Typen von Speichereinheiten

Sie können verschiedene Speichereinheiten mit IBM Storage Protect verwenden, um bestimmte Datenschutzziele zu erfüllen.

Speichereinheiten und Speicherobjekte

Der IBM Storage Protect -Server kann eine Verbindung zu einer Kombination aus manuellen und automatisierten Speichereinheiten herstellen. Sie können die folgenden Typen von Speichereinheiten mit IBM Storage Protectverbinden:
  • Platteneinheiten, die direkt angeschlossen, an ein SAN angeschlossen oder an ein Netz angeschlossen sind
  • Physische Bandeinheiten, die manuell oder automatisch betrieben werden
  • Virtuelle Bandeinheiten
  • Cloudobjektspeicher
IBM Storage Protect stellt physische Speichereinheiten und Datenträger mit Speicherobjekten dar, die Sie in der Serverdatenbank definieren. Speicherobjekte klassifizieren verfügbare Speicherressourcen und handhaben die Umlagerung von einem Speicherpool in einen anderen. In Tabelle 1 werden die Speicherobjekte in der Serverspeicherumgebung beschrieben.
Tabelle 1. Speicherobjekte und Darstellungen
Speicherobjekt Durch das Objekt dargestellte Ressource
Datenträger Eine diskrete Speichereinheit auf Platte, Band oder anderen Speichermedien. Jeder Datenträger ist einem einzelnen Speicherpool zugeordnet.
Speicherpool Eine Gruppe von Speicherdatenträgern oder Containern, die als Ziel zum Speichern von Clientdaten dient. IBM Storage Protect verwendet die folgenden Speicherpooltypen:
  • Verzeichniscontainerspeicherpools
  • Cloud-Containerspeicherpools
  • Speicherpools mit sequenziellem Zugriff, die einer Einheitenklasse zugeordnet sind
  • Speicherpools mit wahlfreiem Zugriff, die einer Einheitenklasse zugeordnet sind
Container Eine Datenspeicherposition, beispielsweise eine Datei, ein Verzeichnis oder eine Einheit.
Containerspeicherpool Ein Speicherpool, in dem ein Server Daten speichert. Daten werden in Containern in Dateisystemverzeichnissen oder in Cloudspeicher gespeichert. Daten werden, falls erforderlich, dedupliziert, während der Server Daten in den Speicherpool schreibt.
Einheitenklasse Der Typ der Speichereinheit, der die Datenträger verwenden kann, die in einem Speicherpool mit sequenziellem Zugriff oder einem Speicherpool mit wahlfreiem Zugriff definiert sind. Jede Einheitenklasse für Typen austauschbarer Datenträger ist einem einzelnen Speicherarchiv zugeordnet.
Bibliothek Eine Speichereinheit. Beispielsweise kann ein Speicherarchiv ein Standalone-Laufwerk, eine Gruppe von Standalone-Laufwerken, eine automatisierte Einheit mit mehreren Laufwerken oder eine Gruppe von Laufwerken darstellen, die durch einen Datenträgermanager gesteuert wird.
Laufwerk Ein Objekt einer Bandarchiveinheit, die die Funktionalität zum Lesen und Schreiben von Daten von bzw. auf Bandarchivdatenträger bereitstellt. Jedes Laufwerk ist einem einzelnen Speicherarchiv zugeordnet.
Pfad Die Angabe der Datenquelle und der Zielposition der Einheit. Bevor eine Speichereinheit verwendet werden kann, muss ein Pfad zwischen der Einheit und dem Quellenserver, der Daten versetzt, definiert werden.
Einheit zum Versetzen von Daten Eine an ein SAN angeschlossene Einheit, die zur Übertragung von Clientdaten verwendet wird. Eine Einheit zum Versetzen von Daten wird nur bei einer Datenübertragung verwendet, bei der der Server nicht vorhanden ist, wie beispielsweise in einer NDMP-Umgebung. Einheiten zum Versetzen von Daten übertragen Daten zwischen Speichereinheiten, ohne viele Server-, Client- oder Netzressourcen zu verwenden.
Server Ein Server, der von einem anderen IBM Storage Protect -Server verwaltet wird

Der Administrator definiert die Speicherobjekte in der logischen Schicht des Servers (siehe Abbildung 1).

