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Digitale Transformation: Wetter ist Geld

Wir reden nicht nur gerne über das Wetter, wir treffen auch unsere Entscheidungen danach: Während es im privaten Bereich darum geht, welche Kleidung wir tragen, wie wir unseren Flüssigkeitshaushalt managen oder ob wir schon die Heizung angestellt haben, hat das Wetter für Unternehmen eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Umsatzsteigerung oder auch Verluste hängen von ihm ab. Nach Schätzungen von Experten sind 80 Prozent der Wirtschaft weltweit wetterabhängig. Aber nur wenige Unternehmen nutzen das strategisch zu ihrem Vorteil – bisher.

Das Wetter beeinflusst fast alle Bereiche der Wertschöpfungskette. Das fängt an beim Transport von Waren, wenn zum Beispiel hoher Wellengang die Sendung per Schiff verzögert, und setzt sich fort bei ihrer Vermarktung. Simpel gesagt: Sonnenschirme verkaufen sich bei Sonne am besten, Regenschirme bei Regen. Aber auch Energieversorger oder Stromhändler haben die Wettervorhersagen genau im Blick, hängt doch die Leistung von Windrädern und Sonnenkollektoren – und damit der Erfolg des Unternehmens – unmittelbar vom Wetter ab.

Wetter und Business hängen eng zusammen – kognitive Technologien helfen, die richtigen Business-Entscheidungen bezüglich des Wetters zu treffen.

Wetter und Business hängen eng zusammen – kognitive Technologien helfen, die richtigen Business-Entscheidungen bezüglich des Wetters zu treffen.

Alles Wetter, oder was?

Wetter ist also einer der größten externen Einflussfaktoren auf das Geschäftsergebnis, unabhängig ob im Handel oder in der Landwirtschaft, in Transport und Logistik, im Tourismus, bei Versicherungen oder der Energiewirtschaft. Dennoch wird das Phänomen Wetter oft nur reaktiv in Geschäftsentscheidungen miteinbezogen. Mit dem zunehmenden Einsatz smarter Sensorik zur präziseren Modellierung von Wetterszenarien, intelligenter Analyseverfahren, punktgenauer Wetterprognosen und der wachsenden Verbreitung mobiler Geräte und Smartphones ergeben sich heute aber neue Optionen für die Unternehmensplanung. Insbesondere dann, wenn man Wetterdaten mit Unternehmensdaten, externen Datenquellen und kognitiven Werkzeugen verknüpft. Denn: Der Wert entsteht nicht aus der Sammlung der Daten, sondern aus ihrer Integration in die gesamten Geschäftsabläufe des Unternehmens.

Kognitive Komponenten + Geschäftsprozesse  = Value.

Die Chancen sind vielfältig: Versicherungen in den USA zahlen jährlich über eine Milliarde Dollar für Hagelschäden an Autos. Durch rechtzeitige Warnungen bei aufkommenden Hagelstürmen, etwa in Form von WhatsApp oder Textnachrichten, könnten durchschnittlich bis zu 25 US-Dollar je Versichertem eingespart werden. Oder Energieunternehmen: Sie verzeichnen schon bei einem Anstieg um nur wenige Grad eine deutlich höhere Nutzung von Klima-Anlagen und damit auch einen enormen Anstieg des Energieverbrauchs. Mit präziseren Vorhersagen kann hier die Energie-Erzeugung wesentlich genauer an den Verbrauch der Kunden angepasst werden.

Auch Konsum- und Kaufverhalten werden massiv durch die Wetterlage beeinflusst. Bei Hitze werden deutlich mehr Speiseeis, Sonnencreme, kühle Getränke, Grillgut, Bikinis und Deo gekauft, während Torten oder Schnäpse eher liegen bleiben. Bei kalten Temperaturen ist es dann eher umgekehrt. Die Kombination von Wetterprognosen in Verbindung mit Social-Media-Analysen und Logistik- und Transportinformationen kann also zum Beispiel Händlern und Distributoren helfen, die Verfügbarkeit von Waren besser an die Nachfrage anzupassen oder entsprechende Marketingkampagnen zu fahren.

Digitale Innovation in den Fachbereichen

Genau an diesem Punkt kommen Dienstleister wie The Weather Company ins Spiel: Sie ist der weltweit größte private Wetterdienstleister und hilft Kunden, auf Basis möglichst präziser Wetterdaten bessere Entscheidungen zu treffen oder schneller auf Wetterphänomene zu reagieren. Insgesamt liefert das Unternehmen täglich bis zu 26 Milliarden Wettervorhersagen. Neben eigenen Daten analysieren die komplexen Modelle von The Weather Company jeden Tag mehr als 100 Terabyte an externen Daten aus über 150 Quellen. Hierzu gehören zum Beispiel Informationen zu Pollenflug, Satellitenbilder und Verkehr, die von den über 200.000 Wetterstationen stammen, die über Weather Underground vernetzt sind.

Durch die Migration der Wetterdaten-Plattform von The Weather Company in die IBM Cloud können Kunden nun sehr einfach Wetterdaten in ihre eigenen IT-Ökosysteme einfließen lassen, mit ihren Unternehmensdaten kombinieren und für Entscheidungen nutzen. Darüber hinaus stellt IBM über die Innovationsplattform Bluemix Tools für Entwickler bereit, mit deren Hilfe sie auf Wetterdaten und vorgefertigte Applikationen zugreifen können.

Fachabteilungen wie Marketing oder Einkauf und Produktion profitieren davon und können ihre Prozesse, Arbeitsabläufe und Wertschöpfungsketten neu strukturieren und verbessern. Für die Fachbereiche kommt es heute darauf an, stärker als bisher ganzheitlich zu denken und angrenzende Fachbereiche sowie die IT in ihre Planungen einzubeziehen, um gemeinsam Lösungen im Sinne eines End-to-End-Konzepts zu finden. Klappt das, dann kommt das Wetter nicht mehr aus heiterem Himmel!

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