Moderne Arbeitswelten

Diversität und Künstliche Intelligenz: Wie KI Frauen auf ihrem Karriereweg unterstützt

Der Schuss ging nach hinten los: Als das Bundesinnenministerium stolz die neue Führungsmannschaft verkündete, fiel es vielen Social-Media-Usern sofort auf: Die sehen alle ziemlich ähnlich aus. Und zwar alle ziemlich männlich. Auf dem Foto war keine einzige Frau zu sehen. Warum aber sind in der oberen Führungsetage nicht mehr Frauen zu sehen? Die „gläserne Decke“ auf dem Weg nach oben sollte eigentlich ein Relikt von gestern sein.

Laut Managerinnen Barometer 2018 zeigt die Geschlechterquote für Aufsichtsräte in Deutschland inzwischen Erfolge: In den Kontrollgremien der gut 100 Unternehmen, die an die Quote gebunden sind, ist der Frauenanteil 2017 auf durchschnittlich gut 30 Prozent gestiegen. Dennoch gibt es anderswo noch Verbesserungsbedarf: Die Anzahl weiblicher Vorstände in den 200 deutschen umsatzstärksten Unternehmen stagnierte 2017 weiterhin bei mageren acht Prozent. Der Branchenverband Bitkom  sieht  den Anteil von Frauen in IT-Berufen in Deutschland gerade mal bei 15 Prozent. Und der zu niedrige Frauenanteil ist noch nicht alles:  #EqualPayDay, #Metoo – Frauen müssen in der Geschäftswelt oft an vielen Fronten kämpfen.

Also: Es ist Zeit für einen grundlegenden Wandel! Von digitaler Transformation wird heute viel gesprochen – was auch wichtig und richtig ist. Warum aber nicht dieses Thema verstärkt mit dem zweiten notwendigen Wandel verknüpfen: mehr Frauen-Power und Diversität gerade in den technischen Berufen?

Um diesen Wandel voranzutreiben, ist die Personalabteilung gefragt. Kognitive Technologien und Künstliche Intelligenz können die Personal-Profis ganz konkret dabei unterstützen, einen neuen Blick zu gewinnen: Einsatzfelder sind etwa Recruitment-Lösungen, die basierend auf Datenanalyse und kognitiven Technologien die besten Kandidatinnen oder Kandidaten für einen Job vorschlagen, und sich dabei nicht von persönlichen Präferenzen leiten lassen, die jeder Mensch nun mal hat. Ein anderes Beispiel sind Chatbots als digitale Recruitment-Assistenten, die den Bewerbungsprozess für beide Seiten effizienter und treffsicherer gestalten. Im Bereich Personalentwicklung ermöglichen kognitive Technologien individuelle Weiterbildung und maßgeschneidertes Karriere-Coaching für Mitarbeitende. Frauen sollten diese Chancen nutzen, um sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig mit den aktuellen Technologien vertraut zu werden, die die Arbeitswelt der Zukunft maßgeblich beeinflussen werden.

Gerade in der IT-Branche mit dem geringen Frauenanteil ist es wichtig, dass Unternehmen Programme zur Förderung der Diversität anbieten

Diversität und Frauen-Power in der IT-Branche

Bei IBM sind Talentförderung und Diversität Ziele, die fest in der Unternehmensstrategie verankert sind. Nach dem Prinzip „Best person for the job“ soll der Kandidat, der die besten Kenntnisse und Fähigkeiten für einen Job mitbringt, diesen auch bekommen. Oder eben die Kandidatin. Deshalb spielt explizit die Förderung von Frauen eine besondere Rolle. Für diese hohe Priorität von Diversität und Inklusion am Arbeitsplatz wurde IBM 2018 als einziges Technologie-Unternehmen mit dem bekannten Catalyst Award für Leadership ausgezeichnet – und das bereits zum vierten Mal. Welche Maßnahmen und Programme können Unternehmen generell ergreifen, um mehr talentierten Frauen den Weg in die Führungsetagen zu ebnen?

Mehr Arbeitsflexibilität: Frauen, aber natürlich auch Männer, benötigen noch mehr Möglichkeiten, um Familie und Beruf vereinbar zu machen. Dazu gehören etwa Angebote, sowohl Arbeitszeit als auch -ort flexibel zu gestalten – auch und gerade in Spitzenpositionen. Des Weiteren müssen Jobsharing-Modelle und Führungspositionen in Teilzeit in Deutschland noch viel umfassender möglich werden. IBM bietet unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und persönliche Zeitsouveränität, die Mitarbeitenden viel Spielraum bei der Gestaltung der wöchentlichen Arbeitszeit ermöglichen.

Wandel in der Führungskultur: Um solche flexiblen Modelle bis in die höchste Ebene zu ermöglichen, ist ein umfassender Wandel der Führungskultur notwendig. Um offenen Dialog und Lösungsansätze ging es in der Workshop-Reihe „Führen im Wandel“ im Rahmen der „Initiative Chefsache“, veranstaltet von den Mitgliedern IBM, Bosch und dem Bundesverteidigungsministerium. Frauen in der IT-Branche sollten darüber hinaus konkret bei ihrem Weg in Führungspositionen begleitet werden. Ein Beispiel hierfür ist ein globales IBM Programm mit Executive Sponsorship, Coaching und individuellen Karrieremöglichkeiten.

