Agenten mithilfe einer Antwortdatei für die unbeaufsichtigte Ausführung konfigurieren

Die Antwortdatei für die unbeaufsichtigte Konfiguration enthält die Parameter für die Agentenkonfiguration. Sie können die Antwortdatei für die unbeaufsichtigte Konfiguration bearbeiten, um die Werte dieser Parameter zu ändern, und das Konfigurationsscript ausführen, um eine Instanz zu erstellen und die Agentenkonfigurationswerte zu aktualisieren. Dieser Konfigurationsmodus wird auch als Modus für die unbeaufsichtigte Konfiguration bezeichnet.

Informationen zu diesem Vorgang

Die Antwortdatei für die unbeaufsichtigte Konfiguration enthält die Agentenkonfigurationsparameter, wobei für einige Parameter Standardwerte definiert sind. Sie können die Antwortdatei für die unbeaufsichtigte Konfiguration bearbeiten, um andere Werte für die Konfigurationsparameter anzugeben.

Nachdem Sie die Konfigurationswerte in der Antwortdatei für die unbeaufsichtigte Konfiguration aktualisiert haben, müssen Sie das Konfigurationsscript ausführen, um den Agenten mit diesen aktualisierten Werten zu konfigurieren.

Vorgehensweise

  1. Öffnen Sie die Datei oracle_silent_config.txt in einem Texteditor:
    • Linux oder AIXinstallationsverzeichnis/samples/oracle_database_silent_config.txt.
    • Windowsinstallationsverzeichnis\samples\oracle_database_silent_config.txt
  2. Geben Sie als Standardbenutzernamen (Default Username) den Namen des Standarddatenbankbenutzers für die im Folgenden für diese Agenteninstanz erstellten Datenbankverbindungen ein. Beispiel: KRZ_CONN_USERID=user1.
    Anmerkung: Dieser Benutzer muss über die erforderlichen Berechtigungen zum Ausführen der Aufgaben verfügen, die dieser Agent erledigt, während er mit der Datenbank verbunden ist, z. B. das Abfragen von Tabellen.
  3. Als Standardkennwort (Default Password) müssen Sie das Kennwort eingeben, das dem angegebenen Standarddatenbankbenutzer zugeordnet ist, z. B. KRZ_CONN_PASSWORD=kennwort.
  4. Führen Sie den folgenden Schritt aus, wenn Sie Oracle Agent Version 8.0 verwenden.
    1. Geben Sie einen Wert für JAR-Datei für Oracle-JDBC ein. Dies ist der vollständige Pfad zur JAR-Datei des Oracle-JDBC-Treibers, der für die Kommunikation mit der Oracle-Datenbank verwendet wird.
      Der Oracle-JDBC-Treiber (JDBC - Java Database Connectivity), der die von Oracle Agent überwachten Versionen der Oracle-Datenbank unterstützt, muss auf dem Agentencomputer verfügbar sein.
  5. Führen Sie die folgenden Schritte aus, wenn Sie Oracle Agent Version 6.3.1.10 verwenden.
    1. Wenn Oracle Database Agent auf dem zu überwachenden Oracle-Datenbankserver installiert ist, müssen Sie einen Wert für das Oracle-Ausgangsverzeichnis (Oracle home) eingeben. Beispiel: KRZ_ORACLE_HOME=home_path.
      Anmerkung: Wenn Sie weitere optionale Parameter wie diesen verwenden wollen, müssen Sie das Rautenzeichen (#) in der linken Spalte neben dem gewünschten Parameter entfernen.
      Ist Oracle Database Agent nicht auf dem zu überwachenden Oracle-Datenbankserver installiert, müssen Sie diesen Eintrag leer lassen und mit dem nächsten Schritt fortfahren.