Abb. 1. Speicherobjekte
Abbildung zeigt Typen von physischen Schichtspeichereinheiten und logischen Darstellungen

Platteneinheiten

Sie können Clientdaten auf Platteneinheiten mit den folgenden Datenträgertypen speichern:
  • Verzeichnisse in Verzeichniscontainerspeicherpools
  • Datenträger mit wahlfreiem Zugriff des Einheitentyps DISK
  • Datenträger mit sequenziellem Zugriff des Einheitentyps FILE
IBM Storage Protect bietet die folgenden Funktionen, wenn Sie Verzeichniscontainerspeicherpools für die Datenspeicherung verwenden:
  • Datendeduplizierungs- und Plattencachingverfahren können angewendet werden, um die Datenspeichernutzung zu maximieren.
  • Daten können sehr viel schneller von Platte als aus Bandspeicher abgerufen werden.

Physische Bandeinheiten

In einem physischen Bandarchiv wird die Speicherkapazität als Gesamtzahl Datenträger in dem Speicherarchiv definiert. Physische Bandeinheiten können für die folgenden Aktivitäten verwendet werden:
  • Speichern von Clientdaten, die von Clientknoten gesichert, archiviert oder umgelagert werden.
  • Speichern von Datenbanksicherungen
  • Exportieren von Daten auf einen anderen Server oder in Speicher an einem anderen Standort
Das Versetzen von Daten auf Band bietet die folgenden Vorteile:
  • Daten für Clients können auf einer Platteneinheit verbleiben, während die Daten gleichzeitig auf Band versetzt werden.
  • Die Leistung von Bandlaufwerken kann verbessert werden, indem Daten mittels Streaming von Platte auf Band umgelagert werden.
  • Die Nutzungszeiten für Bandlaufwerke können verlängert werden, um die Effizienz der Bandlaufwerke zu verbessern.
  • Daten auf Band können in Vaults an anderen Standorten versetzt werden.
  • Der Stromverbrauch kann eingeschränkt werden, da Bandeinheiten nach dem Schreiben von Daten auf Band keinen Strom mehr verbrauchen.
  • Verschlüsselung, die von der Bandlaufwerkhardware bereitgestellt wird, kann angewendet werden, um die Daten auf Band zu schützen.

Verglichen mit entsprechendem Plattenspeicher und virtuellem Bandspeicher sind die Einheitenkosten zum Speichern von Daten bei physischen Bandeinheiten tendenziell sehr viel geringer.

Virtuelle Bandarchive

Ein virtuelles Bandarchiv (VTL) verwendet keine physischen Banddatenträger. Wenn Sie VTL-Speicher verwenden, werden die Zugriffsmechanismen von Bandhardware emuliert. In einem virtuellen Bandarchiv können Datenträger und Laufwerke definiert werden, um größere Flexibilität für die Speicherumgebung bereitzustellen. Die Speicherkapazität eines virtuellen Bandarchivs wird als insgesamt verfügbarer Plattenspeicherplatz definiert. Sie können die Anzahl und Größe der Datenträger auf der Platte erhöhen oder reduzieren.

Die Definition eines VTL für den IBM Storage Protect -Server kann die Leistung verbessern, da der Server die Mountpunktverarbeitung für VTLs anders handhabt als für reale Bandarchive. Obwohl die logischen Einschränkungen für Bandeinheiten weiterhin bestehen, gelten die physischen Einschränkungen für Bandhardware nicht für ein virtuelles Bandarchiv, das somit bessere Skalierbarkeit bietet. Sie können das IBM Storage Protect -VTL verwenden, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
  • In dem virtuellen Bandarchiv wird nur ein einziger Typ und eine einzige Generation von Laufwerk und Datenträger emuliert.
  • Jeder Server und jeder Speicheragent mit Zugriff auf das VTL hat Pfade, die für alle Laufwerke in dem Bandarchiv definiert sind.