Zukunft Industrien

Internet of Things – intelligente Systeme auf dem Vormarsch

Das Internet der Dinge wird sich in den nächsten Jahren zur größten Datenquelle überhaupt entwickeln: Milliarden vernetzter Geräte, Satelliten, Wettersensoren, Gebäude. Bereits im vergangenen Jahr wurden mehr Daten gesammelt als jemals zuvor in der Geschichte. Gegenwärtig gibt es weltweit über neun Milliarden vernetzte Geräte, die in den nächsten 15 Jahren täglich rund 2,5 Trillionen Bytes produzieren werden. Dazu gehören medizinische Geräte und Systeme wie beispielsweise implantierte Defibrillatoren, Wearables, IT-Verkehrssteuerungssysteme, vernetzte Sicherheits- sowie Fahrerassistenzsysteme für Automobile oder die intelligente Energiesteuerungstechnik für Haushalte. Alles Produkte und Dinge, die die Umwelt schützen und dem Menschen das Leben erleichtern und sicherer machen.

Diese Entwicklung hat große Auswirkungen auf alle Branchen. So wird in der Medizin jede einzelne Person eine Million Gigabyte Daten während seines Lebens produzieren, was ungefähr 300 Büchern entspricht. Auch die Automobilbranche wird erheblich durch das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) umstrukturiert: Bis 2020 werden 75 Prozent aller weltweiten Autos miteinander vernetzt sein. Das Umsatzvolumen rund um IoT wird bis 2020 auf 1,7 Billionen US-Dollar geschätzt. Diese Daten sinnvoll zu nutzen ist eine der großen Marktchancen – auch für das deutsche Zukunftsprojekt Industrie 4.0.

Industrie 4.0 bedeutet eine umfassende Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsketten.

Industrie 4.0 bedeutet eine umfassende Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsketten.

Da 90 Prozent dieser Daten nicht prozessierbar sind für traditionelle Systeme, kann diese sinnvolle Nutzung nur mithilfe kognitiver Systeme funktionieren – dank der Fähigkeit strukturierte und unstrukturierte Daten zu erfassen, aus den Erkenntnissen zu lernen, Schlussfolgerungen aus den Daten zu ziehen und in natürlicher Art und Weise mit Menschen zu kommunizieren. Eines dieser Systeme ist Watson. Um von Fachexperten zu lernen, nutzt Watson heute rund 50 APIs (Application Programming Interface), unter anderem für semantische Analysen, Bild-, Gesichts- und Spracherkennung sowie Übersetzungsdienste. Es interpretiert Daten, um Muster und Verbindungen zu erkennen und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Dafür bereitet das System Daten und Informationen auf und organisiert sie so, dass der Umgang mit Inhalten sehr viel effizienter wird.

De Grenze des Machbaren erweitern

Diese Effizienzsteigerung hält auch in Deutschland Einzug: Industrie 4.0 ist dabei das Synonym für die vierte industrielle Revolution und somit auch für eine umfassende Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsketten. Die Ausgangslage der deutschen Wirtschaft in Sachen Digitalisierung und Industrie 4.0 ist dank hohem Industrialisierungsgrad sehr gut. Damit liegt eine ideale Basis für datengetriebene, kognitive Geschäftsmodelle vor, die die Grenzen des Machbaren nochmals weiter verschieben. So individualisieren Unternehmen mit Industrie-4.0-Technologien ihre Fertigung und entwickeln mit intelligenten Algorithmen neue Produkte und Dienstleistungen: Flugzeuge überwachen nicht nur automatisch ihre Systeme, sondern gewinnen daraus Erkenntnisse für effizientere Triebwerke mit geringerem Kraftstoffverbrauch. Smarte Fabriken werten digitale Daten aus, um die Fertigung zu steigern, Produktionsfehler früh zu erkennen und zukünftige Produkte effizienter zu entwickeln. Voraussetzung ist die nahtlose Kommunikation aller beteiligten Systeme untereinander mit dem Ziel, dass sich Anlagen und Prozesse selbst steuern. Industrie 4.0 baut deshalb auf Technologien wie dem Internet der Dinge auf. Es bedarf Maschinen, die von Anfang an mit eigener Intelligenz ausgestattet sind und einer entsprechenden Infrastruktur, die die Daten in Echtzeit analysiert.

Deutschland ist an vorderster Front der nächsten industriellen Revolution und daher auch ein bestens geeigneter Standort für das globale Hauptquartier des IBM Watson IoT-Geschäftsbereiches. Ausgestattet mit hochmodernen Cloud, Analytics-Technologien und auf verschiedene Industrien ausgerichtete Laboratorien, bietet das München Hauptquartier für circa 1.000 IBM Forscher, Ingenieure, Berater, Sales- und Marketing-Experten die Möglichkeit einer noch engeren Zusammenarbeit mit Kunden. Zusätzlich können in einem interaktiven Client Experience Center Watson IoT-Technologien für Autos, Geräte, Gebäude und Fabriken demonstriert werden. 6.000 Kunden weltweit nutzen Watson IoT und einige haben bereits ihre Entwicklungsteams im Münchener Hauptquartier positioniert. 200 Millionen US Dollar werden in das Hauptquartier investiert, um den IBM Experten, Kunden und Partnern eine Möglichkeit zur gemeinsamen Arbeit Seite an Seite zu schaffen.

Schaeffler & IBM – Partnerschaft zum Aufbruch in ein neues industrielles Zeitalter

Die neueste Entwicklung in IBMs IoT Geschichte ist die Partnerschaft mit Schaeffler: Der global tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler schließt strategische Partnerschaft mit IBM für die digitale Transformation. Als Technologie-Lieferant, Berater und Entwicklungspartner für ein digitales Ökosystem unterstützt IBM das Unternehmen dabei, mechatronische Komponenten, Systeme und Maschinen von Schaeffler in die rasant wachsende Welt des „Internet of Things“ (IoT) zu integrieren und neue Geschäftsmodelle auf Basis von digitalen Services zur Marktreife zu entwickeln. Die beiden Unternehmen haben als ersten Meilenstein eine digitale Plattform aufgebaut, über die ab Oktober alle datenbasierten Services von Schaeffler laufen werden.

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