      Anmerkung: Für die lokale Überwachung können optional die Werte für Oracle-Ausgangsverzeichnis und Installationsverzeichnis für Oracle Instant Client leer gelassen werden. Dazu werden sie auf Kommentar gesetzt, indem in der Datei für die unbeaufsichtigte Konfiguration an der ersten Position der Zeile mit dem Parameter ein Rautensymbol (#) eingefügt wird. In diesem Fall wird die Systemumgebungsvariable ORACLE_HOME verwendet.
    2. Wenn Oracle Database Agent über Fernzugriff mit dem zu überwachenden Oracle-Datenbankserver verbunden ist, müssen Sie das Installationsverzeichnis für Oracle Instant Client (Oracle Instant Client Installation Directory) eingeben. Wenn Sie im vorherigen Schritt das Oracle-Ausgangsverzeichnis (Oracle Home Directory) festgelegt haben, wird dieser Wert ignoriert.
      • WindowsDefinieren Sie den vollständigen Ordnerpfad des Oracle-Ausgangsverzeichnisses (Oracle Home), das die Oracle Call Interface (OCI)-Bibliotheksdateien enthält. Wenn der vollständige Pfad der Datei oci.dll C:\instantclient_10_2\oci.dll lautet, müssen Sie den folgenden Pfad definieren: C:\instantclient_10_2. Beispiel: KRZ_INSTANT_CLIENT_LIBPATH=C:\instantclient_10_2.
      • AIXDefinieren Sie den vollständigen Ordnerpfad des Oracle-Ausgangsverzeichnisses (Oracle Home), das die Oracle Call Interface (OCI)-Bibliotheksdateien enthält. Wenn der vollständige Pfad der Datei libocci.so.10.1 /home/tivoli/oci/libocci.so.10.1 lautet, müssen Sie den folgenden Pfad definieren: /home/tivoli/oci. Beispiel: KRZ_INSTANT_CLIENT_LIBPATH=/home/tivoli/oci.
  6. Der Eintrag für die Verzeichnisse für Net-Konfigurationsdateien (Net Configuration Files Directories) kann leer gelassen werden. In diesem Fall wird das Standardverzeichnis verwendet. Oracle Database Agent verwendet diesen Dateipfad, um die Datei tnsnames.ora abzurufen. Dieses Verzeichnis wird von der Umgebungsvariablen TNS_ADMIN für jede Oracle-Datenbankinstanz definiert. Das Standardverzeichnis ist Linux oder AIX$ORACLE_HOME/network/admin oder Windows%ORACLE_HOME%\NETWORK\ADMIN. Wenn Sie diese Einstellung mit mehreren Verzeichnissen für Net-Konfigurationsdateien eingeben, müssen Sie Semikolons (Windows";") oder Doppelpunkte (Linux oder AIX":") verwenden, um die Verzeichnisse voneinander zu trennen.

    Wenn Sie Oracle-Datenbanken über Fernzugriff überwachen, können Sie Net-Konfigurationsdateien von dem fernen System auf das System kopieren, auf dem der Agent installiert ist. Außerdem können Sie die Inhalte der Net-Konfigurationsdateien auf dem fernen System mit den Net-Konfigurationsdateien auf dem System zusammenführen, auf dem der Agent installiert ist.

  7. Prüfen Sie für Dynamic listener, ob der standardmäßige dynamische Listener konfiguriert ist. Der standardmäßige dynamische Listener ist (PROTOCOL=TCP)(HOST=localhost)(PORT=1521). Ist der standardmäßige dynamische Listener konfiguriert, setzen Sie diesen Wert wie hier gezeigt auf TRUE: KRZ_DYNAMIC_LISTENER=TRUE.

    Gültige Werte sind TRUE und FALSE.

  8. Lassen Sie das Feld für den Namen der angepassten SQL-Definitionsdatei (Customized SQL definition file name) leer. Es wird nicht verwendet.
  9. In den folgenden Abschnitten werden die eigentlichen Datenbankverbindungsinstanzen definiert. Fügen Sie mindestens eine Instanz hinzu. Die Einträge für eine Instanz werden in der Datei oracle_silent_config.txt mit dem Instanznamen config1 angegeben. Wenn Sie den Instanznamen ändern, müssen Sie auch alle Verweise auf diesen Namen ändern.

