Erstellen von Tabellen

Auf der Registerkarte "Tabelle" des Tabellenerstellungsprogramms wählen Sie die Variablen und Auswertungsmaße aus, die in der Tabelle angezeigt werden sollen.

Variablenliste. Die Variablen aus der Datendatei werden links oben im Fenster angezeigt. Bei benutzerdefinierten Tabellen werden zwei Messniveaus unterschieden, nach denen Variablen behandelt werden:

Kategorial. Daten mit einer begrenzten Anzahl von eindeutigen Werten oder Kategorien (beispielsweise Geschlecht oder Religion). Kategoriale Variablen können Zeichenfolgevariablen (alphanumerisch) oder numerische Variablen sein, die zur Darstellung von Kategorien numerischen Code verwenden (beispielsweise 0 = männlich und 1 = weiblich). Auch als qualitative Daten bezeichnet. Kategoriale Variablen können nominal oder ordinal sein.

  • Nominell. Eine Variable kann als nominal behandelt werden, wenn ihre Werte Kategorien darstellen, die sich nicht in eine natürliche Reihenfolge bringen lassen, z. B. die Firmenabteilung, in der eine Person arbeitet. Beispiele für nominale Variablen sind Region, Postleitzahl oder Religionszugehörigkeit.
  • Ordinal. Eine Variable kann als ordinal behandelt werden, wenn ihre Werte für Kategorien stehen, die eine natürliche Reihenfolge aufweisen (z. B. Grad der Zufriedenheit mit Kategorien von sehr unzufrieden bis sehr zufrieden). Ordinale Variablen treten beispielsweise bei Einstellungsmessungen (Zufriedenheit oder Vertrauen) und bei Präferenzbeurteilungen auf.

Skalierung. Daten, die auf einer Intervall- oder Verhältnisskala gemessen werden und bei denen die Datenwerte sowohl die Reihenfolge der Werte als auch die Distanz zwischen den Werten festlegen. So ist beispielsweise ein Gehalt von $72.195 höher als ein Gehalt von $52.398 und die Distanz zwischen den Werten beträgt $19.797. Auch als quantitative oder stetige Daten bezeichnet.

Kategoriale Variablen definieren Kategorien (Zeilen, Spalten, Schichten) in der Tabelle. In der Standardeinstellung wird als Auswertungsstatistik die Anzahl (Anzahl der Fälle pro Kategorie) berechnet. In einer Standardtabelle für eine kategoriale Variable "Geschlecht" wird beispielsweise einfach die Anzahl der Männer und die Anzahl der Frauen aufgeführt.

Metrische Variablen werden normalerweise in den Kategorien von kategorialen Variablen ausgewertet. In der Standardeinstellung wird als Auswertungsstatistik der Mittelwert berechnet. So wird beispielsweise in einer Standardtabelle, in der das Einkommen nach Geschlecht kategorisiert ist, das durchschnittliche Einkommen von Männern und das durchschnittliche Einkommen von Frauen aufgeführt.

Es ist darüber hinaus möglich, metrische Variablen auszuwerten, ohne mithilfe von kategorialen Variablen Gruppen zu definieren. Dies ist in erster Linie zum Stapeln der Auswertungen von mehreren metrischen Variablen sinnvoll. Weitere Informationen finden Sie im Thema Stapelvariablen .

Mehrfachantwortsets

In benutzerdefinierten Tabellen kann außerdem eine besondere Art von "Variable" verwendet werden, die als Mehrfachantwortset bezeichnet wird. Bei Mehrfachantwortsets handelt es sich nicht um Variablen im üblichen Sinn. Mehrfachantwortsets können nicht im Dateneditor angezeigt werden, sie werden von anderen Prozeduren nicht erkannt. Mehrfachantwortsets verwenden mehrere Variablen, um Antworten auf Fragen aufzuzeichnen, auf welche der Befragte mehr als eine Antwort geben kann. Sie werden wie kategoriale Variablen behandelt und bieten weitestgehend dieselben Möglichkeiten wie kategoriale Variablen. Weitere Informationen finden Sie im Thema Mehrfachantwortsets .

Der Variablentyp ist durch ein Symbol neben der jeweiligen Variablen in der Variablenliste gekennzeichnet.

Tabelle 1. Messniveausymbole
  Numerisch Zeichenfolge Datum Zeit
Metrisch (stetig)
Skalensymbol
nicht zutreffend
Symbol für Skalierungsdatum
Symbol für Skalierungszeit
Ordinalzahl
Ordinalsymbol
Symbol für ordinale Zeichenfolge
Symbol für ordinales Datum
Symbol für ordinale Zeit
Nominal
Nominales Symbol
Symbol für nominale Zeichenfolge
Symbol für nominales Datum
Symbol für nominale Zeit
Tabelle 2. Symbole für Mehrfachantwortsets
Typ des Mehrfachantwortsets Symbol
Mehrfachantwortset, mehrere Kategorien
Mehrfachantwortset, Symbol für mehrere Kategorien
Mehrfachantwortset, mehrere Dichotomien
Symbol für Mehrfachantwortset, mehrere Dichotomien

Sie können das Messniveau einer Variablen ändern, indem Sie im Tabellenerstellungsprogramm mit der rechten Maustaste auf die Variable in der Variablenliste klicken und im Popup-Menü Kategorial oder Metrisch auswählen. In der Variablenansicht des Dateneditors kann das Messniveau einer Variablen dauerhaft geändert werden. Variablen, die als nominal oder ordinal definiert sind, werden bei benutzerdefinierten Tabellen als kategoriale Variablen behandelt. Weitere Informationen finden Sie im Thema Messniveau für Variablen .

