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Zum Ada Lovelace Day: Frauen in der IT stehen auf Watson

Ich freue mich ja auf das Ada Lovelace Festival – aber wieso sind wir immer noch Pionierinnen in der IT? Die Informationstechnologie ist heute doch allgegenwärtig – vom Smartphone über Smart Home bis zum autonomen Fahren. Frauen nutzen sie ebenso selbstverständlich wie Männer zum Arbeiten, Kommunizieren, Spielen oder Einkaufen. Dennoch sind wir auch heute noch IT-Pionierinnen, die Neuland entdecken und sich unter zahlreichen Strapazen dort behaupten müssen. Erobern oder zurückbleiben, sozusagen.  

Geschlechtergleichheit am Arbeitsplatz bis 2065 – eventuell

Ein Blick zurück: Seit 35 Jahren verfolgen wir in Deutschland eine gezielte Frauenförderpolitik, seit zehn Jahren setzt die Mehrzahl deutscher Unternehmen auf Diversity Management, seit acht Jahren fordern wir Mädchen auf zu: „Komm, mach MINT“. Als Ergebnis dieser jahrelangen Anstrengungen sind nun in allen Branchen und über alle Fachrichtungen hinweg 23 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder und über 50 Prozent der Studierenden weiblich. Aber dennoch sind Frauen in den Zukunftsbranchen wie IT, Medizintechnik oder Robotik unterrepräsentiert.

Ein Bild, dass sich auch in den Führungsebenen – branchenweit – wiederholt: Im Vorstand und im Topmanagement findet man nach Erhebungen des Managerinnen-Barometers 2016 nur 6,3% weibliche Top-Führungskräft, das sind genau 57 Frauen. In diesem Tempo werden wir im Jahr 2065 Geschlechtergleichheit am Arbeitsplatz haben – und Ada würde ihren 250sten Geburtstag feiern.

Nun ist das Wesen von Pionierinnen ja, dass sie nicht die Hände in den Schoß legen und abwarten, sondern aktiv werden, um die Welt in ihrem Sinn zu gestalten und Hindernisse zu überwinden. Und davon gibt es immer noch einige, die verhindern, dass sich der Gender Gap schließt.

Die IT braucht mehr weibliche Pioniere

Die IT braucht mehr weibliche Pioniere.

Diversity ist mehr als eine Modeerscheinung

50 Prozent der Studierenden sind weiblich – das ist schon mal eine gute Ausgangsbasis. Aber sie schlagen doch eine andere Karriere als in der IT ein! Dabei ist IT sehr spannend – und ohne sie ginge in unserer datenzentrierten Welt nur wenig. Wenn Daten das vielgepriesene Öl des 21. Jahrhunderts sind, braucht es innovative IT-Lösungen, damit sie einen Wert bekommen. So schafft IT Neues, nie Dagewesenes und gibt der Kreativität Spielraum.

Dennoch gibt es keine Geschlechtergleichheit bei den Mitarbeitern in IT-Unternehmen und so auch nicht in Führungsaufgaben und dann im Topmanagement. Das liegt auch daran, dass wir in Erziehung, Ausbildung und Beruf immer noch geschlechterspezifisch denken. Girls‘ Day und Boys‘ Day sind eine schöne Idee, aber zeigen auch den Nachholbedarf, den wir in Sachen Geschlechterneutralität noch haben, gibt es doch nach wie vor typische „Männerberufe“ und „Frauenberufe“. Zudem fehlen Rollenmodelle in größerer Zahl, die mit gutem Beispiel vorangehen. Und auf Konferenzen rund um das Thema Diversity und Gleichberechtigung treffen sich immer die gleichen (Vorzeige-)Referentinnen.

Aber wie wollen wir den Wandel, der tagtäglich um uns herum stattfindet, gestalten, wenn nicht mit kreativen und auch querdenkenden Köpfen? Um die verschiedenen Bedürfnisse in unserer globalen Wirtschaft zu verstehen und um disruptive Innovationen zu entwickeln, brauchen wir vielfältig zusammengesetzte Teams aus klugen Menschen  – unabhängig von Alter,  Geschlecht,  Religion oder Nationalität. Vielfalt – Diversity – ist mehr als eine Modeerscheinung, es ist vielmehr ein Indikator für Innovation im Unternehmen. Nur wo Frauen, Männer, Alte, Junge, Deutsche, Ausländer und andere Talente über alle Hierarchiestufen hinweg zusammenarbeiten, entsteht Innovation. Studien zeigen, dass unterschiedlich zusammengesetzte Teams erfolgreicher bei Problemlösungen sind als homogene. In der Erhebung „Women Matter“ hält die Unternehmensberatung McKinsey sogar fest, dass reine Männerteams schlecht für die Rendite sind. Aha!

Licht am Ende des Tunnels

Der eigene Anspruch ist dabei häufig ein Hindernis. Ich beobachte immer wieder, dass Frauen alles perfekt machen wollen und daher mit bestimmten Projekten gar nicht erst anfangen. Wenn aber Neugierde und persönliche Ambitionen vor Perfektion kommen, dann lässt sich auch etwas bewegen. Wenn wir beispielsweise von der „gläsernen Decke“ reden, geht das stark in die Richtung einer Self-fulfilling Prophecy: Wenn ich beim Besteigen eines Berges immer Angst habe, dass ich in der Höhenluft nicht atmen kann, komme ich sehr wahrscheinlich nicht oben an.

Auch bei nicht optimaler Ausgangslage – es besteht kein Grund, sich auf andere Themen zurückzuziehen. Denn: Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels! Ich setze große Hoffnung darauf, dass die Digitalisierung Frauen neue Türen in die Berufswelt der IT öffnet.

Frauen können dank der Digitalisierung flexibler arbeiten und stärker von neuen Berufsbildern profitieren, zumal ihnen die digitale Kompetenz liegt. Neue Technologien wie zum Beispiel künstliche Intelligenz lassen auch einen größeren kreativen Freiraum zu, der Frauen liegt. Ich beobachte das auch bei IBM: Mit IBM Watson, unserem kognitiven System, haben wir Neuland betreten. Es denkt mit, versteht Sprache und es entsteht ein ganz neue Welt von Anwendungen. Und wer ist da ganz vorne mit dabei? Frauen als Beraterinnen, Vertrieblerinnen, Technikerinnen. Hier können Frauen ihre Begeisterung und Kreativität ausspielen und etwas bewegen. Und sie tun es mit zunehmender Freude – wie Pionierinnen halt so sind!

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