    Dieses Alias kann eine beliebige Angabe zum Darstellen der Datenbankverbindung sein, wobei die folgenden Einschränkungen bestehen: Der Verbindungsname darf nur Buchstaben, arabische Ziffern, das Unterstreichungszeichen und das Minuszeichen enthalten. Die maximale Länge eines Verbindungsnamens beträgt 25 Zeichen.

  10. Als Verbindungstyp (Connection Type) können Sie Folgendes angeben: Basic, TNS oder Advanced. Beispiel: KRZ_CONN_TYPE.config1=Basic.
  11. Geben Sie für den im vorherigen Schritt ausgewählten Verbindungstyp die erforderlichen Parameter an:
    Basic
    • Geben Sie als Hostname den Hostnamen oder die IP-Adresse der Oracle-Datenbank an, z. B. KRZ_CONN_HOST.config1= hostname.
    • Geben Sie als Port den Listener-Port für die Oracle-Datenbank an, z. B. #KRZ_CONN_PORT.config1= 1521.
    • Geben Sie als Servicename (Service Name) die logische Darstellung der Datenbank an, indem Sie eine Zeichenfolge für den globalen Datenbanknamen verwenden. z. B. KRZ_CONN_SERVICE.config1= orcl.
      Wichtig: Wenn Sie den Servicenamen nicht definieren, müssen Sie die Oracle-System-ID (SID) angeben.

      Geben Sie als Oracle-System-ID (SID) (Oracle System Identifier (SID)) eine SID an, die eine bestimmte Instanz einer laufenden Datenbank bezeichnet, z. B. KRZ_CONN_SID.config1= sid.

    TNS
    Geben Sie als TNS-Alias (TNS alias) den Netzaliasnamen aus der Datei tnsnames.ora an. Beispiel: KRZ_CONN_TNS.config1= tnsalias.
    Advanced
    Geben Sie als Oracle-Verbindungszeichenfolge (Oracle Connection String die Datenbankverbindungszeichenfolge für OCI an. Beispiel: KRZ_CONN_STR.config1= //host:port/service.
    Diese Zeichenfolge unterstützt alle Oracle Net-Benennungsmethoden, wie hier gezeigt.
    • Für eine Zeichenfolge der SQL Verbindungs-URL:
      //host:[port][/servicename]
    • Für ein Oracle Net-Schlüsselwort/Wert-Paar:
      "(DESCRIPTION=(ADDRESS=(PROTOCOL=tcp) (HOST=dlsun242) (PORT=1521)) (CONNECT_DATA=(SERVICE_NAME=bjava21)))"
    Diese Zeichenfolge unterstützt auch TNSNAMES-Einträge, z. B. inst1, wobei die TNS_ADMIN- oder die ORACLE_HOME-Umgebungsvariable festgelegt ist und die Konfigurationsdateien konfiguriert sind.
    Wichtig: Dieses Attribut gilt nur für den erweiterten (Advanced) Typ der Verbindung.
  12. Geben Sie als Datenbankbenutzernamen (Database Username) den Namen des Datenbankbenutzers für die Verbindung an, z. B. KRZ_CONN_USERID=benutzer-id.

    Dieser Benutzer muss über die erforderlichen Berechtigungen zum Ausführen der Aufgaben verfügen, die für den Agenten erforderlich sind, während er mit der Datenbank verbunden ist, z. B. das Erstellen, Bearbeiten und Löschen von Tabellen.

    Ist dieses Feld leer, verwendet der Agent den Standardbenutzernamen im Abschnitt mit der Standarddatenbankkonfiguration. Wenn der Datenbankbenutzername (Database Username) nicht konfiguriert wurde, wird der Standardbenutzername für diese Verbindung verwendet.

