Zukunft Industrien

Automotive 2030 – Racing toward a digital future

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: An einem Morgen im Jahr 2030 begeben wir uns zur Arbeit. Ein autonom fahrendes Auto, nennen wir es ACES (Autonomous, Connected, Electrified, Shared), das wir über unseren bevorzugten Mobilitätsdienstleister gebucht haben, holt uns zuhause ab. Sobald wir in einem der bequemen Lounge-Sessel Platz genommen haben, können wir auf dem großen Bildschirm im Fahrzeug die letzten Nachrichten unserer Freunde abrufen, die diese uns auf den gemeinsam genutzten Social-Media-Plattformen hinterlassen haben.

ACES warnt uns, dass wir auf dem Weg zur Arbeit heute mit Verkehrsproblemen zu rechnen haben, und schlägt uns eine alternative Route vor. Wie praktisch, so können wir gleich noch, unsere Kleidung von der Reinigung abholen. Heute wird ein stressiger Tag, deshalb checkt ACES unseren Gesundheitsstatus und gleicht ihn mit unserer Fitness-App ab. Da wir unser letztes Workout verpasst haben, schlägt ACES uns vor, heute den letzten Kilometer zur Arbeit zu Fuß zurückzulegen. Bevor uns ACES absetzt, bucht uns unser autonomes Auto noch schnell zwei Karten für das Konzert unserer Lieblingsband in der kommenden Woche und organisiert gleich auch noch den Hin- und Rückweg über unseren bevorzugten Mobilitätsdienstleister.

Automotive-2030

Die Zukunft ist jetzt

Zukunftsmusik? Nicht unbedingt, denn viele der beschriebenen digitalen Dienste werden im Jahr 2030 verfügbar sein – und einige sind es schon heute. Die Automobilindustrie arbeitet derzeit mit Hochdruck und unter Einsatz erheblicher Investitionen nicht nur an allen Aspekten des autonomen Fahrens, sondern insbesondere auch am konsequenten Ausbau von Mobilitätsservices. Dabei spielen Sicherheit und Personalisierung laut Aussage der Konsumenten entscheidende Rollen, wie wir in unserer neuesten Studie „Automotive 2030 – Racing toward a digital future“ vom IBM Institute for Business Value zeigen.

48% der Konsumenten sagen, dass die Fahrzeugmarke für sie in einem künftigen Szenario mit Mobilitätsdienstleistern und autonomen Fahrzeugen keine Rolle mehr spielen – hingegen Preis und Bequemlichkeit entscheidend sind.

Den Führungskräften in der Automobilindustrie ist bewusst, dass der Wert einer Fahrzeugmarke in Zukunft viel weniger Bedeutung haben wird als noch heute. Ebenso ist ihnen klar, dass in fast allen Szenarien rund um die Mobilität der Zukunft Plattformen eine Rolle spielen werden. Plattformen werden als Quelle für Produktinnovationen ebenso genannt wie als Basis für ein höheres Maß an personalisierten Services, die Kunden zukünftig von der Automobilindustrie und Mobilitätsdienstleistern beziehen werden. Und auch wenn es um die bessere Nutzung vorhandener Daten und Informationen geht, stehen Plattformen im Fokus.

50% der befragten Automotive-Führungskräfte sagen, dass sich ihre Unternehmen digital neu erfinden müssen, um weiterhin Erfolg zu haben – oder um überhaupt überleben zu können.

Nicht nur Fahrzeuge werden in Zukunft viel vernetzter sein als heute – die Automobilindustrie selbst wird sich in den nächsten Jahren zu weiten Teilen über Netzwerke definieren. Die Zusammenarbeit macht dabei etablierte OEM-Zulieferer-Modelle genauso vergessen wie sie in Zukunft regelmäßig die Grenzen zu „Nachbarindustrien“ wie Handel oder Versicherungen überschreiten wird. Daten und daraus gewonnene Erkenntnisse zu teilen, wird dabei ebenso selbstverständlich werden wie die Öffnung der eigenen Unternehmensprozesse für Externe.

Die befragten Führungskräfte erwarten, dass die Automobilindustrie bis 2030 rund 33 Mrd. US-Dollar investieren muss, um ihre Mitarbeiter weiterzubilden.

Dass all diese Veränderungen in der Automobilindustrie auch Auswirkungen auf die notwendigen Fähigkeiten der Mitarbeiter haben werden, steht außer Zweifel. Kritische Qualifikationen betreffen dabei sowohl neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Blockchain oder Quantum Computing als auch das Arbeiten selbst – zum Beispiel in agilen Teams, die aus Mitarbeitern mehrerer Unternehmen zusammengesetzt sein können. Und auch die „Halbwertszeit“ solch wichtiger Fähigkeiten wird sich massiv verkürzen und ein ständiges Neu-Lernen erfordern. Dieses mit Hilfe neuartiger Lernplattformen auf Basis von KI neu zu organisieren, stellt eine weitere große Herausforderung für die Automobilindustrie dar.

Zwei Umfragen – eine Studie – fünf Handlungsempfehlungen

Unsere aktuelle IBV-Studie, die erstmalig zwei globale Umfragen miteinander kombiniert (fast 12.000 Konsumenten auf der einen und 1.500 Führungskräfte aus der Industrie auf der anderen Seite), fasst die wesentlichen Erkenntnisse in fünf Handlungsempfehlungen zusammen:

  1. Kundenloyalität lebt von Personalisierung, Vertrauen und Datensicherheit
  2. Zusammenarbeit auf Basis von Plattformen lässt Schranken fallen und erhöht das Innovationstempo
  3. Agilität und Veränderungsbereitschaft führen zum Erfolg beim Kunden
  4. Daten werden zum Treibstoff für Innovationen
  5. Künstliche Intelligenz wird zum Schlüssel für kritische Fähigkeiten und die Weiterbildung der Beschäftigten

Viel Stoff also für die spannende Reise der Automobilindustrie in die Zukunft. Eine Zukunft, die IBM schon heute mit mehr als 20.000 Mitarbeitern maßgeblich mitgestaltet, die in Projekten bei allen großen Autoherstellern und -zulieferern weltweit tätig sind.

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