Moderne Arbeitswelten

Digitaler Fußabdruck und Social Recruitment

Egal ob bei Bewerbungen, Recherchen, Geschäftbeziehungen oder die Suche nach alten Bekannten – jeder von uns nutzt das Internet tagtäglich und kann sich ein Leben ohne die digitale Vernetzung kaum noch vorstellen. Es ist so leicht wie nie, sich schnell und einfach Informationen einzuholen und sich über diverse Themen zu informieren. Im Durchschnitt verbringt jeder von uns ca. zwei Stunden online, was schon wieder 20 Minuten länger als im Vorjahr ist. Bei den unter 30-Jährigen ist es sogar doppelt so lange, sie verbringen im Schnitt täglich vier Stunden im Netz. Dabei fällt der größte Teil der Internetnutzung auf Medien und Kommunikation.

Besonders Facebook und WhatsApp zählen dabei zu den beliebtesten und meistbenutzten Diensten in Deutschland. Gut jeder Fünfte ist täglich auf Facebook unterwegs und fast die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung nutzt jeden Tag WhatsApp. Doch mit jedem einzelnen Klick im Internet hinterlassen wir Spuren. Und die Menge dieser digitalen Fussabdrücke ist vielen von uns gar nicht bewusst.

Berufliches Netzwerken auf Social-Media-Plattformen

Durch eine genaue Analyse des einzelnen Nutzerverhalten mithilfe von weltweiten Werbenetzwerken und die immer größere Verknüpfung unterschiedlicher Daten, lässt sich ein personalisiertes Datenkonstrukt in Kürze erstellen – ein digitaler Fußabdruck, der im Grunde wie ein Fingerabdruck ist: individuell, einmalig und aufschlussreich. Wie viele Informationen sich bei einem einfachen „Ego-Googlen“ finden lassen, ist wirklich überraschend. Rund 84% der 18-29 Jährigen haben dies schon einmal getan und sich selbst gegoogelt – nicht aus Eitelkeit, sondern vielmehr aus dem Wissen der eigenen Transparenz und damit auch der eigenen Verletzlichkeit im Netz. Deshalb ist es besonders wichtig, sich bewusst zu sein, dass so gut wie alle Daten, die man im Internet veröffentlicht auch gespeichert werden – selbst nachdem sie von einer Plattform wieder gelöscht werden, bleiben diese Daten teilweise im Netz bestehen. Wichtig dabei ist, sich genau zu überlegen, welche Informationen man über sich im World Wide Web preisgibt – denn eines ist klar, der digitale Fußabdruck wird immer wichtiger.

Facebook und Co sind heute auch für den Recruiting-Prozess entscheidende Plattformen

Besonders fürs berufliche Netzwerken spielt der digitale Fußabdruck eine entscheidende Rolle. Social Media Plattformen wie Xing, LinkedIn oder Facebook werden gerne genutzt, wenn es darum geht, sich mit Anderen über berufliche Dinge auszutauschen oder wenn man auf der Suche nach neuen Jobs ist. Dabei kann vor allem ein detailliertes Social-Media-Profil von großem Nutzen sein, neue Kontakte zu knüpfen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass geteilte Inhalte mit Bedacht ausgewählt werden und die eigene Persönlichkeit in das richtige Licht gerückt werden. Besonders mit sensiblen Daten wie privaten Telefonnummern oder Adressen sollte man auch in diesen Business Netzwerken gezielt umgehen, da diese für alle einsehbar und damit auch vor Missbrauch nicht geschützt sind.

Der Digitale Fußabdruck spielt auch für Recruitment eine wichtige Rolle

Immer öfter informieren sich auch Arbeitgeber über neue potentielle Bewerber im Netz und nutzen Social Media somit als einen neuen Recruitmentweg. Das aus verschiedenen Fragmenten entstandene Mosaik kann aufschlussreiche Informationen über eine Person geben und durchaus zur Entscheidung der Einstellung beitragen. Somit können sich Unternehmen auch auf passivem Weg aktiv auf die Suche nach potientiellen Kandidaten machen, die für eine bestimmte Stelle geeignet sein könnten.

