Wesentlichkeit

Die doppelte Wesentlichkeit berücksichtigt die Auswirkungen der Nachhaltigkeit auf die finanzielle Leistung eines Unternehmens und die Auswirkungen des Unternehmens auf Mensch und Umwelt. Durch die Integration beider Perspektiven hilft der Ansatz der doppelten Wesentlichkeit Investoren, Regulierungsbehörden und Stakeholdern, die wahren Kosten der Aktivitäten eines Unternehmens zu verstehen und fundiertere Entscheidungen zu treffen.

Bei der traditionellen Finanzberichterstattung müssen sich Unternehmen ausschließlich auf die finanzielle Wesentlichkeit konzentrieren und nur Informationen offenlegen, die sich auf die finanzielle Leistung des Unternehmens auswirken könnten, wie Einnahmen, Ausgaben und Gewinne. Viele traditionelle ESG-Reporting-Rahmenwerke wie das Sustainability Accounting Standards Board (SASB) oder die Taskforce on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) verfolgen denselben anlegerorientierten Ansatz und verlangen Nachhaltigkeitsangaben nur dann, wenn die Informationen als relevant für die Anleger angesehen werden.

Neuere Rahmenwerke, wie die Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS), verfolgen einen doppelten Materialitätsansatz. Dieser Ansatz bedeutet, dass sie mehr als nur die finanziellen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen berücksichtigen. Die neueren Rahmenwerke berücksichtigen auch die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf Mensch und Umwelt, was als Wesentlichkeit der Auswirkungen bezeichnet wird. Die Wesentlichkeit der Auswirkungen umfasst Faktoren wie Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch und Menschenrechtspraktiken.