Zukunft Industrien

Hannover-Messe 2018: Top-Themen und Technologie-Trends

Während der zurückliegenden Hannover-Messe wurde ich vom Tech-Blogger Michael Hülskötter zu meinen persönlichen Top-Themen der Industriemesse befragt. Dabei haben sich vor allem drei herauskristallisiert.

Top-Thema Nummer 1: Die Blockchain-Technologie

Wenn wir bei IBM von der Blockchain-Technologie sprechen, meinen wir vor allem Projekte im Business-Umfeld. Dabei denke ich an Anwendungsbeispiele wie Walmart, wo Blockchain-Techniken dazu beitragen, die Lebensmittelsicherheit durch mehr Transparenz in der Lieferkette zu verbessern. Aber auch technische Lösungen wie SecureKey profitieren von der Blockchain-Technologie. Damit konnten kanadische Banken den Datenschutz massiv erhöhen.

Was diese und weitere Beispiele zeigen: Die Blockchain-Technik als solche funktioniert tadellos, da sich meist eine Cloud-basierte Datenbanktechnik dahinter verbirgt. Weitaus schwieriger wird es beim Thema Governance. Denn mit der Steuerung eines solchen Projekts entstehen oft schwerwiegende Fragen: Wer hat den Blockchain-Hut auf? Wer bestimmt die Teilnehmer eines Blockchain-Netzwerks? An diesen und weiteren Entscheidungen scheitert leider nach wie vor das eine oder andere Blockchain-Projekt.

Top-Thema Nummer 2: Digital Twins

„Digital Twin“ war das zweite vorherrschende Thema während der Hannover-Messe 2018. Es ist doch so naheliegend: Anstatt neue Erkenntnisse aus einem realen Gegenstand oder einer kompletten Anlagen wie dem Rotterdamer Hafen zu gewinnen, entsteht am Rechner Stück für Stück der digitale Zwilling. Damit lassen sich mit einem Bruchteil an Kosten und Aufwand ganz bestimmte Erkenntnisse gewinnen.

Dabei ist die Idee des „digitalen Zwillings“ gar nicht neu, so wurde bereits zur Jahrtausendwende an der Uni Michigan damit „herumgespielt“. Aber erst jetzt kommt dieser Ansatz zum Fliegen, da Rechner, Geräte und andere Hardware mithilfe von IoT-Techniken zunehmend vernetzt sind und KI-Systeme das „Denken“ übernehmen. Damit lassen sich Digital-Twin-Projekte in Fabriken und anderswo relativ einfach realisieren.

Apropos Rotterdamer Hafen: Der ein oder andere Besucher unseres Messestands wird sich vielleicht gefragt haben, was ein Projekt wie der Port of Rotterdam auf einem Fertigungsevent wie der Hannover-Messe zu suchen hatte. Nun, interessant an diesem Digital Twin ist vor allem die Komplexität dieser riesigen Anlage, die alleine im Jahr 2016 rund 29.000 Seeschiffe und 105.000 Binnenschiffe abgefertigt hat. Und anstatt den äußerst komplexen realen Hafen permanent überwachen und analysieren zu wollen, entstand am digitalen Reißbrett ein genaues Abbild der Hafenanlage, womit sich dank KI und der notwendigen Rechenpower Aspekte wie die kürzesten Routen innerhalb des Hafens ermitteln lassen, und das mit einem möglichst ökologischen Ansatz.

Auch der Digitial Twin des Hafen Rotterdams war Thema auf der Hannover Messe. Copyright: Hafen Rotterdam

Top-Thema Nummer 3: Künstliche Intelligenz

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist uns bei IBM spätestens seit dem Gewinn von Jeopardy mit einem Vorläufer des heutigen IBM Watson Cloud-Service ans Herz gewachsen. Egal, wo man heute im großen IBM-Universum hinschaut, ohne KI geht fast nichts mehr. Ob das Disziplinen wie Machine und Deep Learning mit ihren großartigen Möglichkeiten sind oder unsere „KI-Marke“ IBM Watson AI: Mit der Künstlichen Intelligenz wollen wir unseren Kunden und Anwendern helfen, Prozesse zu vereinfachen und zu verbessern, ganz gleich, an welcher Stelle das geschehen soll.

Das wurde auch sehr gut auf der Hannover-Messe an unserem Stand sichtbar. Hier drehte es sich vor allem um das Thema Predictive Maintenance und wie Unternehmen damit bessere Produkte bauen und ihren Wartungsaufwand reduzieren können. Exemplarisch sei hier der Use Case KONE zu nennen, bei dem der Aufzug- und Rolltreppenhersteller mithilfe von Watson AI seine Außendienstmitarbeiter in die Lage versetzt, die notwendigen Wartungsarbeiten noch besser steuern und planen zu können. Dafür stehen die erforderlichen Informationen und Daten mithilfe von Watson AI bereits im Vorhinein zur Verfügung, mit denen sich Ausfälle von KONE-Anlagen präventiv vorhersagen lassen.

Diese Themen stehen auch auf der CEBIT 2018 in den IBM Pavillions 34 und 35 im Mittelpunkt. Unter dem Motto “Let`s put smart to work” können Besucher erleben, mit welchen Technologien und Skills unsere Wirtschaft, Umwelt und unser Leben besser gemachen werden kann. Das umfasst KI, Blockchain, Data, Cloud, das Internet der Dinge sowie Security und IBM Services.  

 

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