Optionen für die Herstellung einer Verbindung zu Data Server-Datenbanken

Sie müssen bei der Bestimmung der passenden Verbindungsaufbaumethode für Ihre Umgebung eine Reihe von Aspekten berücksichtigen.

In diesem Abschnitt werden die Optionen für die Komponenten beschrieben, die Sie auf einem lokalen System installieren können, damit dieses System Verbindungen zu einer Datenbank auf einem anderen fernen Server herstellen kann. Zur Auswahl einer passenden Option müssen Sie zunächst berücksichtigen, ob es sich bei dem lokalen System um Folgendes handelt:
  • Ein System, das Geschäftsanwendungen in dem System eines Geschäftsbenutzers oder auf einem Anwendungsserver ausführt.
  • Eine Anwendungsentwicklungsworkstation.
  • Eine Datenbankadministratorworkstation.
Sie müssen außerdem feststellen, wo sich die Datenbanken befinden, zu denen Sie eine Verbindung herstellen wollen. Die Datenbanken könnten sich an folgenden Positionen befinden:
  • Auf demselben System, d. h., auf dem lokalen System, z. B. Datenbanken, die sich in einer einzelnen Instanz oder in verschiedenen Instanzen befinden.
  • Auf unterschiedlichen Servern, z. B. auf fernen Systemen.
  • Auf unterschiedlichen Servern, bei denen es sich um mittlere Server oder Mainframe-Server handelt.

Optionen für Systeme von Geschäftsbenutzern oder Anwendungsserver

Wenn eine Geschäftsanwendung eine Verbindung zu einer Datenbank herstellt, wird in der Regel eine der folgenden Topologien verwendet:

  • Eine Anwendung stellt eine Verbindung zu einer Datenbank her und beide befinden sich auf demselben Server. Ein Beispiel hierfür ist eine Anwendung, die von einem einzelnen Benutzer auf seiner persönlichen Workstation verwendet wird.
  • Eine Anwendung stellt eine Verbindung zu einer Datenbank auf einem anderen Server her.
  • Ein Anwendungsclient stellt eine Verbindung zu einem Anwendungsserver her, der seinerseits eine Verbindung zu mindestens einer Datenbank herstellt, die sich an folgender Position befindet:
    • Nur auf demselben Server.
    • Auf mindestens einem Server.
    • Einer Kombination aus den obigen Möglichkeiten.

Wenn Data Server auf demselben Server installiert ist wie die Anwendung, muss kein separater Client installiert werden. In Data Server sind die Funktionen enthalten, um Anwendungen zu aktivieren, damit sie eine Verbindung zu lokalen Datenbanken und ebenso zu Datenbanken auf fernen Servern herstellen können.

