Windows-Betriebssysteme

Unterstützung offener Dateien für Sicherungsoperationen

Der VSS-Momentaufnahmeprovider wird für die Unterstützung offener Dateien verwendet.

VSS ist der Momentaufnahmeprovider für Windows.

Einige Anwendungen können Dateien erstellen und diese Dateien so öffnen, dass der Zugriff auf alle anderen Prozesse unter einem Microsoft Windows -Betriebssystem verweigert wird. Obwohl dies kein allgemein übliches Verfahren ist, wird es manchmal von Datenbankanbietern oder anderen Anwendungen verwendet, die möglicherweise den Zugriff auf bestimmte Dateien beschränken wollen. Durch die Zugriffsbeschränkung auf diese Dateien werden Sicherungsprodukte daran gehindert, die Daten zu sichern. Diese gesperrten Dateien sind nicht gleichzusetzen mit Dateien, die offen oder im Gebrauch sind. Wird der Client für Sichern/Archivieren ohne die Funktion zur Unterstützung offener Dateien (OFS = Open File Support) ausgeführt, kann er offene oder im Gebrauch befindliche Dateien sichern; dies umfasst unter anderem Dateien, die zum Lesen oder Schreiben geöffnet sind, Dateien, die sich während der Sicherung ändern, ausführbare Dateien und dll-Dateien, die ausgeführt werden sowie Protokolldateien, denen Daten hinzugefügt werden.

Sie können OFS- oder Online-Imagesicherungen auf Workstations mit einem einzigen NTFS- oder ReFS-basierten Laufwerk C:\ erstellen.

Die folgende Fehlernachricht wird im Fehlerprotokoll dsmerror.log angezeigt, wenn der Client eine dieser gesperrten Dateien findet, ohne dass die OFS-Unterstützung aktiviert ist:
ANS4987E Error processing '\\machine1\d$\dir1\lockedfile.xyz': the object is in use
by another process

ANS1228E Sending of object '\\machine1\d$\dir1\lockedfile.xyz' failed

Verwenden Sie OFS nicht zum Sichern gesperrter Windows-Systemdateien, wie z. B. den Windows-Systemstatus. Der Client verfügt über erweiterte Funktionen zum Sichern von Daten, die in diesen Dateien enthalten sind. Das Sichern der in diesen Dateien enthaltenen Systemdaten erfordert zusätzliche Verarbeitung und muss in einer Gruppensicherung erfolgen, damit eine Zurückschreibung erfolgreich ist. Diese Dateien sind von der Sicherung auf Dateiebene von IBM® Storage Protect ausgeschlossen.

Bei Datenbankanwendungen, die bestimmte Dateien für eine transaktionsorientierte Konsistenz verwenden (z. B. eine Wiederherstellungsprotokolldatei) ist es unter Umständen nicht möglich, diese Dateien ohne Datenbankkoordination zu sichern und zurückzuschreiben. Sichern Sie diese Datenbankdateien in diesen Situationen nicht mit der normalen Sicherung auf Dateiebene. Sie können diese Dateien mithilfe der Anweisung exclude oder exclude.dir von der Sicherungsverarbeitung ausschließen. Eine Reihe von Datenschutzclients (IBM Storage Protect for Databases, IBM Storage Protect for Mailusw.) stehen zur Verfügung, um diese Datenbankkoordination und -sicherung zusammen mit anderen erweiterten Datenbanksicherungsfunktionen bereitzustellen. Eine aktuelle Liste der Datenschutzkunden finden Sie auf dieser Website: https://www.ibm.com/products/storage-protect.

Für private Anwendungen oder andere Datenbankprodukte, für die kein Data Protection-Client verfügbar ist, können Sie die Option preschedulecmd verwenden, um der Datenbank oder der Anwendung zu signalisieren, einen der folgenden Schritte auszuführen:

  • Die erforderlichen Schritte unternehmen, um diese Dateien in einen konsistenten und nicht offenen Status zu versetzen.
  • Die Datenbank herunterfahren, bevor die Sicherung auf Dateiebene gestartet wird.
  • Eine andere Methode programmieren oder durch ein Script festschreiben, um diese Daten zu sichern und diese Dateien von der Sicherung auf Dateiebene auszuschließen. In diesen Fällen ist die OFS-Funktion nicht notwendig, da diese Dateien nicht länger nicht verfügbar oder von der Anwendung gesperrt sind. Verwenden Sie nach Beendigung der Sicherung auf Dateiebene die Option postschedulecmd, um die Datenbank wieder online zu bringen, oder starten Sie die Anwendung neu.

