IBM Welt

Robuste KI-Entwicklung made in Bayern

Die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) nehmen immer mehr Form an. Eine Studie des IBM Institute of Business Value bestätigt, dass 82 Prozent der Unternehmen über die Einführung von KI nachdenken. Trotz des enormen Fortschritts ist die größte Herausforderung, KI weitreichend und nachhaltig in Geschäftsprozesse zu implementieren. 94 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, dass KI der Schlüssel zu einem wettbewerbsfähigen Unternehmen ist, allerdings haben 63 Prozent die dafür nötigen Kompetenzen nicht im eigenen Unternehmen.

Ein weiteres großes Hindernis für die Einführung von KI ist mangelndes Vertrauen. Unternehmen müssen verstehen, wie die KI-Systeme zu einer bestimmten Entscheidung gekommen sind – und damit erkennen, dass die Entscheidung fair ist und die KI nicht manipuliert wurde. Anwender müssen die Ergebnisse der KI für sich selbst überprüfen können, indem sie Komponenten und Ereignisse nachvollziehen können. Das heute eröffnete IBM Center for AI with fortiss, dem Forschungsinstitut des Freistaats Bayern für softwareintensive Systeme und Services, widmet sich genau dieser Kernfrage. In der gemeinsamen Einrichtung werden neue, KI-gestützte Softwarelösungen erforscht und entwickelt. Das Ziel: Mit nachvollziehbaren und erklärbaren Entscheidungen die Akzeptanz von KI-Lösungen erhöhen.

KI-Entwicklung

Während viele Unternehmen weltweit damit beginnen, KI zu integrieren, um das Geschäft zu transformieren, steckt die KI-Technologie in vielen Ländern noch in den Kinderschuhen – gerade in Deutschland. Das Potenzial für Gesellschaft und Wirtschaft aber ist unbestreitbar. Spätestens seit der jüngsten Verabschiedung der KI-Strategie der Bundesregierung ist die Relevanz von Künstlicher Intelligenz klar.

Die nationale KI-Strategie soll als lernende Strategie gesehen werden, die mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sowie der Politik kontinuierlich weiterentwickelt wird. Sie weist wichtige Grundlagen für die weitere Digitalisierung und Innovationkraft in Deutschland auf. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, dass der Einsatz von KI als zukunftsweisende Schlüsseltechnologie gemeinsamen Spielregeln bedarf. Das sieht auch die Bundesregierung so und hat deshalb im Juni 2018 die KI-Ethikkommission einberufen, bei der auch Andrea Martin von IBM mitwirkt. Eine der größten Herausforderungen: Künstliche Intelligenz gleicht momentan einer Blackbox, bei der sich niemand eindeutig erklären kann, wie die Entscheidungen zustande kommen.

Vorreiter bleiben

Je mehr sich die Technologie unserem Alltag nähert, desto größer wird der Bedarf an robusten, sicheren und verlässlichen KI-Systemen. Der Skepsis muss entgegengetreten werden, und zwar mit nachvollziehbaren Ergebnissen, die widerstandsfähig gegen fehlerhafte Eingaben oder Eingriffe sind. KI-Programme sind keine besseren Menschen, noch sollen sie uns in Zukunft ersetzen. Die menschliche Kontrolle eines KI-Systems muss daher zu jeder Zeit möglich sein. Soviel zum Rahmenplan; der regen theoretischen Diskussion rund um verlässliche und sichere KI-Technologie müssen nun Taten folgen.

IBM und fortiss leisten mit ihrem gemeinsamen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz mit Sitz im IBM Watson IoT Center in München bei dieser Entwicklung einen wichtigen Beitrag.

Lokalen Fußabdruck in Bayern stärken

Das Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz ist eine der bislang größten langfristigen Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Industrie in Europa. Die Zusammenarbeit mit fortiss begann bereits im April 2017 mit besonderem Fokus auf kognitiver Robotik und Fertigung. Mit dem Wind der bereits guten Zusammenarbeit im IBM Industry Lab im Rücken, wurde die Partnerschaft nun erweitert. Robuste KI-Technologien zu entwickeln ist die nächste große Aufgabe, die wir gemeinsam angehen möchten. Mit dem gemeinsamen KI-Zentrum fördern wir den gegenseitigen Erfahrungsaustausch, um zusammen sichere, verlässliche KI-Lösungen zu entwickeln und die gemeinsame Forschungsarbeit in dem Feld weiter auszubauen.

Innerhalb der Kooperation werden Innovationen realisiert, die den Alltag sowohl von Unternehmen als auch von Verbrauchern auf der ganzen Welt erleichtern. Die gemeinsamen Forschungsergebnisse richten sich an klein- und mittelständische Unternehmen, die maßgeblich für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland sein werden. Ein besonderer Fokus liegt auf KI-gestützten Assistenzsystemen zur transparenten Entscheidungsunterstützung, Prototypisierung einer neuen Generation digitalisierter Bürgerdienste und die verlässliche, sichere Steuerung autonom agierender Roboter, verteilter Produktionssysteme sowie kritischer Versorgungsinfrastrukturen wie etwa Energie und Wasser.

Klare Richtlinien und ethische Rahmenbedingungen

In der gemeinsamen Einrichtung werden mehr als 50 Wissenschaftler von IBM und fortiss arbeiten. Als globales Technologieunternehmen beteiligte sich IBM als einer der ersten an der KI-Entwicklung. Auch fortiss arbeitet mit zahlreichen externen Partnern zusammen, um die Herausforderungen nicht aus dem Elfenbeinturm heraus anzugehen. Denn die Nachvollziehbarkeit von KI wird letztlich darüber entscheiden, ob Unternehmen die Technologie für sich nutzen werden. Es muss nachvollziehbar sein, wie die KI trainiert wird, wie sie zu ihren Entscheidungen kommt sowie wann und wo sie eingesetzt wird. Dazu braucht es geschultes Fachpersonal.

Die Welt wird immer datengetriebener, bei täglich 2,5 Trillionen Bytes sind jedoch gerade einmal 20 Prozent der Daten verwertbar. Hier versteckt sich theoretisch noch massives Potenzial, praktisch müssen KI-Projekte weiter erforscht, entwickelt und vor allem angewandt werden, um die Masse an Daten wertschöpfend und wettbewerbsorientiert nutzen zu können. Das IBM Center for AI with fortiss arbeitet nun daran, das Potenzial von KI für Unternehmen zu erschließen. Denn nur wer sich offen gegenüber dem Fortschritt zeigt, kann sich auf Dauer behaupten!

Der Fernsehsender münchen.tv hat über die Eröffnung des Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz berichtet:

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