  13. Geben Sie als Datenbankkennwort (Database Password) das Kennwort an, das dem angegebenen Datenbankbenutzer zugeordnet ist, z. B. KRZ_CONN_PASSWORD=kennwort.

    Ist dieses Feld leer, verwendet der Agent das Standardkennwort im Abschnitt mit der Standarddatenbankkonfiguration. Wurde das Datenbankkennwort (Database Password) nicht konfiguriert, wird das Standardkennwort für diese Verbindung verwendet.

  14. Als Rolle (Role) können Sie die Gruppe von Berechtigungen angeben, die der Verbindung zugeordnet ist, z. B. KRZ_CONN_MODE.config1=DEFAULT.

    Gültige Werte sind u. a. SYSDBA, SYSOPER, SYSASM und DEFAULT.

    Für einen Benutzer, dem die Systemberechtigung SYSDBA erteilt wurde, können Sie eine Verbindung angeben, die diese Berechtigung enthält. Ist dieses Element nicht definiert, können Sie dem Benutzer die Rolle DEFAULT zuordnen.

  15. Im Eintrag für die Dateipfade von Oracle-Alertprotokollen (Oracle Alert Log File Paths), der den Dateinamen des Alertprotokolls enthält, können Sie den absoluten Dateipfad der zugeordneten Alertprotokolldateien für die fernen Datenbankinstanzen in dieser Datenbankverbindung angeben. Beispiel: KRZ_LOG_PATHS.config1=alertprotokollpfad.

    WindowsVerwenden Sie bei mehreren Dateien ein Semikolon (;), um die einzelnen Dateien zu trennen.

    Linux oder AIXVerwenden Sie bei mehreren Dateien einen Doppelpunkt (:), um die einzelnen Dateien zu trennen.

    Jede Datei wird mittels des Namensmusters in der Datei alert_instanz.log einer Datenbankinstanz zugeordnet. Konnte keine Übereinstimmung gefunden werden, wird die Datei ignoriert.

    Die Alertprotokolldateien der lokalen Datenbankinstanz werden automatisch erkannt.

    Wenn der Parameter für die Dateipfade von Oracle-Alertprotokollen (Oracle Alert Log File Paths) nicht konfiguriert wurde, ist das Alertprotokoll (Alert Log) nicht verfügbar.

  16. Als Zeichensatz für die Oracle-Alertprotokolldatei (Oracle Alert Log File Charset) können Sie die Codepage der zugeordneten Alertprotokolldateien angeben. Beispiel: KRZ_LOG_CHARSET.config1= zeichensatz.
    Ist dieses Feld leer, wird die aktuelle Ländereinstellung des Systems verwendet, wie im Folgenden dargestellt:
    ISO8859_1: ISO 8859-1 Western European encoding
    UTF-8: UTF-8 encoding of Unicode
    GB18030: Simplified Chinese GB18030 encoding
    CP950: Traditional Chinese encoding
    EUC_JP: Japanese encoding
    		
  17. Speichern und schließen Sie die Datei oracle_database_silent_config.txt. Geben Sie anschließend Folgendes ein:
    installationsverzeichnis/bin/oracle_database-agent.sh config instanzname installationsverzeichnis/samples/oracle_database_silent_config.txt.
    Dabei steht instanzname für den Namen, den Sie der Instanz geben wollen.
  18. Geben Sie den folgenden Befehl ein, um den Agenten zu starten:
    installationsverzeichnis/bin/oracle_database-agent.sh start instanzname.

Nächste Schritte

  • Melden Sie sich bei der Cloud APM-Konsole an, um die vom Agenten erfassten Daten in den Dashboards anzuzeigen. Informationen zur Verwendung der Cloud APM-Konsole finden Sie im Abschnitt Cloud APM-Konsole starten.