Wesentliche Leistungsindikatoren (KPIs) definieren

KPIs bilden eine messbare Erfolgskontrolle der Qualitätssteigerung oder Qualitätsminderung bei der Ausführung einer für den Erfolg eines Unternehmens kritischen Aktivität. Ein KPI kann ein Ziel und/oder einen Satz Bereiche aufweisen, mit denen gemessen wird, wie gut ein Unternehmen seine Ziele erreicht. Ein KPI bezieht seinen Wert entweder aus einem zusammengefassten Messwert oder aus einer Berechnung auf der Basis anderer KPIs oder benutzerdefinierter XPath-Funktionen (XPath = XML Path Language).

Vorbereitende Schritte

Vor dem Definieren eines KPI müssen Sie einen KPI-Kontext definieren.

Informationen zu diesem Vorgang

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um einen KPI zu definieren:

Vorgehensweise

  1. Klicken Sie auf die Registerkarte KPI-Modell des Editors, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den KPI-Kontext (oder auf ein beliebiges Element des KPI-Kontexts), und klicken Sie auf Neu > KPI. Alternativ können Sie auf Neu > KPI aus Bibliothek klicken. Weitere Einzelheiten dazu finden Sie in "KPIs aus der KPI-Bibliothek hinzufügen".
  2. Geben Sie im Fenster Neuen KPI erstellen einen Namen in das Feld Name ein und klicken Sie auf OK. Der Name ist auf 256 Zeichen begrenzt. Wenn Sie den Namen eingeben, wird eine Standard-ID für Sie erstellt, die Sie jedoch auch nach Wunsch ändern können. Diese ID ist erforderlich und muss innerhalb des Monitormodells eindeutig sein. Die ID muss ein XML-Name ohne Doppelpunkte (NCName, non-colonized Name) sein. Dies bedeutet, dass sie mit einem Buchstaben oder einem Unterstreichungszeichen beginnen muss und lediglich Buchstaben, Zahlen, Unterstreichungszeichen, Trennstriche und Punkte enthalten darf.
    Tipp: Das folgende Benennungsschema für KPIs kann für Sie hilfreich sein:
    • Operatorname (z. B. 'maximum' oder 'average')
    • Messwertname
    • (Optional) Messwertdatentyp und ob der Wert auf eine Dauer bezogen ist
    • Zeitbezug (z. B. Jahr oder Monat)
    Beispiele für KPI-Namen:
    • Gesamtzahl der Aufträge [J]
    • Max abgeschlossene Aufträge
    • Max Aufträge $/Tag [M]
    • Max Aufträge $/Tag [J]
    Der Name des KPI sollte aussagefähig und zugleich möglichst kurz sein, um die Anzeige während der Ausführung zu ermöglichen.

    Der KPI wird der Modellbaumstruktur unter dem KPI-Kontext hinzugefügt, und der Formulareditor wird geöffnet, damit Sie den KPI-Kontext definieren können.