Wenn auf dem Server mit der Anwendung kein Data Server vorhanden ist, haben Sie die folgenden Möglichkeiten, um Anwendungen für das Herstellen von Verbindungen zu fernen Datenbanken zu aktivieren:
  • Anwendungstreiber. Bei einem Anwendungstreiber werden die zum Herstellen einer Datenbankverbindung benötigten Informationen in der Anwendung eingeschlossen oder der Benutzer wird von der Anwendung aufgefordert, diese Informationen einzugeben. Dieser Ansatz unterscheidet sich von einem IBM Datenserver-Client, der diese Informationen in seinem Katalog verwaltet. Der Anwendungstreiber wird als Datei im Anwendungsverzeichnis implementiert, sodass keine separate, für den Datenbankserver spezifische Installation oder Konfiguration erforderlich ist. Ein Anwendungstreiber wird in der Regel mit einer Anwendung so gepackt, dass dadurch nur für diese Anwendung Konnektivität bereitgestellt wird. Ein Anwendungstreiber kann auf demselben Server mit anderen Anwendungstreibern oder mit einem IBM Data Server-Clientkoexistieren. Produkte stellen Treiber für Java™ (JDBC und SQLJ) und für ODBC-, CLI-, .NET-, OLE DB-oder Open-Source-Anwendungen bereit. Treiber können durch Kopieren von Treiberdateien aus einem Installationsimage von IBM Data Server Driver Package oder durch Herunterladen der Treiberdateien von developerWorks®abgerufen werden.
  • IBM Data Server-Client. Bei dieser Möglichkeit installieren und konfigurieren Sie einen der Clients, die im Produkt enthalten sind. Er wird auf einem beliebigen Server installiert, der eine direkte Verbindung zur Datenbank herstellt. Je nach Anwendungstopologie wird der Client auf jeder Geschäftsbenutzerworkstation oder auf einem Anwendungsserver installiert. Ein einzelner Client kann alle Anwendungen auf dem Server für das Herstellen einer Verbindung zu mindestens einer Datenbank auf anderen Systemen aktivieren.
  • Instanzmergemodule. Diese Mergemodule erstellen eine Instanzumgebung. Diese Methode bietet eine Möglichkeit, IBM Data Server Runtime Client zu implementieren, indem die Dateien in die entsprechenden Module eingeschlossen werden. Dieser Ansatz ist für die Verwendung mit Windows Installer und anderen Installationstools gedacht, die Windows Installer-Mergemodule unterstützen. Bei dieser Methode installiert ein einzelnes Installationsprogramm sowohl die Anwendung als auch den Data Server Runtime Client. Wenn Sie keine Instanzumgebung bzw. keinen Befehlszeilenprozessor (CLP) benötigen, müssen Sie einen sekundären Typ von Instanzmergemodulen verwenden, um die Instanzverwaltung zu vermeiden.
  • Sonstige Instanzmergemodule. Diese Mergemodule erstellen eine Instanzumgebung in Datenbanken, bei denen es sich nicht um DB2-Datenbanken handelt. Dieser Ansatz bietet eine Möglichkeit zur Bereitstellung der IBM Data Server Driver Package indem die Client-DLL-Dateien in das Anwendungsbereitstellungspaket aufgenommen werden. Dieser Ansatz ist für die Verwendung mit Windows Installer und anderen Installationstools gedacht, die Windows Installer-Mergemodule unterstützen. Bei dieser Methode installiert ein einzelnes Installationsprogramm sowohl die Anwendung als auch das Data Server Driver Package.

Optionen für Anwendungsentwicklungsworkstations

IBM Data Server Client stellt alle Funktionen von IBM Data Server Runtime Client sowie Tools für Client-Server-Konfiguration, Datenbankverwaltung und Anwendungsentwicklung bereit. Es folgt eine Beschreibung der Rolle und der Einrichtung im Hinblick auf die anderen Tools und Produkte, die von Anwendungsentwicklern verwendet werden.

Es gibt verschiedene Tools und Produkte, die in der Regel von Anwendungsentwicklern zum Schreiben von Code verwendet werden, mit dem auf eine Datenbank zugegriffen wird. Jede Entwicklerworkstation enthält typischerweise die folgenden Komponenten:

  • Eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) wie IBM® Data Studio, IBM Optim Development Studio, Rational® Application Developer oder Microsoft Visual Studio.
  • Ein spezielles Entwicklungstool für die IDE, z. B. IBM Database Add-ins für Microsoft Visual Studio.
  • Zugriff auf einen Datenbankserver, um die zu entwickelnde Datenbank zu betreiben. Dieser Datenbankserver kann sich an mindestens einer der folgenden Positionen befinden:
    • Auf jeder Entwicklerworkstation, sodass jeder Entwickler über eine eigene lokale Kopie der Datenbank verfügt.
    • Auf einem Arbeitsgruppenserver, sodass mehrere Entwickler an derselben Kopie der Datenbank arbeiten.

Im Zusammenhang mit dem Vorstehenden besteht der Wert von Data Server Client darin, dass er Header und Bibliotheken bereitstellt, die zum Kompilieren von Anwendungen erforderlich sind, sowie Tools für die Datenbankverwaltung. Es ist jedoch nicht immer erforderlich, es zu installieren, um dieses Tool verwenden zu können. Jedes Mal, wenn ein Datenserver installiert wird, muss kein separater IBM Data Server-Clientinstalliert werden. Der Datenserver enthält alle Funktionen, die in einem eigenständigen Data Server-Client verfügbar sind.

