Moderne Arbeitswelten

Warum der CHRO im KI-Zeitalter wichtiger ist denn je

Die digitale Transformation vollzieht sich schneller als je zuvor. Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung wird Tätigkeiten neu definieren, die Mitarbeiterproduktivität verbessern und die Personalentwicklung beschleunigen. Tatsächlich sind Know-how und Kultur – nicht Technologie – die größten Hindernisse für Unternehmenswachstum im KI-Zeitalter. Das heißt, CEOs zählen auf ihren Chief Human Ressource Officer (CHRO), wenn es darum geht, kulturelle Veränderungen anzuleiten, Talentmanagement zu betreiben und Kosten zu senken. Es ist jetzt Zeit zu handeln: die Zukunft ist bereits Gegenwart.

Kapitel 1 – HR als Wachstumsmotor von Unternehmen

Die Welt verändert sich und der Arbeitsplatz – schon immer ein Mikrokosmos für umfassendere gesellschaftliche Veränderungen – wird revolutioniert. Wir stehen an der Schwelle eines neuen Zeitalters, was die Arbeit betrifft, unterstützt durch schnelle Fortschritte bei intelligenter Technologie und verstärkt durch kulturelle Verschiebungen, da „Digital Natives“ ins Arbeitsleben starten.

Dies ist ein Zeitalter, in dem unsere Erwartungen in Bezug auf das, was, wie, wo und wann erreicht werden kann, jeden Tag aufs Neue auf die Probe gestellt werden. Tätigkeitsbereiche werden komplett auf den Kopf gestellt. Nicht nur die Arten der angebotenen Stellen, sondern auch deren Anzahl und Nutzen unterliegen noch nie dagewesenen Veränderungen. Menschen waren für den Erfolg eines Unternehmens noch nie wichtiger – und dabei noch nie ängstlicher, was den Einfluss von Technologie auf ihre Tätigkeit angeht.

Die digitale Transformation ist nichts Neues. Die Geschwindigkeit der digitalen Transformation nimmt jedoch zu. Künstliche Intelligenz ist bereit, in Unternehmen die Hauptrolle zu übernehmen. Schon jetzt demonstrieren intelligente Maschinen ihr Potenzial, wenn es darum geht, die Mitarbeiterproduktivität zu verbessern, Kosten zu reduzieren und Unternehmen in einem schnelllebigen digitalen Wirtschaftsumfeld wettbewerbsfähig zu halten.

CHRO-Kapitel1

Das Erreichen von Kostensenkungen bei gleichzeitigen Umsatz- und Produktivitätssteigerungen ist für die meisten Führungskräfte heute das tägliche Brot. Die Gewinner in diesem neuen Zeitalter werden jedoch die sein, die Daten nutzen, um herauszufinden, wo Effizienzen erzielt, Kosten optimiert und Probleme vorausschauend gelöst werden können.

Dies ist kein künftiges Was-wäre-wenn-Szenario mehr. Es geschieht in diesem Augenblick.

Strategische, wachstumsorientierte Führungskraft

Da KI und Automatisierung Auswirkungen auf praktisch jede Tätigkeit haben werden, steht die Funktion von HR unter besonderer Beobachtung. Der CHRO spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Mitarbeiter und Prozesse zu unterstützen, die neue Technologie und Geschäftsmodelle nutzen. Er ist nicht länger nur Kopf einer Back-Office-Funktion, sondern muss zu einem wichtigen Vorstandsmitglied, das für die Förderung des Unternehmenserfolgs verantwortlich ist, sowie Hüter der Mitarbeitererfahrung werden.

Aufgrund der Transformation unserer Arbeitsplätze durch KI werden Talente zu einer wertvollen und knappen Ressource. Deshalb muss sich der CHRO genau wie der CFO – einst Kopf einer prozessorientierten Back-Office-Funktion – als strategische, wachstumsorientierte Führungskraft hervortun. Er muss die Mitarbeiter anziehen, binden und beteiligen, die für das Unternehmenswachstum wichtig sind; Personen mit den Kenntnissen, die für die optimale Nutzung von KI erforderlich sind. KI wird den Menschen nicht ersetzen, sondern braucht die passende Führungskompetenz, kreative Vision, strategische Denkweise und Empathie, um optimal genutzt zu werden.

