Cox-Regression für komplexe Stichproben

Die Prozedur "Cox-Regression für komplexe Stichproben" bietet Funktionen zum Ausführen von Überlebensanalysen für Stichproben, die mit Methoden für komplexe Stichproben gezogen wurden. Optional können Sie auch Analysen für eine Teilgesamtheit vornehmen.

Beispiele. Eine staatliche Strafverfolgungsbehörde befasst sich mit den Rückfallraten in ihrem Zuständigkeitsbereich. Einer der Messwerte für Rückfälligkeit ist die Zeit bis zur zweiten Festnahme von Straftätern. Die Behörde möchte anhand der Cox-Regression ein Modell für die Zeit bis zur erneuten Festnahme aufstellen, befürchtet aber, dass die Proportional-Hazards-Annahme für Alterskategorien nicht zutreffend sein könnte.

Medizinforscher untersuchen die Überlebenszeiten von Patienten nach einem Rehabilitationsprogramm wegen eines ischämischen Schlaganfalls. Möglicherweise gibt es mehrere Fälle pro Patient, da die Anamnesen sich ändern, sobald das Auftreten von bedeutenden, nicht tödlichen Ereignissen vermerkt wird und die Zeitpunkte dieser Ereignisse festgehalten werden. Die Stichprobe ist außerdem insofern links gekürzt, als die beobachteten Überlebenszeiten durch die Dauer der Rehabilitation "überhöht" werden; während nämlich das Eintreten des Risikos zum Zeitpunkt des ischämischen Schlaganfalls beginnt, sind nur diejenigen Patienten Teil der Stichprobe, die bis zum Ende des Rehabilitationsprogramms überleben.

Erläuterung der Daten bei der Cox-Regression für komplexe Stichproben

Überlebenszeit. Bei der Prozedur wird die Cox-Regression auf Überlebenszeiten angewandt, also auf die Zeitspanne bis zum Eintreten eines Ereignisses. Es gibt abhängig von der Anfangszeit des Intervalls zwei Möglichkeiten, um die Überlebenszeit anzugeben:

  • Time=0. Gewöhnlich liegen Ihnen vollständige Informationen zum Beginn des Intervalls für jedes Subjekt vor und Sie haben eine Variable, die die Enddaten enthält (oder Sie erstellen eine einzelne Variable mit Enddaten aus Datums-/Zeitvariablen; siehe unten).
  • Variiert nach Subjekt. Dies ist anzuwenden, wenn eine Linksstutzung, auch Verzögerter Einschluss genannt, vorliegt; falls Sie zum Beispiel die Überlebenszeiten für Patienten nach einem Rehabilitationsprogramm analysieren, das nach einem Schlaganfall durchgeführt wurde, könnten Sie den Zeitpunkt des Schlaganfalls mit dem Eintreten des Risikos gleichsetzen. Falls bei Ihrer Stichprobe jedoch nur Patienten berücksichtigt werden, die das Rehabilitationsprogramm überlebt haben, ist sie insofern links gekürzt, als die beobachteten Überlebenszeiten durch die Dauer der Rehabilitation "überhöht" werden. Sie können dem Rechnung tragen, indem Sie den Abschlusszeitpunkt der Rehabilitation als den Zeitpunkt des Einschlusses in die Studie angeben.

Datums- und Zeitvariablen. Datums- und Zeitvariablen können nicht zur direkten Bestimmung des Anfangs und des Endes des Intervalls verwendet werden; Datums- und Zeitvariablen sollten verwendet werden, um Variablen zu erstellen, die Überlebenszeiten enthalten. Falls keine Linksstutzung vorliegt, erstellen Sie einfach eine Variable, die Endzeiten auf Basis der Differenz zwischen dem Zeitpunkt des Eintritts in die Studie und dem Beobachtungsdatum enthält. Falls eine Linksstutzung vorliegt, erstellen Sie eine Variable, die Anfangszeiten auf Basis der Differenz zwischen dem Anfangsdatum der Studie und dem Einschlussdatum enthält, sowie eine Variable, die Endzeiten auf Basis der Differenz zwischen dem Anfangsdatum der Studie und dem Beobachtungsdatum enthält. Weitere Informationen finden Sie im Thema Assistent für Datum und Uhrzeit .

