Moderne Arbeitswelten

Strategie Künstliche Intelligenz – notwendiger Schritt für Digitalisierung und Innovation

Die Bundesregierung hat heute ihre Strategie Künstliche Intelligenz (KI) veröffentlicht. Vorgezogen um zweieinhalb Wochen – denn eigentlich wurde die Strategie erst für den Digital-Gipfel Anfang Dezember erwartet. Ein Zeichen der Dringlichkeit – hatte doch unser Nachbar Frankreich bereits im März dieses Jahres einen nationalen Plan zu Künstlicher Intelligenz vorgelegt. Wenig später gefolgt vom Vereinigten Königreich. Das nun vorgelegte Papier enthält umfangreiche Investition- und Forschungsvorhaben und ist Teil der Digitalstrategie der Bundesregierung, die die zahlreichen Digitalmaßnahmen der Koalition auflistet, Ziele und vor allem Umsetzungsschritte definiert. Dies ermöglicht eine konkrete Messung der Erfolge und ein politisches Nachsteuern im Bedarfsfall.

Die Strategie Künstliche Intelligenz ist eine wichtige Grundlage für Digitalisierung und Innovation in Deutschland. Die Bundesregierung will Deutschland als KI-Forschungsstandort stärken, begreift Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie und möchte in der rasanten technologischen Entwicklung gesellschaftliche Grundwerte und individuelle Grundrechte wahren. Dafür will die Bundesregierung KI als Markenzeichen für Deutschland etablieren und bis 2025 etwa 3 Milliarden Euro in die Hand nehmen.

Es ist ein bisschen später, aber immerhin ein Start, das Thema Künstliche Intelligenz auch auf politischer Ebene zu betrachten. Die vorgelegte Strategie Künstliche Intelligenz wird jetzt natürlich auch in der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des Bundestages diskutiert. Die Empfehlungen aus der Enquete-Kommission werden weitere unverzichtbare Bestandteile dafür sein, dass Deutschland nicht den Anschluss bei der Entwicklung und der Nutzung von KI verliert. Uns als Technologie-Unternehmen ist es besonders wichtig, dass nicht nur die politischen, sondern auch die ethischen Rahmenbedingungen angesprochen werden.

Das Ziel, eine verantwortungsvolle und gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI zu bewirken, teilen wir mit der Bundesregierung und verfolgen diesen Grundsatz auch als eigenes Unternehmensprinzip. Der Bürger muss im Zentrum stehen und die Entscheidungshoheit behalten. Nur so kann Vertrauen aufgebaut und eine Akzeptanz von KI in der breiten Gesellschaft erreicht werden. Strategie Künstliche IntelligenzFragen der Ethik verlangen also einen klaren Standpunkt beziehungsweise klare Richtlinien. Mit Grauzonen oder Handlungsspielräumen schaden wir dem Image und damit auch der Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz.

Insofern enthält die Strategie Künstliche Intelligenz hier wichtige Grundsätze, auch in Hinblick auf eine diskriminierungsfreie Anwendung von KI-Systemen.

Für unser eigenes Handeln bilden unsere bereits im Januar 2017 selbst aufgestellten IBM Vertrauens- und Transparenzprinzipien das Fundament. Künstliche Intelligenz kann aus unserer Sicht nur sinnvoll zum Einsatz gebracht werden, wenn der Mensch im Mittelpunkt bleibt. Schließlich geht es darum, die menschliche Intelligenz zu erweitern und den Menschen zu unterstützen – nicht darum, ihn zu ersetzen.

Es muss klar sein, wie eine Künstliche Intelligenz zu Empfehlungen kommt, und welche Daten mit welchen Methoden analysiert wurden. Wenn ein Unternehmen das nicht erklären kann, sollte ihm der Zugang zum Markt verwehrt bleiben.

Für uns ist selbstverständlich, dass die Daten unseren Kunden gehören und nicht weiterverwendet werden. Auch die daraus abgeleiteten Erkenntnisse werden anderen nicht zur Verfügung gestellt – auch nicht implizit. Das ist Grundbedingung für den KI-Einsatz und Vertrauen im Wirtschaftsleben.

Schließlich geht es auch um Aus- und Weiterbildung. Nutzer, ob im privaten oder im beruflichen Umfeld, sollten wissen, wie KI-Mechanismen funktionieren, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Auch hier setzt die Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung einen wichtigen Fokuspunkt. Das Engagement der Unternehmen wird anerkannt.

Jetzt ist es wichtig, wie es weitergeht und dass die Diskussion auch aktiv und öffentlich weitergeführt wird und die gesetzten Umsetzungsschritte eingehalten werden. Beim 8. Digitalen Gipfel 2014 sagte der Deutsche Telekom-CEO: „Die erste Halbzeit der Digitalisierung haben wir in Europa verloren.“ Seither waren wir gefühlt in der Halbzeitpause – die heutigen Zeichen aus Potsdam zeigen, dass spätestens jetzt die zweite Halbzeit starten muss.

IBM ist aktiv auf dem Spielfeld dabei – wir sind ein Technologie- und KI-Pionier. Wir leisten bahnbrechende Forschung zu KI in Europa – Teile davon sind in das Horizon 2020 Programm der EU eingeflossen. IBM ist seit über 100 Jahren in Deutschland präsent und ein starker Befürworter der KI-Vision unserer Bundesregierung. Deshalb investieren wir auch weiter in den Standort. Neben dem Investment von 200 Millionen US-$ in das Watson IoT Center in München und der Ankündigung eines Neubaus für das deutsche Entwicklungslabor planen wir auch in den nächsten drei Jahren 2.200 Einstellungen im deutschsprachigen Raum mit Schwerpunkt auf den neuen Technologien. Wir fühlen uns verantwortlich für die Zukunft Deutschlands und sind aktiv bei der Gestaltung dabei.

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