Befehl "exportfs"
Zweck
Exportiert Verzeichnisse auf NFS-Clients und macht Exporte rückgängig.
Syntax
/usr/sbin/exportfs [ -a ] [ -v ] [ -u ] [ -i ] [ - fDatei ] [ -F ] [ - oOption [, Option... ] ] [ -V Exportierte Version ] [ Verzeichnis ]
Beschreibung
Der Befehl exportfs stellt lokale Verzeichnisse zur Verfügung, die von NFS-Clients (Network File System) gemountet werden können. Dieser Befehl wird normalerweise während des Systemstarts von der Datei /etc/rc.nfsaufgerufen und verwendet Informationen in der Datei /etc/exports , um mindestens ein Verzeichnis zu exportieren, das mit vollständigen Pfadnamen angegeben werden muss.
In der Datei /etc/xtab sind die momentan exportierten Verzeichnisse aufgelistet. Zum Anzeigen dieser Datei geben Sie den Befehl exportfs ohne Flags oder Argumente ein. Zum Ändern der Datei oder zum Ändern der Merkmale eines dieser Verzeichnisse können Rootbenutzer die Datei /etc/exports editieren und den Befehl exportfs ausführen. Solche Änderungen können jederzeit vorgenommen werden. Editieren Sie die Datei /etc/xtab nie direkt.
- Es ist nicht möglich, ein Verzeichnis zu exportieren, das ein übergeordnetes Verzeichnis oder ein Unterverzeichnis eines Verzeichnisses ist, das momentan exportiert ist und sich in demselben Dateisystem befindet.
- NFS Version 2 und NFS Version 3 lassen den Export von Verzeichnissen und Dateien zu. Für den Zugriff mit NFS Version 4 können nur Verzeichnisse exportiert werden.
- Wenn zwei Einträge für dasselbe Verzeichnis mit unterschiedlichen Versionen 2 (oder 3) und 4 in der Datei /etc/exports vorhanden sind, exportiert der Befehl exportfs beide Einträge.
- Wenn die Optionen für NFS Version 2 (oder 3) und 4 für ein Verzeichnis identisch sind, kann ein Eintrag in der Datei /etc/exports angegeben werden.-vers=3:4.
Flags
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| -A | Exportiert alle in der Exportdatei aufgelisteten Verzeichnisse. |
| -v | Gibt den Namen jedes Verzeichnisses aus, wenn es exportiert wird oder wenn dessen Export rückgängig gemacht wird. |
| -u | Macht den Export der angegebenen Verzeichnisse rückgängig. Wenn dieses Flag zusammen mit dem Flag -a verwendet wird, wird der Export aller exportierten Verzeichnisse rückgängig gemacht. Wenn dieses Flag zusammen mit den Flags -a und -f verwendet wird, wird der Export aller Verzeichnisse in der angegebenen Exportdatei rückgängig gemacht. |
| -i | Lässt den Export von Verzeichnissen zu, die nicht in der Exportdatei angegeben sind, oder ignoriert die Optionen in der Exportdatei. Sofern mit dem Flag -f keine alternative Datei angegeben wird, sucht der Befehl exportfs normalerweise in der Datei /etc/exports nach den Optionen, die dem exportieren Verzeichnis zugeordnet sind. |
| -f Datei | Gibt eine alternative Exportdatei für die Datei /etc/exports an, die eine Liste von Verzeichnissen enthält, die Sie exportieren können. Diese Datei muss dasselbe Format haben wie die Datei /etc/exports. ANMERKUNG: Diese alternative Datei wird nicht zum automatischen Exportieren von Verzeichnissen verwendet, wenn das System und NFS gestartet werden. Die Datei /etc/exports ist die einzige Datei, die für die Angabe der beim Systemstart zu exportierenden Verzeichnissen unterstützt wird. |