In einem aktuellen Bericht von McKinsey war Folgendes zu lesen: „Es ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Neuerfindung von HR als durchsetzungsfähige Funktion zu beschleunigen, die die Triebfedern von Strategien kennt und Talente zu deren Unterstützung einsetzt – insbesondere als Ergebnis der Verfügbarkeit neuer technologischer Tools, die das Potenzial der Datenanalyse voll ausschöpfen.“

Veränderungen annehmen

McKinsey drängt CHROs dazu, ihre Funktion wie folgt neu zu erfinden:

  1. Überdenken der Position als Geschäftspartner, der für die Talente verantwortlich ist
  2. Integration von Personenanalyse in tägliche HR-Prozesse, um die Entscheidungsfindung zu verbessern
  3. Automatisierung grundlegender HR-Prozesse, damit das Team zu einem strategischen Berater von Abteilungsleitern wird
  4. Agile Konzentration von HR-Ressourcen, damit Grundlagen weiterhin nahtlos bereitgestellt werden

Aus eigenen Forschungen von IBM geht hervor, dass CHROs Änderungsmanagement und den Einsatz von Technologie angesichts der sich entwickelnden organisatorischen Anforderungen als wesentliche Herausforderungen betrachten. Es wird deutlich, dass der Großteil der CHROs grundlegende HR-Aufgaben gerne automatisieren und Teil der digitalen Transformation werden möchte. Es ist jedoch auch klar, dass CHROs es dem CFO gleichtun und zuverlässige Berater für den CEO werden müssen. Und hier gibt es zahlreiche Hindernisse: fehlendes Vertrauen oder Wissen in Bezug auf die Cloud und KI-Software hält viele zurück.

Mensch und Maschine

Es ist nicht überraschend, dass viele CHROs auf der Hut sind, wenn es um das Potenzial von KI geht, den Arbeitsplatz im Allgemeinen und die HR-Funktion im Speziellen grundlegend zu verändern. Ein personenbasiertes Umfeld wird bei der Nutzung von KI immer Bedenken in Bezug auf Datenschutz äußern. Viele befürchten zudem, dass Maschinen letztlich den Menschen ersetzen werden, wenn sie noch intelligenter werden. CHROs sind jedoch perfekt aufgestellt, um diese Diskussionen zu führen und zu beweisen, dass Daten und Analysen zwar viel dazu beitragen können, um ein Unternehmen zu stärken – jedoch nicht zu allem in der Lage sind. Wenn sie richtig verwendet werden, unterstützen sie lediglich die Entscheidungsfindung von Personen und ermöglichen es ihnen, sich auf das größere Ganze zu konzentrieren.

CHRO

Wie die Unsicherheiten auch immer aussehen mögen, eines ist klar: CHROs läuft die Zeit weg. KI verändert die Belegschaft bereits jetzt, nicht erst morgen. Wenn CHROs diese Veränderung nicht anleiten, werden Talente außerhalb der Funktion und sogar außerhalb des Unternehmens nach neuen Perspektiven suchen.

Ausblick

Dieser Beitrag ist nur Kapitel 1 einer Reihe von Blogbeiträgen. Im weiteren Verlauf werden wir uns konkrete Fälle ansehen, wie Daten und KI HR-Funktionen und -Prozesse grundlegend verändern, Fragen und Ängste von Unternehmensvorständen in Bezug auf die Verbreitung dieser Technologien ansprechen, die Entwicklung des CHRO von der Back-Office- in die Vorstandsebene abbilden und die entscheidende Rolle der Unternehmenskultur bei der Unterstützung von KI untersuchen.

Wir sehen uns im nächsten Kapitel, oder besuchen Sie unsere Website, um weitere Informationen zu erhalten.

Oder diskutieren Sie auf dem Digital Workplace Meetup #BerlinDWM selber mit:

Wann? Am 14. Juni ab 16 Uhr

Wo? Pop-up-Experience Think at IBM im BIKINI Berlin, am Ku’damm direkt neben der Gedächtniskirche.

Bitte melden Sie sich bei Interesse hier an, da wir ansonsten keinen Einlass garantieren können.

Weitere Infos zum HR MeetUp unter https://stefanpfeiffer.blog/2019/04/11/ticker-zu-ki-in-hr-der-kuenstlichen-vorurteile-kann-man-vorurteile-austreiben-was-aber-ist-mit-den-menschen-thinkatibm/.

CHRO-Think

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