Der offensichtliche Unterschied ist, dass der ELT-Prozess die Ladefunktion vor der Transformationsfunktion ausführt. Der zweite und dritte Schritt finden also in umgekehrter Reihenfolge statt. ELT kopiert oder exportiert die Daten von den Quellspeicherorten, aber anstatt sie zur Transformation in einen Staging-Bereich zu verschieben, lädt es die Rohdaten direkt in den Zieldatenspeicher, wo sie nach Bedarf transformiert werden können. ELT transformiert Daten also nicht während der Übertragung.
Die Unterschiede gehen allerdings über die Reihenfolge der Schritte hinaus. Bei ELT kann der Zieldatenspeicher ein Data Warehouse sein, häufiger ist es jedoch ein Data Lake – ein großer zentraler Speicher, der sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten in großem Umfang speichern kann.
Data Lakes werden mit einer Big-Data-Plattform (z. B. Apache Hadoop) oder einem verteilten NoSQL-Datenmanagementsystem verwaltet. Sie eignen sich hervorragend als Unterstützung für den Bereich Business Intelligence, werden aber auch besonders häufig für künstliche Intelligenz, Machine Learning (maschinelles Lernen), prädiktive Analyse und Anwendungen entwickelt, die von Echtzeitdaten und Event-Streams gesteuert werden.
Darüber hinaus gibt es weitere Unterschiede zwischen ETL und ELT. Da ETL Daten transformiert, bevor sie in das zentrale Repository verschoben werden, kann dieser Prozess einfacher und systematischer für die Einhaltung des Datenschutzes sorgen als ELT. Wenn Analysten beispielsweise sensible Daten vor der Verwendung nicht transformieren, könnten diese unverschlüsselt im Data Lake vorliegen. Data-Scientists bevorzugen jedoch ELT, da es ihnen erlaubt, in einer „Sandbox“ mit Rohdaten zu experimentieren und ihre eigenen, auf spezifische Anwendungen zugeschnittenen Datentransformationen vorzunehmen. In den meisten Fällen hängt die Entscheidung zwischen ETL und ELT jedoch von den verfügbaren Unternehmensressourcen und -anforderungen ab.