IBM Welt

Diversity: Gute Aussichten für Frauen in der IT

Männer machen einfach Karriere. Frauen müssen sich bei der Karriereplanung auch immer mit ihrem Geschlecht und einer möglichen Familienplanung auseinandersetzen: persönlich, mit der jeweiligen Führungskraft und mit dem, was möglich und machbar im Unternehmen ist. Das Thema Geschlechterausgewogenheit in Führungspositionen hat bereits eine gewisse Aufmerksamkeit in der Wirtschaft und Gesellschaft bekommen, aber viel geändert hat sich noch nicht.

Status quo – Frauen sind in Führungspositionen großer Unternehmen nach wie vor unterrepräsentiert

Aktuell werden 19,7% der Aufsichtsratspositionen der Top-200-Unternehmen in Deutschland von Frauen besetzt. Im Vorstand bzw. im Topmanagement findet man nach Erhebungen des Managerinnen-Baromenter 2016 nur 6,3% weibliche Top-Führungskräft, das sind genau 57 Frauen. Mittlerweile fühlt es sich allerdings oft an wie in „Und täglich grüßte das Murmeltier“ – gefangen in einer Zeitschleife mit stetigen Wiederholungen zum Thema „Frauen und Führung“ –, was wir doch schon längst überwunden haben sollten.

Haben wir leider aber noch immer nicht. In Deutschland gibt es im Ländervergleich sogar besonders wenig Frauen in Führungspositionen. In den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen z.B. beträgt das Verhältnis Männer zu Frauen 18:1. So bleibt es ein mühsamer und steiniger Weg bis hin zu einem ausgewogenen Verhältnis von Männern und Frauen in Führungspositionen. Immer mehr Organisationen denken zwar aktiv darüber nach, wie sie den Anteil an Frauen grundsätzlich und in Führungspositionen insbesondere erhöhen können. Aber dann hapert es immer wieder in der Umsetzung, ggf. an der Motivation der verschiedenen Parteien. Hinzu kommen alte Denkmuster und unbewusste Vorurteile.

Welche Vorteile hat denn ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen überhaupt für das Unternehmen? Wie stellt sich die aktuelle Unausgewogenheit eigentlich dar? Und was kann man effektiv dagegen tun?

Sicher ist, eine Geschlechterausgewogenheit in den Führungsriegen der Unternehmen wird sich nicht von alleine einstellen, denn es existieren nach wie vor zu viele Mythen und Vorurteile, die einem ausgewogenen Verhältnis von Männern und Frauen in Führungspositionen im Weg stehen. Und diese Hindernisse können nur mit einem gemeinsam „darüber reden“, erklären, diskutieren und dem anschließenden Verstehen einer durchaus vielfältigen und komplexen Materie aus dem Weg geräumt werden.

„Eine homogene Führungsmannschaft ist ein Klumpenrisiko“

Mit welchen Vorurteilen Ursula von der Leyen zu kämpfen hatte und warum eine homogene Führungsmannschaft aus ihrer Sicht ein Klumpenrisiko darstellt, erläutert die Bundesministerin der Verteidigung in einem sehr unterhaltsamen und interessanten Impulsstatement auf dem ersten Jahrestreffen der Initiative im Juni 2016 in Berlin.


Um diesen Wandel in den Köpfen zu gestalten gibt und braucht es die Initiative Chefsache, ein Netzwerk von Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlichem Sektor und Medien, die sich der Chancengleichheit von Frauen und Männern persönlich verpflichtet fühlen. Anspruch und Ziel von „Chefsache“ ist es, mit Vorbildcharakter in den jeweiligen Unternehmen den gesellschaftlichen Wandel mit neuen Konzepten und Ansätzen zu unterstützen.

Gute Aussichten für Frauen in Führung bei IBM

IBM gehört zu den Gründungsmitgliedern dieser Initiative und Diversity ist schon lange ein fester Bestandteil der IBM Unternehmenskultur. Frauen in Führungspositionen sind bei der IBM keine rare Spezies und werden auch nicht kritisch beäugt. Sowohl in Deutschland, als auch auf weltweiter Ebene steht eine Frau an der Spitze. Bereits vor fünf Jahren übernahm Martina Koederitz die Geschäftsführung der IBM Deutschland und war damit die erste Frau in der 100-jährigen Geschichte an der Spitze der deutschen Landesvertretung. Ein knappes Jahr später, im Januar 2012, übernahm Ginni Rometty als CEO den IBM Konzern.

Geschäftsführerin Martina Koederitz ist also keineswegs die einzige Frau auf weiter Flur, aber die Unternehmenskultur als Herzstück einer erfolgreichen Diversity-Strategie muss auch im Unternehmen tagtäglich gelebt und erlebt werden. Dazu gehört neben der systematischen Suche nach Talenten über Jahre hinweg auch eine flexible Arbeitszeitgestaltung. Bei IBM können alle Mitarbeiter ihre Arbeitszeit selbst gestalten, was insbesondere im Hinblick auf Freizeit und Familie viele Vorteile bringt. Das macht vor allem jungen weiblichen Talenten Mut. Denn diese möchten die Familienplanung nicht aufgrund des Jobs hintenanstellen. Job und Familie – das sollte sich in den heutigen Zeiten vereinbaren lassen.

