Speichertresor: Aufstieg und Fall der Diskette

Diagramm eines Baumes mit Punkten, das Konzepte im Zusammenhang mit dem Auf- und Abstieg der Diskette im Kontext eines Speichertresors veranschaulicht.

Autor

Rebecca Hardy

Rebecca Hardy

Bis 2025 wird das weltweite Datenvolumen voraussichtlich auf 175 Zettabyte anwachsen. Übersetzung: 175 Billionen Gigabyte. Das ist in jeder Hinsicht eine erstaunliche Zahl – wahrscheinlich unvorstellbar im Jahr 1967, als ein Team von IBM-Ingenieuren unter der Leitung von David L. Noble mit der Arbeit an einem Projekt begann, das die Datenverarbeitung für immer verändern sollte.

Zum Kontext: 1967 war dasselbe Jahr, in dem die Beatles Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band veröffentlichten. Das beliebteste technische Gerät war ein tragbares Radio, das 14 Stunden zum Aufladen brauchte. Clouds, also Wolken, waren für Regen da, nicht für Daten. Und die Menschen benutzten immer noch Lochkarten, um Informationen in Computer einzugeben. Noble und sein Team hatten sich zum Ziel gesetzt, etwas zu entwickeln, das die Arbeit von Tausenden von Lochkarten erledigen konnte.

Entstehungsgeschichte

Die ersten Disketten waren 8-Zoll-Ungetüme, die schwer zu handhaben und aufzubewahren waren, weil sie leicht schmutzig wurden. Noble und sein Team haben dieses Problem gelöst, indem sie schlanke, robuste Umschläge mit einem Element entwickelten, das Staub von der Diskette abwischt. Und so wurde die Floppy-Disk – die Diskette, wie wir sie kennen – geboren. Im Laufe der Jahre schrumpfte die Diskette von ursprünglich 8 Zoll auf 5 ¼ Zoll und schließlich auf 3 ½ Zoll.

Das goldene Zeitalter der Disketten

Als 1977 der Apple II mit zwei 5 ¼-Zoll-Diskettenlaufwerken auf den Markt kam, war das ein gewaltiger Durchbruch für die Verbraucher. Unternehmen könnten Software und Betriebssysteme entwickeln und diese problemlos per Post oder in Geschäften vertreiben. Der „Personal Computer“ (PC) wurde immer zugänglicher und benutzerfreundlicher. Disketten machten Informationen portabel – Dokumente konnten auf einer Diskette gespeichert und auf einem anderen Computer geöffnet werden, und Menschen konnten diese Disketten miteinander teilen. Disketten genossen bis zum neuen Jahrtausend weiterhin das warme Licht des Scheinwerfers.

„Die Diskette bot die erste wirklich einfache Möglichkeit, Dateien zu übertragen“, so Roger Kasten, Worldwide Storage and SDI Flash Technical Enablement Manager bei IBM Systems. „In den 80er und 90er Jahren waren wir oft auf das sogenannte ‚Sneaker-Net‘ angewiesen, um Daten zwischen Computern zu übertragen. Man musste lediglich die Daten auf eine Diskette schreiben, zu einem Kollegen oder Freund gehen, ihm die Diskette geben und ihn die Daten auf sein System kopieren lassen.“

Im Jahr 2011 wurde die Produktion von Disketten dann vollständig eingestellt.

„Anfang der 2000er Jahre kam der USB-Stick auf den Markt“, erklärt Kasten. „In den folgenden Jahren hat er die Diskette als billiges und einfaches Datenübertragungsgerät weitgehend verdrängt.“

Und dann … die Cloud

Die herkömmliche Diskette enthielt nur etwa ein Megabyte an Informationen. Das ist nach heutigen Maßstäben winzig. Aber Sie erinnern sich – 1967 verwendeten die Leute immer noch Lochkarten aus Papier, um Informationen auf Computer zu übertragen. Die Diskette erledigte die Arbeit von Tausenden dieser Karten. Und was noch wichtiger ist: Sie hat Innovationen ausgelöst, die unsere heutige Sicht auf Speicher verändert haben.

„Wenn wir ins Jahr 2019 spulen, sehen wir, dass Cloud-Speicherdienste USB-Sticks als bevorzugte Methode zur Datenübertragung weitgehend abgelöst haben“, so Kasten. „Und die bevorstehende Einführung der 5G-Technologie bedeutet, dass die Cloud eine noch größere Rolle bei der Datenübertragung spielen wird.“

Die Technologie entwickelt sich ständig weiter, und der Rückschritt von heute kann zur Innovation von morgen führen.

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