Innovation

Design Thinking matters: People + Places + Practices = Outcomes

Wir alle haben in den letzten Jahren unseren Alltag im Geschäftlichen wie im Privaten durch die Nutzung mobiler Geräte, sozialer Netzwerke und aller möglichen Anwendungen im Web gründlich umgekrempelt. Gleichzeitig sind unsere Ansprüche an Form, Aussehen und vor allem an die Bedienbarkeit von Hard- und Software gestiegen: Als Nutzer möchten wir keine Zeit mehr damit verbringen, Gebrauchsanweisungen zu lesen oder auf überfrachteten Websites oder Apps nach dem entscheidenden Icon zu suchen, das eine gewünschte Aktion auslöst. Wir wollen einfach, schnell, vielleicht sogar elegant ein Gerät oder eine Anwendung nutzen. Folglich sind heute die digitalen Produkte und Angebote erfolgreich, die uns genau solche Erfahrungen ermöglichen.

Das Wissen um die wirtschaftliche Bedeutung von gutem Design ist übrigens nicht neu: „Good design is good business.” Das berühmt gewordene Zitat aus den 1960er Jahren von Thomas Watson jr., dem langjährigen IBM CEO ist kein Auszug aus einer Sonntagsrede, sondern war eine verbindliche Geschäftsanweisung. IBM blickt auf eine lange Design-Geschichte zurück und auch wenn im Laufe der Jahrzehnte eine zunehmende Diversifizierung und Expansion in andere Geschäftsfelder das Thema Design etwas in den Hintergrund rückte, blieb es doch stets präsent.

Auch wenn im Laufe der Jahrzehnte eine zunehmende Diversifizierung und Expansion in andere Geschäftsfelder das Thema Design etwas in den Hintergrund rückte, blieb es doch stets präsent.

Nutzererfahrung im Fokus

Ginny Rometty rückte als IBM CEO das Thema Nutzererfahrung wieder in den Mittelpunkt der Firmenstrategie. So entstand eine neue IBM Design Organisation, die sich in kompakter Form folgenden Auftrag gab: People + Places + Practices = Outcomes. Heißt: Designer und andere Experten arbeiten gemeinsam an Orten, die neue Ideen und die Zusammenarbeit über verschiedene Disziplinen unterstützen, um mit Hilfe von klar definierten Methoden Ergebnisse zu erzielen, die den Anwendern eine herausragende Benutzererfahrung erleben lassen. Ein Beispiel ist IBM Bluemix, eine cloud-basierte Innovationsplattform die es einzelnen Entwicklern bis hin zu großen Entwicklungsteams in Unternehmen erlaubt schnell neue Apps zu entwickelt und bereitzustellen.

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Anzahl der Designer innerhalb von IBM auf heute 1200 mehr als verdreifacht und über 25.000 IBMer wurden im Rahmen von Workshops zu Design Thinkern ausgebildet. Daneben entstanden seit 2012 bisher 28 Studios rund um die Welt – darunter 2014 auch eines im IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Nähe von Stuttgart und 2015 eines in Hamburg. Alle Studios sind nach einheitlichen Gestaltungsrichtlinien entworfen und bieten nicht nur eine räumliche Heimat für Designer und Projektteams, sondern zeichnen sich auch durch eine Vielzahl von weiteren Angeboten wie beispielsweise Kunden-Workshops aus.

Erweiterter Design Thinking-Ansatz

IBM hat den Design Thinking-Ansatz, wie er von Design-Firmen seit Jahrzehnten praktiziert und von führenden Hochschulen gelehrt wird so ergänzt, dass er für ein großes Unternehmen mit weltweit verteilten Teams angewendet werden kann.

Dabei bleiben die Kernelemente des ursprünglichen Design Thinking bestehen. Die möglichen Anwender bleiben die Fixpunkte für alles, was im Rahmen eines Projekts entwickelt wird: Was sind ihre Erwartungen an eine Lösung und was sind ihre Bedürfnisse? Welche Funktion im Unternehmen verantworten sie? Wo und wann im digitalen Flow einer Anwendung müssen und sollen sie eingreifen? Welche Kenntnisse bringen sie mit? Wie erfahren sind sie im Umgang mit der Software?

Anhand dieser Anforderungen werden die neue Lösungen ausgerichtet. Dabei ist es bei der praktischen Arbeit wichtig, dass in multidisziplinären Teams gearbeitet wird. Entwickler, verschiedene Design-Funktionen oder Marketing erarbeiten gemeinsam die Basis der Anwendung, um dann durch einen iterativen Ansatz – im Englischen schlicht „The Loop“ genannt – durch Beobachten, Reflektieren und tatsächlich auch „mit den Händen zu denken“ sich immer mehr der idealen Lösung zu nähern. Dabei bleibt es nicht beim Nachdenken. Die Ideen gewinnen tatsächlich Gestalt – sei es in Form einer Journey Map mit Sticky Notes, in Form eines Papier-Prototypen oder einer einfachen Version einer Anwendung.

Um Design Thinking für komplexe Projekte mit großen, weltumspannenden Teams so skalierbar zu machen, dass schnell die gewünschten Ergebnisse erzielt werden können, erweitert IBM Design Thinking den bekannten Ansatz um die drei Elemente Hills, Playbacks und Sponsor Users. Dabei sind Hills dazu da, um für jeden Lösungsabschnitt am Anwender ausgerichtete Ziele zu definieren, die dem Team, das die Lösung erarbeitet, eine gemeinsame Richtung vorgibt. Playbacks helfen diese gemeinsame Richtung beizubehalten und Sponsor Users sind reale Anwender die dafür sorgen, dass im Sinne der Benutzererfahrung entschieden wird.
Heute arbeiten bereits mehr als 200 Teams weltweit mit IBM Design Thinking: Die Hälfte unmittelbar mit Kunden, die andere Hälfte an IBM Produkten und Lösungen.

Für und mit Kunden

Seit 2014 haben die inzwischen knapp 30 Designer des IBM Studios bei Stuttgart eine Reihe von Projekten für IBM Systems, Cloud und Analytics betreut. Daneben war das Studio bereits häufig Veranstaltungsort von IBM Design Thinking Workshops mit IBM Teams – und mit Kunden.
Da trifft es sich gut, dass im IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum auch ein Client Center angesiedelt ist, das die Schnittstelle zwischen unseren Kunden, Business Partnern und den Entwicklern und Designern bildet. Dort kommen vermehrt Anfragen für Workshops von Unternehmen an, die ausgehend von Marktanforderungen und den Bedürfnissen ihrer Nutzer und Kunden Problemstellungen genauer verstehen, und kollaborativ Ideen entwickeln und umsetzen wollen.

Dabei stehen Themen wie das Internet der Dinge oder Blockchain ganz oben auf der Wunschliste.
Das Client Center und das Blockchain Competence Center arbeiten eng mit dem Studio zusammen – sei es bei der Neugestaltung und Bereitstellung geeigneter Räume, bei der Ausbildung von IBM Design Thinking Moderatoren, oder bei der Durchführung von Workshops. Seit Oktober stehen zum Beispiel nicht nur Design Thinking Spaces zur Verfügung, sondern auch Räumlichkeiten, in denen gemeinsam mit Kunden Blockchain-Projekte durchgeführt werden können.

Für Kunden ein echtes Plus: IBM Designer, Design Thinking Experten und IT-Experten an einem Ort. Oder ganz im Sinne von IBM: People + Places + Practices = Outcomes.

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