zur Nützlichkeit unserer Beiträge. Zudem können sie darüber abstimmen, welche der zahlreichen eingesandten Themen wir als nächstes bearbeiten sollen. Denn wir erhalten deutlich mehr Themenvorschläge, als wir mit unserem kleinen Team bearbeiten können.

All das hilft uns, unsere Leserinnen und Leser näher kennenzulernen: wer liest uns, wer nicht und warum? Was wünschen sich diese Menschen für Informationen, was erwarten sie sich von uns? All das ermöglicht es uns, die Inhalte besser an die Bedürfnisse dieser Menschen anzupassen. Und die gezielte Suchmaschinenoptimierung der Webseite durch das IBM-Team macht es für sie einfacher, diese Inhalte auch zu finden.

Am Ende bedeutet das: Wer an einer lästigen Erkältung leidet, kommt nun noch einfacher zu vertrauenswürdigen und verständlichen Informationen darüber, welche Mythen rund um Schnupfen stimmen – und welche nicht.

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