Richtlinie für hohe Verfügbarkeit für die Oracle-Datenbank

Die Richtlinie für hohe Verfügbarkeit für die Oracle-Datenbank setzt sich aus einer Gruppe mit dem Oracle-Datenbankserver, dem Oracle-Datenbanklistener, der virtuellen IP-Adresse und dem Dateisystem mit der Oracle-Datenbank zusammen.

Abbildung 1. Richtlinie für hohe Verfügbarkeit für die Oracle-Datenbank
Richtlinie für hohe Verfügbarkeit für die Oracle-Datenbank
Die folgende Tabelle enthält eine Liste aller in der Richtlinie enthaltenen Ressourcen:
Tabelle 1. Hochverfügbarkeitsressourcen der Oracle-Datenbank
Name Ressourcenname Beschreibung
Oracle-Ressourcengruppe IBM.ResourceGroup/<PREFIX>-rg Ressourcengruppe mit allen Oracle-Ressourcen
Oracle-Datenbankserver IBM.Application/<PREFIX>- db Oracle-Datenbankprozesse, die mit Scripts gestartet, gestoppt und überwacht werden
Oracle-Datenbanklistener IBM.Application/<PREFIX>- lsn Oracle-Datenbanklistenerprozess, der mit Scripts gestartet, gestoppt und überwacht wird
Virtuelle IP-Adresse IBM.ServiceIP/<PREFIX>-ip Virtuelle IP-Adresse für das Herstellen einer Verbindung zwischen Oracle-Datenbankclients und dem Oracle-Datenbanklistener
Oracle-Datenbankdateien IBM.AgFileSystem/<ORACLE_FILESYSNAME> Dateisystem mit den Oracle-Datenbankdateien (kann mehrfach vorkommen)
Netzschnittstellen IBM.Equivalency and IBM.NetworkInterface/ <PREFIX>-nieq-1-dyn Wählt Netzadapter aus, an die die virtuelle IP-Adresse gebunden werden soll. Gestartet, gestoppt und überwacht mit IBM.GblResRM.
Der Oracle-Datenbankserver und der Oracle-Listener sind Ressourcen der Klasse IBM.Application. IBM.Application muss mit einem Script gestartet, gestoppt und überwacht werden. Das Script samoraclectrl-db, das den Oracle-Datenbankserver steuert, hat die folgenden Argumente:
Action <start|stop|status>
OracleHome <path to the oracle installation>
OracleSid <instance name of the database to start>
OracleOwner <user ID of the database owner>
start
Startet die Datenbankprozesse.
stop
Stoppt die Datenbankprozesse.
status
Überprüft, ob ein Prozess für die angegebene Instanz ausgeführt wird.
Das Script samoracle-lsn, das den Oracle-Datenbanklistener steuert, hat die folgenden Argumente:
Action <start|stop|status> 
OracleHome <path to the oracle installation> 
ListenerName <name of the listener instance> 
OracleOwner <user ID of the database owner>
start
Startet die Listenerprozesse.
stop
Stoppt die Listenerprozesse.
status
Überprüft, ob die Listenerprozesse für die angegebene Listenerinstanz ausgeführt werden.

Die folgende Tabelle enthält alle definierten Beziehungen:

Tabelle 2. Beziehungen der Richtlinie für hohe Verfügbarkeit für die Oracle-Datenbank
Beziehungsname Source Ziel Typ
<PREFIX>-lsn-on-ip-1 Oracle-Datenbanklistener Virtuelle IP-Adresse DependsOn
<PREFIX>-ip-on-nieq-1 Virtuelle IP-Adresse Netzäquivalenz DependsOn
<PREFIX>-lsn-DependsOn-<ORACLE_FILESYSNAME> Oracle-Datenbanklistener Oracle-Datenbankdateien DependsOn (kann in Abhängigkeit von der Anzahl der Dateisysteme mehrfach vorkommen)
<PREFIX>-db-DependsOn-ORACLE_FILESYSNAME> Oracle-Datenbankserver Oracle-Datenbankdateien DependsOn (kann in Abhängigkeit von der Anzahl der Dateisysteme mehrfach vorkommen)

Der Oracle-Datenbanklistener und der Oracle-Datenbankserver können nicht gestartet werden, wenn das Dateisystem mit den Oracle-Datenbankdateien nicht angehängt ist. DependsOn-Beziehungen werden zwischen dem Listener und den Datenbankdateien sowie zwischen dem Listener und dem Datenbankserver definiert. Die Oracle-Datenbankclients stellen unter Verwendung einer virtuellen IP-Adresse eine Verbindung zum Oracle-Datenbanklistener her. Aus diesem Grund ist zwischen dem Listener und der IP-Adresse ebenfalls eine dependsOn-Beziehung definiert. Die virtuelle IP-Adresse muss an eine Netzschnittstelle gebunden werden. Dies führt zu einer dependsOn-Beziehung zwischen der virtuellen IP-Adresse und der Netzäquivalenz.

In diesem Beispielszenario wird eine Oracle-Datenbankinstallation mit der Oracle-Datenbankrichtlinie automatisiert:
  • Die Oracle-Datenbank wird mit der oben beschriebenen Richtlinie automatisiert.
  • Der Mountpunkt oracledata ist auf einer gemeinsam genutzten Platte definiert.
  • Die virtuelle IP-Adresse "10.15.13.241" ist für den Datenbanklistener reserviert und für die Bindung an die en0-Netzschnittstellen auf beiden Knoten angegeben.
Ausgabe des Befehls lssam für diese Konfiguration:

Offline IBM.ResourceGroup:oracle-rg Nominal=Offline  
  |- Offline IBM.AgFileSystem:oradata MNT=/oracledata   <. <.     
    |- Offline IBM.AgFileSystem:oracledata:node-1        |  |     
    '- Offline IBM.AgFileSystem:oracledata:node-2        | DO  
  |- Offline IBM.Application:oracle-db                   | -'     
    |- Offline IBM.Application:oracle-db:node-1          |     
    '- Offline IBM.Application:oracle-db:node-2         DO  
  |- Offline IBM.Application:oracle-lsn                 -' -.     
    |- Offline IBM.Application:oracle-lsn:node-1            |     
    '- Offline IBM.Application:oracle-lsn:node-2           DO  
  '- Offline IBM.ServiceIP:oracle-ip-1 IP=10.15.13.241  -. <'     
    |- Offline IBM.ServiceIP:oracle-ip-1:node-1          |     
    '- Offline IBM.ServiceIP:oracle-ip-1:node-2         DO
Online IBM.Equivalency:oracle-nieq-1-dyn                <'
   |- Online IBM.NetworkInterface:en0:node-1
   '- Online IBM.NetworkInterface:en0:node-2