Kategorien. Wenn Sie in der Variablenliste eine kategoriale Variable auswählen, werden die für diese Variable definierten Kategorien in der Liste "Kategorien" angezeigt. Die Kategorien werden außerdem im Erstellungsbereich angezeigt, wenn Sie die Variable in einer Tabelle verwenden. Wenn für die Variable keine Kategorien definiert wurden, werden in der Liste "Kategorien" und im Erstellungsbereich zwei Kategorieplatzhalter angezeigt: Kategorie 1 und Kategorie 2.

Die definierten Kategorien, die im Tabellenerstellungsprogramm angezeigt werden, beruhen auf Wertbeschriftungen. Hierbei handelt es sich um aussagekräftige Beschriftungen, die verschiedenen Datenwerten zugeordnet sind (z. B. die beiden numerischen Werte 0 und 1 mit den jeweiligen Wertbeschriftungen männlich und weiblich). Wertbeschriftungen können in der Variablenansicht des Dateneditors oder mit dem Befehl "Variableneigenschaften definieren" aus dem Menü "Daten" definiert werden.

Erstellungsbereich. Tabellen werden durch Ziehen und Ablegen von Variablen auf den Zeilen und Spalten im Erstellungsbereich erstellt. Im Erstellungsbereich wird eine Vorschau der Tabelle angezeigt, die erstellt wird. Die Zellen im Erstellungsbereich enthalten keine tatsächlichen Datenwerte. Die Darstellung im Erstellungsbereich bietet jedoch eine relativ genaue Layoutansicht der resultierenden Tabelle. Bei kategorialen Variablen enthält die tatsächliche Tabelle möglicherweise mehr Kategorien als die Tabelle in der Vorschau, wenn sich in der Datendatei eindeutige Werte befinden, für die keine Wertbeschriftungen definiert wurden.

  • In der Normalansicht werden alle Zeilen und Spalten angezeigt, die in der Tabelle enthalten sein werden, einschließlich der Zeilen bzw. Spalten für Auswertungsstatistiken und für die Kategorien der kategorialen Variablen.
  • In der Kompaktansicht werden nur die Variablen angezeigt, die in der Tabelle enthalten sein werden, nicht jedoch die Vorschau der Zeilen und Spalten.

Grundregeln und Einschränkungen für das Erstellen von Tabellen

  • Bei kategorialen Variablen beruhen Auswertungsstatistiken auf der innersten Variablen in der Quellendimension der Statistik.
  • Die Standardquellendimension der Statistik (Zeile oder Spalte) für kategoriale Variablen beruht auf der Reihenfolge, in der Sie die Variablen in den Erstellungsbereich ziehen. Wenn Sie z. B. eine Variable zuerst in den Bereich für die Zeilen ziehen, wird die Zeilendimension als Standardquellendimension für die Statistik verwendet.
  • Metrische Variablen können nur innerhalb der Kategorien der innersten Variablen in der Zeilen- oder der Spaltendimension ausgewertet werden. (Die metrische Variable kann auf einer beliebigen Ebene der Tabelle platziert werden, ihre Auswertung erfolgt jedoch auf der innersten Ebene.)
  • Metrische Variablen können nicht innerhalb von anderen metrischen Variablen ausgewertet werden. Sie können Auswertungen von mehreren metrischen Variablen stapeln und metrische Variablen innerhalb der Kategorien von kategorialen Variablen auswerten. Es ist nicht möglich, metrische Variablen ineinander zu verschachteln oder eine metrische Variable in der Zeilendimension und eine andere in der Spaltendimension anzuordnen.
  • Wenn eine Variable im aktiven Dataset mehr als 12.000 definierte Wertbeschriftungen enthält, können Sie das Tabellenerstellungsprogramm nicht zum Erstellen von Tabellen verwenden. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Variablensätze definieren . Wenn Sie keine Variablen, die diese Beschränkung überschreiten, in Ihre Tabellen aufnehmen müssen, können Sie Variablensets definieren und anwenden, die diese Variablen ausschließen. Wenn Sie Variablen mit mehr als 12.000 definierten Wertbeschriftungen einschließen müssen, können Sie die CTABLES -Befehlssyntax verwenden, um die Tabellen zu generieren.

Die Registerkarte "Tabelle" im Tabellenerstellungsprogramm bietet vielfältige Funktionen für Layout und Inhalt von Tabellen. Dazu gehören: