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Ausfall der IT-Systeme und Disaster Recovery – wie gut sind Sie auf den Ernstfall vorbereitet ?

Seit jeher gibt es in der Wirtschaft das Bestreben, mit weniger mehr zu erreichen. Dieser Trend macht auch vor der IT nicht Halt und fordert produktivere Nutzungsmodelle. Mit dem Aufkommen der Cloud-Systeme erwarten Nutzer einen Rundum-Service und möchten nur für das bezahlen, was sie verbrauchen – ähnlich dem Wasser- oder Stromverbrauch von Versorgungseinrichtungen. Da IT-Systeme mittlerweile in fast allen Lebensbereichen angekommen sind, stellt sich die berechtigte Frage: Waspassiert eigentlich, wenn die Systeme ausfallen? Wie beugen Unternehmen dem vor und was bedeutet ein Ausfall für die Geschäftstätigkeit? Man stelle sich nur das Versagen des E-Commerce-Systems eines Online-Händlers vor, den Zusammenbruch der Logistiksysteme eines Zustellunternehmens oder wenn ein Krankenhaus keinen Zugriff mehr auf seine elektronischen Patientenakten hat. Die Folgen eines IT-Ausfalls von nur wenigen Minuten können Unternehmen nicht nur Tausende von Euros kosten, sondern noch wesentlich schlimmere Folgen haben – ganz zu schweigen vom Imageschaden.

Unternehmen von heute können es sich nicht leisten, Daten zu verlieren. Was auch immer die Ursache für einen Systemausfall sein mag – Naturkatastrophen, menschliches Versagen oder Cyberangriffe – Datenverluste sind kostspielig und für das Weiterbestehen eines Unternehmens äußerst kritisch. Ein ausgefeilter Business-Continuity-Plan und die regelmäßige Überprüfung, ob dieser greift, ist also Pflicht. Er stellt Betrieb, Datensicherung und Produktivität der IT-Systeme sicher und sollte zentraler Bestandteil der Digital-Strategie im Unternehmen sein.  Die Frage ist also nicht, ob eine Katastrophe passiert, sondern vielmehr wann und ob das Unternehmen darauf vorbereitet sind.

Cyberattacken auf dem Vormarsch

Moderne Kämpfe werden nicht mehr auf dem Feld ausgetragen, sondern im Cyber-Raum mit Phishing und dem Anstieg von Ransomware-Angriffen. Diese lassen Fluggesellschaften, Banken oder Energiezentralen und ihre IT-Systeme hilflos zurück. Unabhängig davon, wie sicher Unternehmen sich fühlen – es gibt immer eine Sicherheitslücke.

Zuverlässigkeit des Cloud Providers und der Anwendungen

Während sich Cloud Provider in Sicherheitsfragen stark weiterentwickelt haben, sollten sich Unternehmen kritisch mit der Frage auseinandersetzten, wie sicher sind meine Cloud Provider? Die meisten Anbieter haben ihre Sicherheitslücken erkannt, geschlossen und die Fragen zum Thema Sicherheit weitgehend beantwortet. Während Infrastructure as a Service (IaaS) die geforderte Infrastruktur liefert, liegt es nun am Cloud-Nutzer, seine kritischen Anwendungen sicherzustellen, sollte der Ernstfall eintreten.

Datensicherung wichtig, aber nicht ausreichend

Durch die Datensicherung in einem beliebigen Format, in der Cloud oder auf einem Datenträger werden Daten nur zu einem bestimmten Zeitpunkt gespeichert. Folgende zusätzliche Fragen sind zu stellen: Wann wurde das letzte Mal einen Disaster Recovery-Test durchgeführt? Wie verlief der Test? Wie hoch war der Mitteleinsatz an Zeit und Geld? Wie lange hat es gedauert, um die eigentliche Anwendung bestehend aus oft vielen vernetzten Systemen, wiederherzustellen und nicht nur einen einzelnen Server?
IDC-Untersuchungen zeigen, dass mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten bis zu zehn Stunden ungeplante Ausfallzeiten hatten. Rund 27 Prozent dieser Unternehmen schätzen laut dem Bericht „Disaster Recovery für virtualisierte Umgebungen“ von  IDC Technology Spotlight ihre Ausfallkosten auf 10.000 bis 99.000 US-Dollar pro Stunde.

Cloud Disaster Recovery als Wettbewerbsvorteil

Die Flexibilität und Leistungsfähigkeit einer cloudbasierten Infrastruktur bietet einen klaren Wettbewerbsvorteil und ermöglicht es Unternehmen, schnell auf sich ändernde Markt- und Geschäftsanforderungen zu reagieren. Herkömmliche Business-Continuity-Lösungen für virtualisierte unternehmenskritische Anwendungen schränken diese Flexibilität deutlich ein. Die Vorteile von Cloud und Virtualisierung (häufig umgesetzt auf Basis von VMware), wie geringe Kosten und einfache Verwaltung, gehen verloren, wenn Unternehmen versuchen, eine virtualisierte Produktionsumgebung mit einer physischen Schutzlösung in Einklang zu bringen. Es braucht eine spezielle Lösung für den Einsatz in virtualisierten Umgebungen in der Cloud, die folgendes berücksichtigt: Konsistenz im gesamten Unternehmen durch Unterstützung verschiedener Standorte und Mandantenfähigkeit sowie die Beseitigung von Schwachstellen, während sich gleichzeitig die Kosten durch eine gemeinsame Infrastruktur reduzieren. Eine nahtlose Skalierbarkeit bietet konsistenten Schutz, auch wenn die Umgebung wächst. Es besteht ein flexibler Schutz – auch bei einem Wechsel von Private zur Public Cloud – und ggf. auch wieder zurück (z.B. verfügbar mit VMware in der IBM Cloud).

Eine kontinuierlich verfügbare Technik ist für Unternehmen also nicht nur „Best Practice“, sondern ein absolutes Muss. Ausfallzeiten mit nicht verfügbaren Daten und Anwendungen – und sei es auch nur für wenige Minuten – können den Ruf eines Unternehmens nachhaltig schädigen.
Für diese Herausforderungen bietet die IBM Cloud mit Hilfe der Software von Zerto, einem IBM Partner, die Lösung. Zerto Virtual Replication bietet Disaster Recovery für virtualisierte Umgebungen, die einfach in die eigene IT-Umgebung zu implementieren ist, das Risiko minimiert, den Schutz deutlich erhöht und die Kosten reduziert, ohne die Produktionsperformance zu beeinträchtigen. Darüber hinaus erhält man mit dem Einsatz von Zerto die Plattform für IT-Resilienz: bidirektionale Migrationen zwischen Rechenzentren und Cloud Infrastrukturen, belastbare dokumentierte DR-Tests für Audits innerhalb der Woche, Wechsel von Hypervisoren und ähnliche Anforderungen lassen sich nun schnell, einfach und kostensparend realisieren.

Auf dem IBM THINK Blog finden Sie weitere Aspekte zu Cloud , etwa dazu, wie privat die Cloud sein muss.

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