| -F | Gibt an, dass das Rückgängigmachen eines Exports erzwungen werden soll. Verwenden Sie dieses Flag nur mit dem Flag -u . Dieses Flag hat keine Wirkung, wenn ein V2/V3-Export rückgängig gemacht wird. Das Rückgängigmachen eines V4-Exports kann aufgrund von Dateien, die der Client noch geöffnet hat, fehlschlagen. Dieses Flag erzwingt die Freigabe aller noch von Clients geöffneten Dateien eines V4-Exports. |
| -oOptionen | Gibt die optionalen Merkmale für das zu exportierende Verzeichnis an. Sie können mehrere Variablen eingeben, indem Sie sie durch Kommas trennen. Für Optionen, die den Parameter Client akzeptieren, kann für Client ein Hostname, eine IP-Adresse
mit Punkten als Trennzeichen, ein Netzname oder ein Teilnetzbezeichner angegeben werden. Ein Teilnetzbezeichner wird im Format "@Host/Maske" angegeben, wobei Host für einen Hostnamen oder eine IP-Adresse
mit Punkten als Trennzeichen und Maske für die Anzahl der bei der Zugriffsprüfung zu verwendenden Bit steht. Wenn keine Maske angegeben wird, wird eine vollständige Maske verwendet. Beispiel: Die Bezeichnung @client.group.company.com/16 stimmt mit allen Clients im Teilnetz company.com überein. Der Bezeichner @client.group.company.com/24 entspricht nur den Clients im Teilnetz group.company.com. Die folgenden Optionen stehen zur Auswahl:
|
| -o Optionen (Fortsetzung) |
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| -o Optionen (Fortsetzung) |
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| -o Optionen (Fortsetzung) |
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| -o Optionen (Fortsetzung) |
Wenn sich die Attribute eines Clients ändern, müssen alle Exporteinträge, die diesen Client als Parameter enthalten, erneut exportiert werden. Zu den Ereignissen, die die Attribute eines Clients ändern können, gehören das Ändern einer Netzgruppe und das Ändern der IP-Adresse eines Clients. Andernfalls kann der Server alte Clientinformationen verwenden. |
| -V exportierte_Version | Gibt die Versionsnummer an. Die gültigen Versionsnummern sind 2, 3 und 4. |
Solaris-Kompatibilität
Der Befehl exportfs kann als share, shareall, unshare oder unshareall aufgerufen werden. Wenn der Befehl exportfs als share oder shareall aufgerufen wird, entspricht die Funktionalität exportfs bzw. exportfs -a mit der Ausnahme, dass die Option sec verwendet werden muss, um die Sicherheitsmethoden anzugeben. Wenn der Befehl exportfs als unshare oder unshareall aufgerufen wird, entspricht die Funktionalität exportfs -u bzw. exportfs -u -a.
Sicherheit
Beispiele
- Geben Sie Folgendes ein, um alle Verzeichnisse in die Datei /etc/exports zu exportieren:
exportfs -a - Geben Sie Folgendes ein, um ein Verzeichnis aus der Datei /etc/exports zu exportieren:
exportfs /home/notesIn diesem Beispiel/home/notesVerzeichnis exportiert.Anmerkung: Damit dieser Befehl funktioniert, müssen Sie das Verzeichnis /home/notes in der Datei /etc/exports angeben. - Geben Sie Folgendes ein, um den Export eines Verzeichnisses rückgängig zu machen:
exportfs -u /home/notesIn diesem Beispiel/home/notesDas Verzeichnis wird nicht exportiert.
- Geben Sie Folgendes ein, um den Namen des derzeit exportierten Verzeichnisses anzuzeigen:
exportfs -v - Geben Sie Folgendes ein, um ein Verzeichnis zu exportieren, das nicht in der Datei /etc/exports angegeben ist:
exportfs -i /home/zeusIn diesem Beispiel/home/zeusVerzeichnis wird ohne Einschränkungen exportiert.