Optionen für Administratorworkstations

Ein Datenbankadministrator hat zwei Möglichkeiten, um Tasks auf fernen Datenbanken zu verwalten. Einerseits kann er mit einem Tool, wie z. B. telnet, eine Verbindung zu einer einzelnen Datenbankservermaschine herstellen und Administratorbefehle lokal ausführen. Andererseits kann er Tools und Befehle von seiner Workstation aus ausführen, mit denen er Verbindungen zu den fernen Datenbanken herstellen kann. Dieser Abschnitt konzentriert sich auf den zweiten Fall, in dem ausgewählt werden kann, welcher IBM Data Server-Client verwendet und wo er installiert werden soll.

Ihnen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um Aktivitäten auf mindestens einem Datenserver über Remotezugriff von einer Administratorworkstation aus zu verwalten. Hierzu sind die folgenden Optionen und Aufgaben verfügbar:
  • Installieren Sie IBM Data Server Runtime Client. Diese Option eignet sich, wenn Sie den Befehlszeilenprozessor (CLP) für die Verwaltung verwenden.
  • Installieren Sie IBM Data Server Client. Dieser Client enthält alle Funktionen von Data Server Runtime Client sowie Tools für die Client-Server-Konfiguration, die Datenbankverwaltung und die Anwendungsentwicklung. Funktionen umfassen die grafischen Verwaltungstools wie InfoSphere® Optim Configuration Manager und IBM Data Studio (auf unterstützten Plattformen verfügbar). Diese Tools verwenden den Db2® Administrationsserver (DAS) auf dem Datenserver, der bei der Installation des Datenservers standardmäßig eingerichtet wird.
  • Installieren eines Datenserverprodukts. Bei jeder Installation eines Datenservers auf einem Server muss kein separater IBM Data Server-Clientinstalliert werden. Der Datenserver enthält alle Funktionen, die in einem beliebigen eigenständigen IBM Data Server-Clientverfügbar sind.

Optionen für die Herstellung einer Verbindung zu mittleren Datenbanken und Datenbanken auf Mainframe-Computern

Mit Db2 Connect-Produkten können Sie eine Verbindung zu Datenbanken auf Mainframe- und Midrange-Plattformen herstellen, nämlich OS/390 und z/OS®, System i, VSE und VM. Sie können auch eine Verbindung zu anderen Datenbanken herstellen, die der Distributed Relational Database Architecture (DRDA) entsprechen. Mit Db2 Connectkönnen Sie von der Workstation eines Benutzers oder von einem Db2 -Server aus eine Verbindung herstellen.

Hierzu sind die folgenden Optionen und Aufgaben verfügbar:
  • IBM Data Server Driver Package. Diese einfache Implementierungslösung bietet Laufzeitunterstützung für Anwendungen, die ODBC, CLI, .NET, OLE DB, PHP, Ruby, JDBCoder SQLJ verwenden, ohne dass Data Server Runtime Client oder Data Server Clientinstalliert werden muss. Um eine Verbindung zu einem z/OS -Server oder einem System i-Server herzustellen, müssen Sie einen Db2 Connect -Lizenzschlüssel registrieren. (Rufen Sie die Lizenzdatei aus Ihrer Passport Advantage® -Distribution ab, z. B. db2conpe.lic, und kopieren Sie die Lizenzdatei in das Lizenzverzeichnis unter dem Verzeichnis, in dem der Treiber installiert wurde.)
  • DB2 Connect-Serverversionen. Eine Serverversion des DB2 Connect-Produkts wird auf einem Konnektivitätsserver installiert und dient als Gateway zu unterstützten Mainframe-Servern oder mittleren Datenbankservern. Eine Serveredition der Lösung ermöglicht es Workstations mit IBM Data Server-Clients , den Zugriff auf Hostsysteme mit dem Db2 Connect -Gateway so einzurichten, als wären sie Datenbanken auf Db2.
Die beiden Optionen können zusammen verwendet werden. Eine Workstation kann z. B. eine Verbindung zu einer mittleren Datenbank oder einer Mainframedatenbank wie folgt herstellen:
  • Logisches Installieren von DB2 Connect und Herstellen einer direkten Verbindung damit zu einem Host.
  • Herstellen einer Verbindung zu demselben oder einem anderen Host über ein temporäres DB2 Connect-Server-Gateway.