Moderne Arbeitswelten

Die Zukunft der Rechtsbranche: Tradition mit Innovation verbinden

Der Rechtsmarkt gilt als Garant für Erfolg, aber auch als Innovationstreiber? Dafür ist die Branche eher wenig bekannt. Der Stand der Juristen setzt meist auf Tradition und schätzt Altbekanntes und Altbewährtes.

Aber gerade diese Branche könnte von Innovationen und der Digitalisierung profitieren: Viele Branchen müssen sich neu erfinden auf Grund der Digitalisierung, denn disruptive Geschäftsmodelle aus den unterschiedlichsten Industriezweigen entwickeln sich schnell und können den „Platzhirschen“ Konkurrenz machen.

Der Rechtsmarkt ist von der Digitalisierung derzeit noch weitgehend unberührt. In den letzten Jahren hat sich allerdings viel getan. Intelligente Systeme halten Einzug in beinahe alle Wirtschaftszweige und die digitale Transformation wird auch vor hochspezifischen und dienstleistungsintensiven Branchen, wie der Rechtsbranche, keinen Halt machen und auch viele Chancen zur Weiterentwicklung bieten.

Dass Anwälte sich künftig stärker mit Legal Technology befassen müssen, zeigt eine Studie der Bucerius Law School in Hamburg. Hier wurden vier Technikbereiche definiert, die Anwälte in der Zukunft beherrschen müssen. Sie müssen digital kommunizieren können, verstehen wie Algorithmen aufgebaut sind, wissen wie Sachverhalte digital analysiert werden und wie mit Datenbanken und Big Data umzugehen ist.

FutureLaw will, dass die Rechtsbranche profitiert                                   

Aus diesem Grund wurde FutureLaw ins Leben gerufen. FutureLaw ist eine unabhängige Plattform, um Technologien und Innovationen zu stärken, zu entwickeln und zu fördern, um so die Rechtsbranche voranzutreiben. Immer auf der Suche nach neuen Technologien, Ansätzen, Dienstleistungen oder Produkten, die die Welt im Bereich der Rechtsbranche verbessern und das Ziel haben, sowohl Juristen als auch Klienten und Unternehmen eine konstant hohe juristische Qualität zu bieten.

Die Rechtsbranche arbeitet seit langer Zeit nach bewährten Regeln. Durch regelmäßige Veranstaltungen mit verschiedenen Stakeholdern im rechtlichen Bereich und interessanten Partnern aus unterschiedlichsten Branchen gibt FutureLaw Juristen Ideen und konkrete Fragestellungen rund um die Digitalisierung, damit auch sie von der globalen Technologie- und Innovationskraft profitieren.

Ziel ist es, in den Dialog zu kommen, neue Wege zu finden, um auch zukünftig juristischen Kunden im Stil des 21. Jahrhunderts exzellente Qualität zu bieten. Denn eines steht fest, die Digitalisierung kommt – wer nicht schnell agiert, wird überrollt.

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Auch eine traditionelle Branche wie die Rechtsbranche muss sich fit für die Digitalisierung machen.

Herausforderungen bewältigen und Mehrwert schaffen

Das Gesetz ist ein wachsender Berg von komplexen Daten, diese erfordern immer mehr Stunden und mehr Arbeitskräfte um diese zu analysieren. Rechtsanwälte ertrinken nahezu in einem immer größer werdenden Datenmeer.

Eine weitere Herausforderung stellt der Faktor Zeit dar. Die Wirtschaftswelt wird immer schneller, vernetzter, transparenter und automatisierter. Die Wirtschaft und die Entscheidungsgeschwindigkeit verändern sich rasant. Die Innovationszyklen werden immer kürzer. Dieser Zeitdruck fordert die Analyse von Daten in Echtzeit.

Immer mehr Datenvolumen bedeutet auch immer unstrukturiertere Daten. 80 Prozent der heute existierenden Daten sind von üblichen Computersystemen nicht verwertbar, denn sie liegen in unstrukturierter Form vor. Eine klassische Antwort darauf ist: mehr Ressourcen zur Verfügung stellen. Aber ist das noch möglich? Was für andere effizientere Möglichkeiten gibt es, die vielleicht auch schon in anderen Branchen zum Einsatz kommen? Zum Beispiel: kognitive Systeme. Ein kognitives System wie IBM Watson ist in der Lage, unstrukturierten Daten aus unterschiedlichsten Quellen und unterschiedlichsten Formaten, also auch Video, Audio oder freie Texte, mit enormer Geschwindigkeit zu verarbeiten, die Inhalte abzuwägen und auf konkrete Fragen Lösungsvorschläge samt Argumentation zu liefern.

Mit Hilfe von kognitiven Systemen wird es möglich sein diesen Datenberg zu bewältigen und aufzubereiten, um fundierte rechtliche Entscheidungen zu treffen.

Kognitive Systeme revolutionieren den Rechtsbereich

Wie funktionieren kognitive Systeme? Watson schafft für den Entscheidungsträger einen Mehrwehrt – aus diesem Grund spricht man bei IBM auch von Augmented Intelligence und nicht von Artificial Intelligence. Es kommt zu einer Partnerschaft zwischen Mensch und kognitiven System.

Mithilfe von Watson, können kostspielige Recherchezeiten und Sortierungsaufwand eingespart werden. Den AnwältInnen bleibt daher mehr Zeit für das Wesentliche, nämlich für die Beratung ihrer Klienten und die Gestaltung von Strategien.

Für den Klienten bedeutet dies in erster Linie eines: weniger Geld für Recherche. Denn intelligente Computerprogramme, deren Lizenzgebühren mit jenen für Software- und Hardwarehersteller vergleichbar sind, können Arbeiten in einem Bruchteil der Zeit erledigen.

Wie dies in der Praxis funktioniert zeigt die Anwaltskanzlei Baker & Hostetler, eine renommierte Anwaltskanzlei in den USA. Hier unterstützt „Ross“, ein auf Watson basierender Roboter, die Kanzlei bei der Erledigung von Rechercheaufgaben. Ross ist immer up to date, durchforstet eine Milliarde Textdokumente in einer Sekunde und kann seinem Auftraggeber dann eine Zusammenfassung der bisherigen Rechtsprechung liefern. Während der Mensch hier irgendwann müde und unkonzentriert wird, wird Ross besser. Mithilfe von Ross können Kanzleien ihre Ressourcen verbessern und so mehr Klienten helfen.

Blick in die Zukunft

Technologien wie Blockchain, Smart Contracts und künstliche Intelligenz werden den Rechtsmarkt nachhaltig verändern. Die Frage ist, wie gehen die Rechtsvertreter mit dieser Transformation, die vor der Türe steht, um –  entweder mitmischen und von der Digitalisierung profitieren oder nur von außen zusehen?

In Österreich ist dieses Thema in der Anwaltsbranche gerade erst angekommen. Konkrete Einsatzmöglichkeiten, etwa bei Insolvenzen, beim Eintreiben von Forderungen oder bei Due- Diligence-Prüfungen werden evaluiert und diskutiert. Denn was bedeutet diese Veränderung für die Branche? Eines wissen wir jedenfalls: Immer wenn es darum geht, große Datenmengen durchzuarbeiten, zu recherchieren, Routinearbeiten zu verrichten und Texte vorzubereiten, können kognitive Systeme wie Watson den Experten unterstützen.

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