- Geben Sie Folgendes ein, um ein Verzeichnis zu exportieren und den Mitgliedern der Netzgruppe die Berechtigung für den Zugriff
auf das Verzeichnis zu erteilen:
exportfs access=cowboys:oilers /home/notes -oIn diesem Beispiel/home/notesVerzeichnis wird exportiert und ermöglicht Benutzern voncowboysundoilersHostmaschinen, auf die zugegriffen werden soll.
- Geben Sie Folgendes ein, um ein Verzeichnis mit verschiedenen Optionen aus der Datei /etc/exports zu exportieren:
exportfs -i -o root=zorro:silver /directoryIn diesem Beispiel/directoryVerzeichnis wird exportiert und ermöglicht Rootbenutzerzugriff aufzorroundsilverHostmaschinen, unabhängig von den in der Datei /etc/exports angegebenen Zugriffsberechtigungen.
- Fügen Sie den folgenden Text zur Datei /etc/exports hinzu, um das Verzeichnis /common/docs mit Schreibberechtigungen für Clients mit der Kerberos -Authentifizierung, aber Leseberechtigungen für Clients mit der UNIX -Authentifizierung zu exportieren:
/common/docs -sec=krb5,rw,sec=sys,roGeben Sie anschließend
exportfs /common/docsein, um den Export durchzuführen. - Um einen Verweis unter /usr/info auf das /usr/info -Verzeichnis auf dem Host
infoserverzu erstellen, fügen Sie die folgende Zeile zu /etc/exports hinzu und exportieren Sie dann /usr/info:/usr/info -vers=4,refer=/usr/info@infoserver - Um Replikate für das /common/info -Verzeichnis auf Hosts
backup1undbackup2anzugeben, fügen Sie die folgende Zeile zu /etc/exports hinzu und exportieren Sie dann /common/info:/common/info -vers=4,replicas=/common/info@backup1:/common/info@backup2,<other options> - Geben Sie den folgenden Befehl ein, um das Verzeichnis /common/docs mit Version 3 und Version 4 zu exportieren:
exportfs -V 3:4 /common/docs - Geben Sie den folgenden Befehl ein, um alle Einträge der Version 4 in der Datei /etc/exports zu exportieren:
exportfs -a -V 4 - Geben Sie den folgenden Befehl ein, um den Export des Verzeichnisses /common/docs nur für Version 3 rückgängig zu machen:
exportfs -u -V 3 /common/docs - Geben Sie den folgenden Befehl ein, um den Export aller Einträge der Version 3 in der Datei /etc/xtab rückgängig zu machen:
exportfs -ua -V 3 - So geben Sie Verweise für das Verzeichnis /common/docs auf Hosts an:s1,s2unds3Fügen Sie die folgende Zeile zur Datei /etc/exports hinzu und exportieren Sie anschließend das Verzeichnis /common/docs :
/common/docs -vers=4,refer=/common/docs@s1:/common/docs@s2:/common/docs@s3,scatter=full - Gehen Sie wie folgt vor, um Repliken für das Verzeichnis /common/docs auf Hosts mit dem Namens1,s2,s3unds4und sie teilweise streuen (der erste Failover-Server ists1Fügen Sie für alle Kombinationen die folgende Zeile zur Datei /etc/exports hinzu und exportieren Sie dann das Verzeichnis /common/docs :
/common/docs -vers=4,noauto,replicas=/common/docs@s1:/common/docs@s2:/common/docs@s3:/common/docs@s4,scatter=partial
Dateien
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| /etc/exports | Listet die Verzeichnisse auf, die der Server exportieren kann. |
| /etc/xtab | Listet die momentan exportierten Verzeichnisse auf. |
| /etc/hosts | Enthält einen Eintrag für jeden Host im Netz. |
| /etc/netgroup | Enthält Informationen zu jeder Benutzergruppe im Netz. |
| /etc/rc.nfs | Enthält das Startscript für die NFS -und NIS -Dämonprozesse. |