Befehl "bosdebug"
Zweck
Aktiviert oder inaktiviert die Debugging-Features des System und/oder zeigt deren Status an.
Syntax
bosdebug [-b] [-D | -I] [-K on | off] [-M] [-n Größenliste] [-R on | off] [-M] [-s Größenliste | -S]
bosdebug [-h]
bosdebug [-L]
bosdebug [-o]
Beschreibung
Der Befehl bosdebug aktiviert oder inaktiviert die Debugging-Features des Systems und/oder zeigt deren Status an.
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| -b | Inaktiviert die Datenerfassung von Statusinformationen für die Rückverfolgung von Fehlern. Diese Informationen sind für das Debugging bestimmter Arten von Kernelfehlern hilfreich. Durch das Inaktivieren der Erfassung von Statusinformationen für die Rückverfolgung von Fehlern kann unter bestimmten seltenen Workloads eine geringfügig Leistungsverbesserung erzielt werden, hat aber den Nachteil, dass keine Daten aufgezeichnet werden, die für die Problemanalyse von entscheidender Bedeutung sein können. |
| -D | Bewirkt, dass das Kernel-Debug-Programm bei jedem nachfolgenden Warmstart geladen wird. |
| -I | Bewirkt, dass das Kernel-Debug-Programm bei jedem nachfolgenden Warmstart geladen und aufgerufen wird. |
| -L | Zeigt die aktuellen Einstellungen für das Kernel-Debug-Programm und das System für die Erkennung von Speicherüberlagerungen an. Beachten Sie, dass die angezeigten Einstellungen erst nach der nächsten Ausführung der Befehle bosboot -a und shutdown -r wirksam werden. Dies ist die Standardeinstellung. |
| -K on | off | Legt den Status für die Verfolgung der Kernelerweiterungszuordnungen fest. |
| -o | Inaktiviert alle Debugging-Features des Systems. |
| -R on | off | Aktiviert oder inaktiviert die Echtzeitoption für den Kernel.
Wenn Sie -R on angeben, generiert der Kernel proaktiv einen zusätzlichen Interrupt, um
eine schnelle Reaktion auf einen CPU-übergreifenden Threadwechsel
sicherzustellen, wenn der Thread, zu dem gewechselt werden soll,
als Echtzeithtread eingestuft wird.
Ohne diesen zusätzlichen Interrupt (der als MPC bezeichnet wird) könnte der aktuelle Thread
ununterbrochen bis zum nächsten regulär geplanten Zeitgeberschritt bzw. im Allgemeinen bis zu 10 Millisekunden weiter ausgeführt werden.
Threads, die mit einer Richtlinie mit fester Priorität ausgeführt werden, gelten standardmäßig als Echtzeitthreads.
Wenn |
| -l <Datei> | Lädt eine Symboldatei für die Druckfunktion des kdb-Debuggers in den Kernel.
Die Symbole werden sofort geladen. Es muss kein Warmstart durchgeführt werden. Eine Symboldatei zum Drucken von LFS-Strukturen kann wie folgt erstellt werden:
|
| -f | Löscht alle Symbole (die mit der Option -l geladen wurden) aus dem Kernelspeicher. Die Löschung erfolgt sofort. Es ist kein Warmstart erforderlich. |
| -M | Bewirkt, dass das System für die Erkennung von Speicherüberlagerungen aktiviert wird. Speicherüberlagerungen in Kernelerweiterungen und Einheitentreibern verursachen einen Systemabsturz. |
| -s Größenliste | Bewirkt, dass das System für die Erkennung von Speicherüberlagerungen jede angegebene Zuordnungsgröße auf eine vollständige Speicherseite erweitert und die nächste nachfolgende Speicherseite nach jeder Zuordnung zuordnet und ausblendet. Dies führt dazu, dass Referenzen über das Ende des zugewiesenen Speichers hinaus einen Systemabsturz verursachen. Der Parameter "Größenliste" ist eine durch Kommas getrennte Liste von Hauptspeichergrößen. Die einzelnen Größen müssen zwischen 16 und 2048 liegen und eine Zweierpotzenz sein. |
| -S | Bewirkt, dass das System für die Erkennung von Speicherüberlagerungen alle Zuordnungsgrößen auf das nächsthöhere Vielfache der Seitengröße (4096) heraufsetzt, aber nachfolgende Seiten nicht ausblendet. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Referenzen auf freigegebenen Speicher zu einem Absturz führen, hat aber den Nachteil, dass Lese- oder Schreiboperationen über das Ende des zugewiesenen Speichers hinaus erst nach Freigabe des Speichers erkannt werden. |
| -n Größenliste | Hat den gleichen Effekt wie die Option "-s", ist aber für Netzspeicher bestimmt. Jede Größe muss zwischen 32 und 2048 liegen und eine Zweierpotenz sein. Dies bewirkt, dass die Variable net_malloc_frag_mask des Befehls no während des Bootvorgangs aktiviert wird. |
| -h | Zeigt den Verwendungshinweis für diesen Befehl an. |
Alle von diesem Befehl vorgenommenen Änderungen werden erst wirksam, nachdem die Befehle bosboot und shutdown -r ausgeführt wurden (eine Ausnahme sind die Optionen -l- und -f-).
Sicherheit
Hinweis für Benutzer von RBAC und Trusted AIX: Dieser Befehl kann privilegierte Operationen ausführen. Nur privilegierte Benutzer können privilegierte Operationen ausführen. Weitere Informationen zu Berechtigungen und Privilegien finden Sie im Abschnitt "Privileged Command Database" in der Veröffentlichung Security. Eine Liste der Privilegien und Berechtigungen für diesen Befehl finden Sie in den Beschreibungen des Befehls lssecattr und des Unterbefehls getcmdattr.