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Intelligente Telekommunikation

Die Nachfrage nach vielfältigeren und intelligenten Kommunikationsmöglichkeiten steigt sprunghaft an. Können wir damit Schritt halten?

 

Gespräche über eine intelligentere Welt. Mit wem bin ich verbunden?

Wie hört es sich an, wenn auf einem Planeten gesprochen wird? Noch vor hundert Jahren war die Antwort ganz einfach: Gespräche wurden von Angesicht zu Angesicht oder über Kabelnetze geführt. Heute ist jeder mit jedem verbunden, und darüber hinaus jedes Ding mit jedem anderen – ständig.

Bis 2011 werden schätzungsweise zwei Milliarden Menschen Internetzugang haben und dort nicht nur sprechen. Video on demand, IP-Fernsehen und Internetfernsehen werden bis 2012 ca. 90 Prozent des durch Verbraucher generierten IP-Datenverkehrs ausmachen. An Gesprächen werden wesentlich mehr Menschen beteiligt sein – über soziale Netze im Internet, deren Mitgliederzahl innerhalb der nächsten drei Jahre die 500-Millionen-Grenze überschreiten wird.

10.000 Überwachungskameras in London sind mit dem Internet verbunden und versorgen es rund um die Uhr mit Videos. An einer Brücke in Minnesota befinden sich 300 Sonden, die ebenfalls Informationen an das Web liefern. Dazu kommen 800 weitere an einer Brücke in Hongkong – multipliziert mit Millionen von Straßen, Brücken und Gebäuden in Städten in der ganzen Welt. Des Weiteren Milliarden intelligenter Telefone, Kameras, Autos und Geräte, sowie viele Millionen Kilometer intellligenter Stromleitungen und Straßen.

Wen wundert es da, dass der IP-Datenverkehr in nur drei Jahren auf insgesamt mehr als ein halbes Zettabyte geschätzt wird (ein Zettabyte entspricht Tausend Milliarden Gigabyte – d.h., eine 1 mit 21 Nullen …)

Ein smarter Planet benötigt eine intelligente Kommunikationsinfrastruktur.

Hochgeschwindigkeits-Breitband ist zwar wichtig, macht ein Netz jedoch nicht intelligent. Wir benötigen ein multidirektionales und kein sog. "Punkt-zu-Punkt-Netz". Smarte Netze müssen über moderne Analysefunktionen und Intelligenz verfügen, um angeschlossene Geräte identifizieren und von ihnen benötigte Daten abfragen zu können. Sie müssen auf Normen und Software basieren, die Billionen von Geräten befähigen, miteinander zu kommunizieren. Und wir benötigen digitale Plattformen der nächsten Generation, mit deren Hilfe Telekommunikationsunternehmen Dienste aller Art entwickeln und anbieten können.

Glücklicherweise gibt es bereits intelligente Kommunikationslösungen. Der führende private Telekommunikationsanbieter Indiens bietet Hunderten Millionen Menschen mit Hilfe der digitalen Plattform von IBM dynamisch neue Dienste an. Ein Krankenhaus in den USA verwaltet mit Hilfe einer pervasiven kabellosen Infrastruktur, von Barcodes und RFID seine Ressourcen und steuert die Verabreichung von Medikamenten, um die Sicherheit der Patienten zu erhöhen und für effizientere Betriebsabläufe zu sorgen. Ein Netzwerkbetreiber in Taiwan bietet individuelle Werbung auf der Basis des Einkaufsverhaltens der Abonnenten, während Abonnenten eines chinesischen Telekommunikationsanbieters direkt in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen neue Dienste entwickeln. Eine Universität in Kalifornien schließlich arbeitete gemeinsam mit IBM an der ersten kabellosen, mit Zahlungsterminals vernetzten Parklösung Nordamerikas.

Ein denkender, kommunizierender Planet wird überall die Nase vorn haben, nicht nur in Wissenschaft und Medizin, Wirtschaft und Technologie, sondern auch auf Gebieten, an die wir heute noch gar nicht denken. So können Milliarden Menschen ihren Platz in der Weltwirtschaft finden. Die Kommunikation zwischen Gegenständen ermöglicht die Vernetzung von Systemen. Und vernetzte Systeme machen die Welt intelligenter.

Also: machen wir unseren Planeten ein bisschen smarter.
 




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