Dauert die Ausführung der Sicherung auf Dateiebene zu lang, um die offenen Dateien offline zu halten (z. B. die Datenbank offline zu halten oder Transaktionen aufzuhalten), sollten Sie mit der OFS-Funktion eine Momentaufnahme nach Zeitpunkt des Datenträgers erstellen. Verwenden Sie in diesem Fall die Optionen presnapshotcmd und postsnapshotcmd, um der Datenbank oder der Anwendung zu signalisieren, sich mit der Sicherung dieser offenen Dateien zu koordinieren. Die Erstellung der Momentaufnahme, die zwischen dem Befehl vor der Momentaufnahme und dem Befehl nach der Momentaufnahme stattfindet, dauert in der Regel nur ein paar Sekunden. Dies ermöglicht es der Datenbank oder Anwendung, die Operationen schnell wieder aufzunehmen, während der Client weiterhin eine vollständige Teilsicherung des Datenträgers einschließlich der gesperrten Dateien ausführen kann. Es gibt andere Situationen, in denen diese von einer Anwendung gesperrten Dateien auf sichere Art und Weise und auf Basis einzelner Dateien gesichert und zurückgeschrieben werden können. In diesen Situationen können Sie die OFS-Funktion für denjenigen Datenträger aktivieren, auf dem die offenen Dateien vorhanden sind. Der Client hat dann Zugriff auf diese Dateien und sichert sie mithilfe von Sicherungs- und Archivierungsoperationen auf Dateiebene.

Wenn die Unterstützung offener Dateien konfiguriert wurde, führt der Client eine Momentaufnahmesicherung oder -archivierung der Dateien aus, die von anderen Anwendungen gesperrt (oder "im Gebrauch") sind. Über die Momentaufnahme wird die Sicherung von einer Kopie des Dateisystems erstellt, die dem Dateisystemstatus zum Zeitpunkt der Erstellung der Momentaufnahme entspricht. Nachfolgende Änderungen am Dateisystem werden bei der Sicherung nicht berücksichtigt. Sie können den Parameter snapshotproviderfs der Option include.fs auf none setzen, um anzugeben, welche Laufwerke keine Unterstützung für offene Dateien verwenden.

Sie können die folgenden zusätzlichen Optionen in Ihrer Datei dsm.opt oder als Werte der Option include.fs angeben, um eine OFS-Operation (OFS = Open File Support = Unterstützung offener Dateien) zu steuern: snapshotproviderfs sowie presnapshotcmd und postsnapshotcmd.

Hinweis:
  1. Sie können die Option include.fs verwenden, um Momentaufnahmeoptionen pro Dateisystem festzulegen.
  2. Die Unterstützung offener Dateien wird sowohl für die Sicherung als auch für die Archivierung zur Verfügung gestellt. Bei der Sicherung schließt dies Teilsicherung, Teilsicherung nach Datum, selektive Sicherung, Imageteilsicherung und journalbasierte Sicherung ein.
  3. Die Unterstützung offener Dateien ist nur für lokale fixierte Datenträger (entweder an Laufwerkbuchstaben oder Datenträgermountpunkte angehängt) verfügbar, die mit FAT-, FAT32-, NTFS- oder ReFS-Dateisystemen formatiert sind. Diese Unterstützung schließt an ein SAN angeschlossene Datenträger ein, die diese Anforderungen erfüllen.
  4. Damit die OFS-Unterstützung in einer Clusterumgebung aktiviert werden kann, muss für alle Workstations im Cluster OFS konfiguriert sein. Geben Sie VSS als Momentaufnahmeprovider in der Option snapshotproviderfs an.