Dabei hat sich die Art und Weise des Arbeitens, die Ausbildung und auch die Vorstellung von neuen Bewerbern deutlich gewandelt. Zählten früher hauptsächlich die Abschlussnoten und zusätzliche Zertifikate, so rücken heutzutage weit mehr Kriterien ins Licht, die bei der Entscheidung zur Einstellung neuer Bewerber eine Rolle spielen. Es wird immer wichtiger, dass Mitarbeiter zur Unternehmenskultur passen und Engagement zeigen. Oft sind gerade die Personen, die nicht in ein striktes Muster passen immer interessanter. Unternehmen sind zunehmend offen gegenüber Quereinsteigern, die oft neuen Schwung in das Arbeitsleben bringen und mit neuen Ideen Entwicklungen und Innovationen alt eingefahrene Strukturen oder Arbeitsweisen vorantreiben können.

Genau diese Denkweise treiben auch IBM voran, wenn es darum geht, passende Bewerber zu gewinnen. Es sind nicht die Noten, die einen guten Mitarbeiter ausmachen, sondern die Art und Weise des Arbeitens, das Einfinden in die Unternehmenskultur und natürlich soziale und digitale Kompetenzen. Besonders für die „New Collar“ Jobrollen sind verstärkt Kompetenzen notwendig, die sich z.B. oftmals nicht aus einem tyischen Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf herauskristallisieren lassen. Gezielte Qualifizierungen und Begabungen in Themen wie Data Science, Cloud, Cybersecurity oder künstlicher Intelligenz spielen hierbei eine viel größere Rolle als eine exzellente Universitätsausbildung. Und genau dafür bieten Social-Media-Plattformen den richtigen Raum, sich als potentieller Bewerber finden zu lassen. Auch wenn alle notwendigen Anforderungen optimal erfüllt sind und die Unterlagen vielversprechend aussehen, so zählt am Ende doch der Gesamteindruck – und dazu zählt heutzutage eben auch der digitale Fußabdruck. Mit einem ansprechenden und aussagekräftigen Social-Media-Profil können nicht nur wichtige Kontakte geknüpft werden, sondern es kann auch dazu beitragen, am Ende einen passenden Job zu finden.

Auch wenn der digitale Fußabdruck oft kritisch betrachtet wird und keine hundertprozentige Transparenz darüber bietet, was mit den persönlichen Informationen passiert, ist er vor allem eins: eine Chance – und zwar sowohl für Arbeitnehmer, als auch Arbeitgeber.

Einen Schritt weiter geht das Thema HR und Künstliche Intelligenz. Wer genauer erfahren möchte, was IBM Watson heute schon in diesem Umfeld aktiv für das Personalwesen leisten kann: Auf der „Zukunft Personal“ werden interaktive Workshops mit IBM Experten von 19.-21. September angeboten. Weitere Infos und kostenfreie Anmeldung: http://bit.ly/2fxMhSv

 

 

Add Comment
No Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.Required fields are marked *

More Moderne Arbeitswelten Stories

MINT-Fächer: Java oder Yoga? Das eine schließt das andere bei uns Mädchen nicht aus!

Müssen Frauen auf dem Weg zum MINT-Beruf besonders gefördert werden, um gegenüber der prozentualen Mehrheit der Männer zu bestehen? Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen im Master an der Technischen Universität in Ilmenau. Als ich hier meinen Bachelor begann, gab es in meiner Studienrichtung (Vertiefungsrichtung Elektrotechnik) im ersten Semester drei Frauen und etwa 50 Männer. Bei sechs Prozent […]

Big Data Analytics und HR – passt das zusammen?

Big Data, Analytics, BI Strategy, Predictive, Digital Transformation … – Bingo! Seit geraumer Zeit sprießen im Zuge unzähliger Innovationen viele neue Buzzwords aus dem Boden – wer soll da noch verstehen, was es mit Big Data, Analytics und sonstigen Business Intelligence (BI)-Themen tatsächlich auf sich hat? Muss ich in meinem HR-Bereich überhaupt damit rechnen, dass […]

Roboterjournalismus und Meinungsmacht. Wie die Digitalisierung Medien und Kommunikation verändert

Seit geraumer Zeit macht sich Unruhe breit in den Redaktionen der Medienhäuser: Kollege Computer legt immer häufiger Hand an in den Schreibstuben. Gespannt schaut man über den Atlantik, wo etwa die Nachrichtenagentur AP seit einiger Zeit Quartalszahlen automatisch vertexten lässt. Auch in Deutschland beschäftigen sich viele Verlage inzwischen mit dem Thema, aber die wenigsten geben […]