Warteschlangenmanager

Dieser Abschnitt enthält eine Einführung in Warteschlangenmanager und die Services für die Warteschlangensteuerung, die sie für die Anwendungen bereitstellen.

Damit ein Programm die Services eines Warteschlangenmanagers nutzen kann, muss es eine Verbindung zu diesem Warteschlangenmanager herstellen. Diese Verbindung kann vom Programm direkt (über den MQCONN- oder MQCONNX-Aufruf) oder indirekt (abhängig von der Plattform und der Umgebung, auf der bzw. in der das Programm aktiv ist) hergestellt werden.

Ein IBM® MQ -Warteschlangenmanager stellt die folgenden Aktionen sicher:
  • Objektattribute entsprechend den empfangenen Befehlen geändert werden;
  • besondere Ereignisse wie Auslöser- oder Instrumentierungsereignisse generiert werden, wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind;
  • Nachrichten entsprechend dem MQPUT-Aufruf einer Anwendung in die richtige Warteschlange eingereiht werden. Ist dies nicht möglich, wird die Anwendung unter Angabe des entsprechenden Ursachencodes darüber informiert.

Jede Warteschlange gehört nur zu einem Warteschlangenmanager und wird als lokale Warteschlange dieses Warteschlangenmanagers bezeichnet. Der Warteschlangenmanager, mit dem die Anwendung verbunden ist, wird als lokaler Warteschlangenmanager dieser Anwendung bezeichnet. Für die Anwendung sind die Warteschlangen ihres lokalen Warteschlangenmanagers lokale Warteschlangen.

Eine ferne Warteschlange ist eine Warteschlange, die zu einem anderen Warteschlangenmanager gehört. Als fern werden alle Warteschlangenmanager bezeichnet, bei denen es sich nicht um den lokalen Warteschlangenmanager handelt. Ein ferner Warteschlangenmanager kann sich auf einer fernen Maschine im Netz oder auf derselben Maschine wie der lokale Warteschlangenmanager befinden. IBM MQ unterstützt mehrere Warteschlangenmanager auf derselben Maschine.

In einigen MQI-Aufrufen können Warteschlangenmanagerobjekte verwendet werden. So können Sie beispielsweise mit dem MQI-Aufruf MQINQ die Attribute des Warteschlangenmanager-Objekts abfragen.

Attribute von Warteschlangenmanagern

Jedem Warteschlangenmanager sind eine Reihe von Attributen (oder Eigenschaften) zugeordnet, die diesen Warteschlangenmanager definieren. Einige der Attribute eines Warteschlangenmanagers werden bei seiner Erstellung festgelegt. Sie können andere mit den IBM MQ -Befehlen ändern. Mit Ausnahme der für die TLS-Verschlüsselung (Transport Layer Security) verwendeten Attribute können Sie die Werte aller Attribute mit dem MQINQ-Aufruf abfragen.

Zu den festgelegten Attributen gehören:
  • Der Name des Warteschlangenmanagers.
  • Die Plattform, auf der der Warteschlangenmanager ausgeführt wird (z. B. Windows ).
  • Die Systemsteuerbefehle, die der Warteschlangenmanager unterstützt.
  • Die Priorität, die den vom Warteschlangenmanager verarbeiteten Nachrichten maximal zugeordnet werden kann.
  • Name der Warteschlange, an die Programme IBM MQ -Befehle senden können
  • Die maximale Länge der Nachrichten, die der Warteschlangenmanager verarbeiten kann [z/OS](nur in IBM MQ for z/OS® festgelegt)
  • Ob der Warteschlangenmanager beim Einreihen und Abrufen von Nachrichten Synchronisationspunkte unterstützt.
Zu den Attribute, die geändert werden können, gehören die folgenden:
  • Eine Beschreibung des Warteschlangenmanagers im Textformat.
  • Die ID des Zeichensatzes, den der Warteschlangenmanager bei der Verarbeitung von MQI-Aufrufen für Zeichenfolgen verwendet.
  • Das Zeitintervall, mit dem der Warteschlangenmanager die Anzahl von Auslösenachrichten einschränkt.
  • [z/OS]Das Zeitintervall, das der Warteschlangenmanager verwendet, um zu bestimmen, wie oft die Warteschlangen nach abgelaufenen Nachrichten durchsucht werden sollen ( nur IBM MQ for z/OS )
  • Der Name der Warteschlange für nicht zustellbare Nachrichten, die dem Warteschlangenmanager zugeordnet ist.
  • Der Name der Übertragungswarteschlange des Warteschlangenmanagers.
  • Die maximale Anzahl geöffneter Kennungen für jede Verbindung.
  • Die Aktivierung und Inaktivierung verschiedener Kategorien von Ereignisberichten.
  • Die maximale Anzahl nicht festgeschriebener Nachrichten innerhalb einer Arbeitseinheit.

Warteschlangenmanager und Workload-Management

Sie können einen Warteschlangenmanager-Cluster einrichten, für den mehrere Definitionen ein und derselben Warteschlange vorhanden sind (bei den Warteschlangenmanagern im Cluster kann es sich beispielsweise um Klone handeln). Nachrichten für eine bestimmte Warteschlange können von jedem Warteschlangenmanager verarbeitet werden, der über eine Instanz dieser Warteschlange verfügt. Ein Workload-Management-Algorithmus entscheidet, welcher Warteschlangenmanager die Nachricht verarbeitet, und verteilt so die Workload auf Ihre Warteschlangenmanager. Weitere Informationen finden Sie unter Algorithmus für das Cluster-Workload-Management .