IBM Welt

Diversität und Künstliche Intelligenz: Wie Technologie HR unterstützt, den Mensch in den Fokus zu rücken

Von Uta Menges, Diversity & Inclusion Leader IBM BeNeLux,  IBM CHQ Human Resources DACH und Vorsitzende des Bitkom-Fachausschusses „Frauen in der ITK“

Die digitale Transformation macht vor der Personalabteilung nicht halt. Ganz im Gegenteil: Human Resources muss in den Zeiten des Umbruchs und Wandels nicht nur selbst als positives Beispiel voran gehen, sondern vor allem auch die Mitarbeiter bei diesem Wandel unterstützen. Dabei sind zwei Aspekte in dieser Transformation für HR entscheidend: Technologie und – ganz klassisch – der Mensch.

Die Analyse großer Datenmengen und das Gewinnen von Erkenntnissen daraus wird immer wichtiger für HR-Experten. Künstliche Intelligenz und kognitive Technologien können hier den menschlichen Experten unterstützen. Einsatzfelder sind etwa Chatbots als digitale Recruitment-Assistenten, die den Bewerbungsprozess für beide Seiten effizienter und treffsicherer gestalten. Im Bereich Personalentwicklung ermöglichen kognitive Technologien individuelle Weiterbildung und maßgeschneidertes Karriere-Coaching für Mitarbeiter.

An diesen Beispielen lässt sich bereits gut erkennen, dass KI im Personalwesen dazu eingesetzt werden kann, um zukünftige und bestehende Mitarbeiter zu fördern. Nicht umsonst heißt der Fachbereich Human Resources. Auch wenn moderne Technologie in vielen Bereichen bei der Mitarbeiterförderung unterstützen kann, erfordern manche Bereiche einen noch umfassenderen Ansatz – Stichwort Diversität.

Die Förderung einer diversen Belegschaft ist für Unternehmen unumgänglich – nicht nur für die Mitarbeiterzufriedenheit im Zeitalter des „War on Talents“, sondern vor allem auch, um das volle Potential von ganz unterschiedlichen Menschen nutzen zu können. Neben anderer Gruppen – etwa die LGBT Community – gehören leider auch immer noch Frauen zu einer unterrepräsentierten Minderheit in Führungspositionen und generell in einzelnen Branchen – zum Beispiel in der IT.

Diversität und Frauen-Power in der IT-Branche

#EqualPayday, #Metoo – Frauen müssen in der Geschäftswelt oft an vielen Fronten kämpfen. Und obwohl die „gläserne Decke“ auf dem Weg in Führungspositionen doch eigentlich längst von gestern sein sollte, haben erfolgreiche Frauen auf dem Weg nach oben noch immer mit Hindernissen zu kämpfen. Auch wenn laut Managerinnen Barometer 2018 die Geschlechterquote für Aufsichtsräte in Deutschland inzwischen Erfolg zeigt, und in  Kontrollgremien der gut 100 Unternehmen, die an die Quote gebunden sind, der Frauenanteil 2017 auf durchschnittlich gut 30 Prozent gestiegen ist, gibt es anderswo noch Verbesserungsbedarf: Die Anzahl weiblicher Vorstände in den 200 deutschen umsatzstärksten Unternehmen stagnierte 2017 weiterhin bei mageren acht Prozent. Für Vorstandsgremien gibt es in Deutschland bislang keine Quote. Der Branchenverband Bitkom schätzt den Anteil von Frauen in IT-Berufen in Deutschland auf gerade mal 15 Prozent.

Ein Kulturwandel gerade in der IT Branche ist also notwendig, um technikbegeisterte Frauen auf ihrem Karriereweg zu unterstützen. Und es braucht darüber hinaus konkrete Programme und Fördermöglichkeiten, um Mädchen und Frauen zu dieser Begeisterung hinzuführen. Bei IBM sind Talentförderung und Diversität Werte, die fest in der Unternehmensstrategie verankert sind. Nach dem Prinzip „Best person for the job“ soll der Kandidat, der die besten Kenntnisse und Fähigkeiten für einen Job mitbringt, diesen auch bekommen. Und dabei spielt explizit die Förderung von Frauen eine besondere Rolle. Welche Maßnahmen und Programme können Unternehmen generell ergreifen, um talentierte Frauen in Männer-Branchen zu fördern?

Mehr Arbeitsflexibilität: Frauen benötigen – auch und gerade in Spitzenpositionen – noch mehr Möglichkeiten, um Familie und Beruf vereinbar zu machen. Dazu gehören etwa Angebote, sowohl Arbeitszeit als auch -Ort flexibel zu gestalten. Des weiteren müssen Jobsharing-Modelle und Führungspositionen in Teilzeit in Deutschland noch viel umfassender möglich werden. IBM bietet etwa unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und persönliche Zeitsouveränität, die Mitarbeitenden viel Spielraum bei der Gestaltung der wöchentlichen Arbeitszeit ermöglicht.

Wandel in der Führungskultur: Um solche flexiblen Modelle bis in die höchste Ebene zu ermöglichen, ist ein umfassender Wandel der Führungskultur notwendig. Um offenen Dialog und Lösungsansätze geht es in der Workshop-Reihe „Führen im Wandel“ im Rahmen der „Inititative Chefsache“, veranstaltet von langjährigen Partner IBM, von Bosch und dem Bundesverteidigungsministerium.

Unternehmen, die ebenfalls Frauen fördern wollen, sollten ebenfalls solche Workshop intern oder mit externen Partnern veranstalten, darüber hinaus auch konkrete Programme zur Förderung ins Leben rufen. Ein Beispiel hierfür ist ein globales IBM Programm, das Frauen in der IT-Branche bei ihrem Weg in Führungspositionen unterstützt. Bestandteile dieses Programms sind Executive Sponsorship, Coaching and individuelle Karrieremöglichkeiten.

Talente und Frauen-Power erkennen: Nur wenige Ausnahmetalente sind von heute auf morgen geborene Führungspersönlichkeiten. Alle anderen Begabten müssen möglichst früh erkannt und gefördert werden – die gilt natürlich sowohl für Männer als auch Frauen. Allerdings klettern talentierte Frauen immer noch langsamer die Karriereleiter nach oben als Männer, und erfahren laut Catalyst weiterhin Unterschiede im Gehalt. Deshalb sollte die HR-Abteilung Frauen, die Talent für Führungspositionen mitbringen, früh genug erkennen und fördern, um sie fit für die Spitze zu machen.

Ein entscheidender Baustein für weibliche Karriereleitern ist ein Mentoring-Programm, beispielsweise ein internes Frauen-Netzwerk, in dem erfahrene Kolleginnen aufstrebenden Talenten Unterstützung und Rat bieten. IBM unterstützt mit dem Programm „Elevate“ Frauen in mittleren Führungspositionen bei der Entwicklung von Management-Skills.

Ausbaufähig: Die Bitcom schätzt den Anteil von Frauen in IT-Berufen in Deutschland auf gerade mal 15 Prozent.

Die Erkennung von weiblichen Potenzial sollte jedoch schon ganz früh ansetzen. Auch vielversprechende Girls‘ Power muss gefördert werden! Beispielsweise, indem Mädchen früh für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistert werden. Zu diesem Zweck beteiligt sich IBM Deutschland bereits seit 2002 an über zehn Standorten am Girls‘ Day.

Lebenslanges Lernen und individuelle Karrieremöglichkeiten mit KI

In den Zeiten von digitaler Transformation und digitalem Wandel wird lebenslanges Lernen und individuelle Weiterbildung noch wichtiger als bisher. Dies betrifft natürlich alle Arbeitnehmer gleichermaßen. Allerdings ist es für Frauen, die familienbedingt eine Auszeit vom Job genommen haben, besonders wichtig, sich wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Dies gilt umso mehr für Branchen, in denen der permanente Wandel sowieso schon immer Programm war – wie etwa der IT.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz schafft in diesen Bereichen ganz neue und effiziente Möglichkeiten: KI-Systeme machen dem Mitarbeiter passende Vorschläge, basierend, auf dem persönlichen Profil des Mitarbeiters und auf geeigneten Informationen aus internen und externen Quellen.

Auf Künstliche Intelligenz basierende, modulare Lern- und Weiterbildungsangebote sind dabei so gestaltet, dass sie es den Lernenden so einfach wie möglich machen: personalisiert, flexibel und vielseitig. IBM bietet dieses individuelle Lernen mit der Plattform YourLearning, die sowohl bei IBM selbst als auch bei Kunden eingesetzt wird. Sie empfiehlt jedem Mitarbeiter Inhalte, die einerseits auf der Position und bereits vorhandenen Skills-Set aufbauen, andererseits auch persönliche Lernvorlieben beachten. Auch beim Karriere Coaching unterstützen kognitive Systeme wie der „IBM Watson Career Coach“ die Mitarbeiter: KI-basierte Karriereassistenten coachen die Mitarbeiter individuell und weisen auf Weiterbildungsprogramme und persönliche Vernetzungsmöglichkeiten hin.

Dieses Beispiel zeigen, wie moderne Technologie und KI in der HR jeden einzelne Mitarbeiterin und Mitarbeiter dabei unterstützen kann, sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Möchten Sie mehr zum Einsatz von kognitiven Systemen im HR-Bereich und zu den IBM Programmen zur Förderung der Diversität erfahren? Dann besuchen Sie IBM auf der Zukunft Personal Süd und lassen sich von Experten weitere Details und Anwendungs-Cases erläutern, in Stuttgart am 24. und  25. April 2018. Nicole Reimer, Geschäftsführerin IBM Deutschland, wird dort einen Vortrag  zu „Best-Practice zur Mitarbeiterbeteiligung“ halten.

 

 

Add Comment
No Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.Required fields are marked *

More IBM Welt Stories

New Collar Jobs – Berufswelt völlig neu gedacht

Organisationen rund um den Globus beschäftigen sich aktuell mit den disruptiven Veränderungen in Wirtschaft und Technologie, die massive Auswirkungen auf unsere Ökonomie haben. Neue Dynamiken formen den globalen Arbeitsmarkt – und das macht vor unseren nationalen Volkswirtschaften nicht halt. Schon beinahe altbekannte Probleme wie der Fachkräftemangel treffen auf neue Schreckensmeldungen, nach denen fast jeder zweite […]

CEBIT 2018 – wir schauen gemeinsam in die Zukunft!

Unter dem Messemotto „Let`s put smart to work“ zeigt IBM auf der neuen CEBIT 2018, mit welchen Technologien – und mit welchen Skills – wir alle gemeinsam unsere Wirtschaft, Umwelt und unser Leben insgesamt besser machen können. Dazu zählen neben Künstlicher Intelligenz (KI) auch Technologien zur Datenanalyse, Cloudanwendungen, Sicherheit in allen Bereichen, Blockchain sowie Internet […]

Reden wir mal über Sie. Wie exponentieller Datenzuwachs und kognitive Systeme exponentielle Möglichkeiten für verschiedene Branchen bringen

„Reden wir mal über sie. Darüber, was Sie vorhaben. Mit Ihrer Karriere. Mit Ihrem Unternehmen. Und dann reden wir darüber, welche Rolle Technologie dabei spielt. Ist sie wie ein Raketenrucksack, der Sie auf wunderbare Weise weiter bringt? Oder doch eher ein Klotz am Bein? Ganz konkret: Können Sie mit Hilfe von Cloud, Big Data und […]