Talente und Frauen-Power erkennen: Nur wenige Ausnahmetalente sind von heute auf morgen geborene Führungspersönlichkeiten. Alle anderen Begabten müssen möglichst früh erkannt werden – die gilt natürlich sowohl für Männer als auch für Frauen. Allerdings klettern talentierte Frauen immer noch langsamer die Karriereleiter nach oben als Männer, und erfahren laut Catalyst weiterhin Unterschiede im Gehalt. Ein entscheidender Baustein für weibliche Karriereleitern ist ein Mentoring-Programm, beispielsweise durch ein internes Frauen-Netzwerk, in dem erfahrene Kolleginnen aufstrebenden Talenten Unterstützung und Rat bieten. IBM unterstützt mit dem Programm „Elevate“ Frauen in mittleren Führungspositionen bei der Entwicklung von Management-Skills. Die Erkennung von weiblichem Potenzial sollte jedoch schon ganz früh ansetzen. Auch vielversprechende Girls‘ Power muss gefördert werden! Beispielsweise, indem Mädchen früh für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistert werden. Zu diesem Zweck beteiligt sich IBM Deutschland bereits seit 2002 jedes Jahr an über zehn Standorten am Girls‘ Day.

Lebenslanges Lernen und individuelle Karrieremöglichkeiten mit KI

In den Zeiten von digitaler Transformation wird lebenslanges Lernen und individuelle Weiterbildung noch wichtiger als bisher. Für Frauen, die familienbedingt eine Auszeit vom Job genommen haben, ist dies besonders wichtig. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz schafft auch in der Fortbildung ganz neue Möglichkeiten: KI-Systeme machen den Mitarbeitenden personalisierte Vorschläge, basierend, auf dem persönlichen Profil, den Karrierezielen und auf geeigneten Informationen aus internen und externen Quellen. Auch beim Hochklettern auf der Karriere-Leiter kann die KI unterstützen: KI-basierte Karriereassistenten wie der „IBM Watson Career Coach“ coachen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter individuell und weisen etwa auf persönliche Vernetzungsmöglichkeiten hin.

Damit Technologie wirklich zukunftsweisend sein kann, darf sie niemanden ausschließen. Ginni Rometty, CEO von IBM, hat sich dementsprechend geäußert: „Damit Technologie wirklich ethisch und unvoreingenommen ist, müssen alle die gleichen Chancen haben, sich an ihrer Entwicklung zu beteiligen.“ Diesen Ratschlag sollte besonders die IT-Branche beherzigen, die schließlich für zukunftsweisende Technologie verantwortlich ist. Und die Frauen in der IT-Branche: Wir werden die Zukunft bekommen, die wir gestalten. Also dürfen wir das nicht nur den Männern überlassen!

Möchten Sie mehr zum Einsatz von kognitiven Systemen im HR-Bereich und zu den IBM Programmen zur Förderung der Diversität erfahren? Dann besuchen Sie IBM auf der Zukunft Personal Süd und lassen sich von Expertinnen und Experten weitere Details und Anwendungs-Cases erläutern, in Stuttgart am 24. und  25. April 2018. Nicole Reimer, Vice President Finance DACH bei IBM, wird dort einen Vortrag zu „Best-Practice zur Mitarbeiterbeteiligung“ halten.

 

Add Comment
No Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.Required fields are marked *

More Moderne Arbeitswelten Stories

Ohne Hilfe geht es gar nicht mehr: Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz

Schon vor mehr als 20 Jahren galt die Aussage, dass 80 % der Informationen im Geschäftskontext unstrukturiert und nur 20 % strukturiert sind. Seitdem hat sich kaum etwas geändert. Nur ist neben Papierdokumenten, gescannten Images und Office-Dateien noch eine kleine Menge weiterer Information hinzugekommen. Im Ernst: Haben wir damals schon davon gesprochen, dass wir die […]

Arbeitswelten von morgen

Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran und New Work ist in aller Munde. Das verändert die Arbeitswelt nachhaltig und ist inzwischen mehr als nur ein Trend. Was bis vor ein paar Jahren noch als Nischenthema für Start-ups und Feelancer gehandelt wurde ist für Unternehmen heute die Messlatte bei der Gestaltung von Arbeitsmodellen und Arbeitsumgebungen. […]

Mehr Lifestyle bei der Arbeit – von glücklichen Mitarbeitern und ihren Lieblingsgeräten

Mehr und mehr zieht der digitale Lebensstil in die Unternehmen ein. Eine Ursache dafür liegt in der zunehmenden Vertrautheit der Mitarbeiter mit moderner, heute auch im Consumer Markt verfügbarer Informations-Technologie: Smartphones, Tablets, mobile Apps und leicht zugängliche Cloud-Dienste haben das Nutzungsverhalten im privaten Bereich stark verändert. Jetzt wollen die Menschen in ihrer Rolle als Arbeitnehmer […]