Welche Rahmenbedingungen nötig sind, damit mehr Frauen in Führung gehen, habe ich vier weibliche Führungskräfte gefragt. Vier Frauen und verschiedene Antworten und Aspekte dazu, eben vielfältig: Wie gut Frauen in der IT Karriere machen können, betont Karin Schönwetter, als COO der IBM für Deutschland, Österreich und die Schweiz verantwortlich. „Nirgends gibt es so gute Möglichkeiten, gepaart mit flexiblen Arbeitsmodellen. Technologie ist die beste Freundin der Frau!“

Das beweist auch Andrea Martin, seit 2015 CTO im deutschsprachigen Raum und Role Model für technische Führung: „Wenn man einen guten Job macht, selbstsicher und bereit ist, neue Dinge zu lernen und zu führen, kann man erreichen, wonach man strebt.“ Mit zunehmender Digitalisierung geht es auch vermehrt um kreative Lösungen, Projektmanagement und Einbindung der Kunden. Martina Koederitz rät daher jungen Frauen: „Seid mutig und selbstbewusst und sucht neue Wege für das Business in der digitalen Welt von morgen!“ Den Führungsstil von Frauen kennzeichnen zwar Teamarbeit und Zusammenhalt, aber Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Mut gehören ebenfalls dazu. Patricia Neumann, Vice President Systems Hardware Sales, weiß: „Zuerst muss der Wille da sein, wirklich in die Führung zu gehen.”

Alle vier stimmen überein, dass Frauen neben Mut auch das Vertrauen der Führungskraft und anspruchsvolle Aufgaben brauchen, denn: Man wächst mit seinen Aufgaben und das Selbstvertrauen wird dabei gestärkt. „Führungskräfte müssen im Unternehmen Talente suchen und entwickeln. Sie fallen nicht vom Himmel“, sagt Martina Koederitz. Weil Talente der Generation Y ihre Familienplanung nicht hintanstellen wollen, gehören flexible Arbeitszeiten ebenso zur systematischen Suche der Talente wie der Aufbau von Netzwerken.

Der frühzeitige Aufbau von Netzwerken ist ein weiterer Schritt von IBM zur Entwicklung der weiblichen Talente. Denn der persönliche und fachliche Austausch und die Kontaktpflege sind wesentliche Bestandteile für die Karrieregestaltung, bei Männern und bei Frauen. Eine gern genutzte Möglichkeit, um die individuelle Weiterentwicklung voranzutreiben, ist das Mentoring und Shadowing. „Shadowing von jungen Kolleginnen ist für beide Seiten unglaublich bereichernd. Weibliche Vorbilder, sogenannte Role Models, sind wichtig im Unternehmen“, meint Patricia Neumann. Talentmanagement und Diversity sind in der IBM-Strategie fest verankert: „Der weltweite Wettbewerb ist hart. Deshalb brauchen wir die besten Talente und dazu gehören selbstverständlich Frauen“, so Martina Koederitz. „Dieses Potenzial werden wir nutzen!“ Gute Aussichten also für Frauen in Führung bei IBM!

Add Comment
No Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.Required fields are marked *

More IBM Welt Stories

Projekt CIMON in der Astronautenschule

Projekt CIMON (Crew Interactive Mobile companiON), Abkürzung CIMON ist der weltweit erste fliegende und autonom agierende Astronauten-Assistent, der mit  Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet wurde. Der etwa medizinballgroße Technologie-Demonstrator wurde gemeinsam mit Airbus im Auftrag des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) entwickelt. CIMON soll bei der Horizons-Mission von Alexander Gerst ab Juni 2018 im Columbus-Modul der […]

Innovation durch Vielfalt – Diversity Management zahlt sich aus

Wie erfolgreich Schwule und Lesben, Bisexuelle und Transgender-Personen in ihrem Job sind, hängt maßgeblich davon ab, ob sie sich frei entfalten können und ob sie in einem Umfeld der Akzeptanz tätig sind. Vielfalt trägt zur Innovationskraft und damit zum wirtschaftlichen Erfolg bei, das haben manche Unternehmen schon früh erkannt. IBM gehört zu den Pionieren unter […]

Registrierung im Flüchtlingslager: UNHCR nutzt digitale Identifikation

Ein bisschen sieht es aus, als wolle Baria fernsehen. Oder durch ein Fernglas schauen – allerdings mitten in einem engen Büro in Jordanien. Gerade noch ganz scheu, guckt die Siebenjährige nach den Erklärungen der UNHCR-Mitarbeiterin selbstbewusst in das Gerät. Doch nicht sie sieht, sondern der Apparat sieht; nämlich Barias Netzhaut. Das Gerät merkt sich genau […]