Ereignisstatus. Sie benötigen eine Variable, die erfasst, ob das Subjekt das relevante Ereignis innerhalb des Intervalls erfahren hat. Subjekte, bei denen das Ereignis nicht eingetreten ist, sind rechtszensiert.

Subjekt-ID. Sie können stückweise konstante, zeitabhängige Prädiktoren einfach integrieren, indem Sie die Beobachtungen zu einem einzelnen Subjekt auf mehrere Fälle aufteilen. Wenn Sie zum Beispiel Überlebenszeiten für Patienten nach einem Schlaganfall analysieren, können die Variablen, die für ihre Anamnese stehen, als Prädiktoren verwendet werden. Im Laufe der Zeit ereignen sich unter Umständen bedeutende medizinische Ereignisse, die ihre Anamnese ändern. Die folgende Tabelle zeigt die Strukturierung eines solchen Datasets: Patienten-ID ist die Subjekt-ID, Endzeit legt die beobachteten Intervalle fest, Status erfasst bedeutende medizinische Ereignisse und Herzinfarktanamnese und Blutungsanamnese sind stückweise konstante, zeitabhängige Prädiktoren.

Tabelle 1. Datenstruktur für die Integration stückweise konstanter, zeitabhängiger Prädiktoren
Patienten-ID End Time Status Herzinfarktanamnese Blutungsanamnese
1 5 Herzinfarkt Nein Nein
1 7 Blutung Ja Nein
1 8 Verstorben Ja Ja
2 24 Verstorben Nein Nein
3 8 Herzinfarkt Nein Nein
3 15. Verstorben Ja Nein

Annahmen. Die Fälle in der Datendatei stellen eine Stichprobe aus einem komplexen Design dar, das gemäß den Spezifikationen in der im Dialogfeld "Plan für komplexe Stichproben"ausgewählten Datei analysiert werden sollte.

Normalerweise wird bei Cox-Regressionsmodellen von proportionalen Hazards ausgegangen; das heißt, dass sich das Hazardverhältnis von einem Fall zum nächsten über die Zeit nicht ändern darf. Falls diese Annahme nicht zutreffend ist, müssen Sie dem Modell unter Umständen zeitabhängige Prädiktoren hinzufügen.

Kaplan-Meier-Analyse. Falls Sie keine Prädiktoren auswählen (oder keine ausgewählten Prädiktoren in das Modell eingeben) und für die Berechnung der Basisüberlebenskurve auf der Registerkarte "Optionen" die Produkt-Limit-Methode auswählen, wird eine Überlebensanalyse nach der Kaplan-Meier-Methode durchgeführt.

So erstellen Sie eine Cox-Regression für komplexe Stichproben

Für diese Funktion ist die Option "Komplexe Stichproben" erforderlich.

  1. Wählen Sie in den Menüs Folgendes aus:

    Analysieren > Komplexe Stichproben > Cox Regression...

    Hinweis: Die rot markierten Felder sind Pflichtfelder. Die Schaltflächen „Einfügen“ und „OK“ werden aktiviert, nachdem Sie gültige Werte in alle erforderlichen Felder eingegeben haben.
  2. Wählen Sie eine Plandatei aus. Optional können Sie eine benutzerdefinierte Datei für die gemeinsamen Wahrscheinlichkeiten auswählen.
  3. Klicken Sie auf Fortfahren.
  4. Geben Sie die Überlebenszeit an, indem Sie den Zeitpunkt des Einschlusses in die Studie und den Zeitpunkt des Austritts aus der Studie auswählen.
  5. Wählen Sie eine Ereignisstatusvariable aus.
  6. Klicken Sie auf Ereignis definieren und definieren Sie mindestens einen Ereigniswert.

Wahlweise können Sie eine Subjekt-ID auswählen.

Mit dieser Prozedur wird CSCOXREG -Befehlssyntax eingefügt.