Übersicht (Befehl MISSING VALUES)
MISSING VALUES deklariert benutzerdefiniert fehlende Werte. Diese Werte können dann bei Datentransformationen, statistischen Berechnungen und Fallauswahl besonders behandelt werden. Standardmäßig werden benutzerdefiniert fehlende Werte wie systemdefiniert fehlende Werte behandelt. Systemdefiniert fehlende Werte werden vom Programm automatisch zugeordnet, wenn kein gültiger Wert erzeugt werden kann, z. B. wenn ein alphabetisches Zeichen in den Daten für eine numerische Variable gefunden wird oder wenn eine unzulässige Berechnung, z. B. eine Division durch 0, in einer Datentransformation angefordert wird.
Basisspezifikation
Die Basisspezifikation ist eine einzelne Variable, auf die der benutzerdefiniert fehlende Wert oder Werte in runden Klammern folgen. Jeder angegebene Wert für die Variable wird für jede Analyse als benutzerdefiniert fehlend behandelt.
Syntaxregeln
- Jede Variable kann maximal drei einzelne benutzerdefiniert fehlende Werte aufweisen. Die einzelnen Werte müssen durch ein Leerzeichen oder Komma getrennt werden. Bei numerischen Variablen können Sie auch einen Bereich fehlender Werte angeben. Weitere Informationen finden Sie im Thema Bereiche fehlender Werte angeben (Befehl MISSING VALUES) .
- Die Spezifikation für fehlende Werte muss dem Variablentyp (numerisch oder Zeichenfolge) entsprechen.
- Dieselben Werte können für mehrere Variablen als fehlend deklariert werden, indem eine Variablenliste gefolgt von den Werten in runden Klammern angegeben wird. Variablenlisten müssen entweder nur numerische oder nur Zeichenfolgevariablen enthalten.
- Unterschiedliche Werte können für verschiedene Variablen als fehlend deklariert werden, indem separate Werte für jede Variable angegeben werden. Zur Trennung von Spezifikationen kann ein optionaler Schrägstrich verwendet werden.
- Fehlende Werte für Zeichenfolgevariablen müssen in einfache oder doppelte Anführungszeichen eingeschlossen werden. Die Wertbestimmungen müssen führende Leerzeichen enthalten. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Zeichenfolgewerte in Befehlsspezifikationen .
- Bei Variablen im Datumsformat (z. B.
DATE,ADATE) müssen fehlende Werte, die in Datumsformaten ausgedrückt werden, in einfache oder doppelte Anführungszeichen eingeschlossen werden, und die Werte müssen in demselben Datumsformat wie das definierte Datumsformat für die Variable ausgedrückt werden. - Eine Variablenliste gefolgt von einer leeren Gruppe runder Klammern () löscht alle benutzerdefiniert fehlenden Spezifikationen für diese Variablen.
- Das Schlüsselwort
ALLkann verwendet werden, um auf alle benutzerdefinierten Variablen im aktiven Dataset zu verweisen, vorausgesetzt, die Variablen sind entweder alle numerisch oder alle Zeichenfolgen.ALLkann sowohl auf numerische Variablen als auch auf Zeichenfolgevariablen verweisen, wenn darauf eine leere Gruppe runder Klammern folgt. Dadurch werden alle benutzerdefiniert fehlenden Spezifikationen im aktiven Dataset gelöscht. - Pro Sitzung können mehrere
MISSING VALUES-Befehle angegeben werden.
Operationen
- Im Gegensatz zu den meisten Umsetzungen wird
MISSING VALUESwirksam, sobald es auftritt. Besondere Aufmerksamkeit sollte seiner Position unter den Befehlen gewidmet werden. Weitere Informationen finden Sie im Thema Befehlsreihenfolge . - Fehlende Werte können zwischen Prozeduren geändert werden. Neue Spezifikationen ersetzen vorherige. Wenn eine Variable mehrmals in einem oder mehreren
MISSING VALUES-Befehlen vor einer Prozedur erwähnt wird, wird nur die letzte Spezifikation verwendet. - Spezifikationen fehlender Werte werden in IBM® SPSS® Statistics -Datendateien (siehe
SAVE) und portierbaren Dateien (sieheEXPORT) gespeichert.
Einschränkungen
Fehlende Werte für Zeichenfolgevariablen dürfen 8 Byte nicht überschreiten. (Es gibt keine Begrenzung für die definierte Breite der Zeichenfolgevariablen, aber definierte fehlende Werte dürfen 8 Byte nicht überschreiten.)