  3. Geben Sie für den KPI-Typ entweder Decimal oder Duration an. Wählen Sie für einen dezimalen KPI Formatoptionen, die steuern, wie die KPI-Werte während der Ausführung angezeigt werden.
    1. Um den KPI als Währung zu formatieren, wählen Sie eine Währung aus. Die restlichen Optionen werden inaktiviert.
    2. Wählen Sie die Anzahl der Dezimalstellen für den KPI-Wert aus.
    3. Wählen Sie die Option Als Prozentsatz anzeigen aus, um den KPI-Wert als Prozentsatz zu formatieren. Der Wert wird während der Ausführung mit 100 multipliziert und mit einem Prozentzeichen (%) versehen. So wird z. B. 0,3 zu 30%.
  4. Um die Langzeitwerte von KPIs zur Anzeige und Analyse beizubehalten, wählen Sie die Option Langzeitwerte für diesen KPI aufzeichnen aus. KPI-Werte werden stündlich berechnet und in einer KPI-Verlaufsprotokolltabelle gespeichert. Im KPI Manager-Widget können Sie Vorhersagemodelle erstellen und die erfassten Langzeitdaten (Protokolldaten) verwenden, um zukünftige Trends für den KPI vorherzusagen.
  5. Optional: Geben Sie Anfangswerte für Ziel und/oder Bereiche wie folgt an:
    1. Klicken Sie zum Hinzufügen eines Ziels auf Details, um Anzeigename, ID, Beschreibung und Wert anzugeben. Das KPI-Ziel wird der Modellbaumstruktur unter dem KPI hinzugefügt.
    2. Wählen Sie zum Hinzufügen von Bereichen aus, ob Sie jeden Bereich als Prozentsatz des Zielwerts angeben möchten (d. h. das Ziel wird als 100 % angesetzt) oder als tatsächlichen Wert. Klicken Sie auf Hinzufügen, um einen Bereich hinzuzufügen sowie Name und Beschreibung im Fenster Bereich hinzufügen anzugeben. Die Beschreibung wird nur im Monitormodelleditor verwendet und an keiner Stelle in Business Monitor angezeigt. Klicken Sie in der Tabelle auf die Zellen Anfangswert und Endwert und geben Sie die Werte an. Beide Werte sind erforderlich. Das Anfangselement jeder Zeile muss dem Endelement der vorangehenden Zeile entsprechen.
      Tipp: Wenn Sie nach dem Hinzufügen des Anfangs- und des Endwerts für einen Bereich einen weiteren Bereich hinzufügen, wird nach dem Klicken auf Hinzufügen als Anfangswert für den neuen Bereich automatisch der Endwert des vorherigen Bereichs vorgegeben.
    3. Um die Farbe auszuwählen, die für die Anzeige während der Ausführung verwendet wird, klicken Sie auf die Zelle Farbe und dann auf die angezeigte Schaltfläche. Sie können eine Farbe für jeden Bereich angeben.
    Die Bereiche werden in der Modellbaumstruktur unter dem KPI hinzugefügt. Nach dem Hinzufügen von Bereichen können Sie auf Sortieren klicken, um die Bereiche vom niedrigsten Anfangswert zu höchsten zu sortieren. Sie können auch auf eine Spaltenüberschrift klicken, um die Werte nach dieser Spalte zu sortieren. Klicken Sie erneut auf die Spaltenüberschrift, um die Sortierreihenfolge umzukehren.
  6. Wählen Sie aus, ob der KPI auf einem Messwert und einer Aggregatfunktion basiert, oder auf einer Berechnung auf der Basis anderer KPIs oder benutzerdefinierter XPath-Funktionen. In Business Space werden diese KPIs als Aggregat-KPIs und Ausdrucks-KPIs bezeichnet.
  7. Wenn der KPI auf anderen KPIs oder XPath-Funktionen basiert, erstellen Sie einen Ausdruck zum Berechnen des KPI-Werts. Mit der Tastenkombination 'Strg+Leertaste' können Sie die Inhaltshilfe aufrufen. Mithilfe von XPath-Funktionen können Sie KPI-Werte aus Quellen außerhalb von Business Monitor abrufen.
  8. Wenn der KPI auf einem Messwert oder einer Aggregatfunktion basiert, geben Sie die Details für den KPI wie folgt an:
    1. Klicken Sie auf Durchsuchen und wählen Sie den Monitoring-Kontext aus, in dem der Messwert (bzw. der Schlüssel, der Zähler oder die Stoppuhr) zu finden ist. Klicken Sie auf Durchsuchen und wählen Sie den Messwert aus, oder klicken Sie auf Neu, um einen neuen Messwert zu erstellen.

      Verwenden Sie wenn möglich Zeitdauermesswerte anstelle von Stoppuhren als Quelle für KPIs. KPIs, die auf Stoppuhren basieren, weisen ein schlechteres Leistungsverhalten auf als solche, die auf Zeitdauermesswerten (duration) basieren, da die aktiven Stoppuhrwerte in der Datenbank für jede zu aggregierende Instanz berechnet werden. Die Verwendung einer Stoppuhr als Basis für einen Messwert hat auch den Nachteil, dass sie die Optionen für eine zukünftige Optimierung der Datenbank einschränkt.

    2. Wählen Sie die Aggregatfunktion aus, die auf den Messwert angewendet werden soll. Wenn die Aggregatfunktion für den Messwerttyp nicht zulässig ist, wird ein Gültigkeitsfehler angezeigt. Weitere Informationen finden Sie unter "Aggregatfunktionen".
    3. Wählen Sie aus, ob die KPI-Berechnung von allen Versionen des Modells erfasste Werte verwenden soll (einschließlich aller vorherigen und nachfolgenden Versionen), oder nur die Werte von der momentan ausgewählten Version des Modells. Im Allgemeinen sollten Sie alle Versionen einbeziehen, wenn die Semantik für den KPI nicht geändert wurde. Wählen Sie jedoch nur die aktuelle Version aus, wenn eine neue Version des KPI nicht kompatible Änderungen enthält.
    4. Optional: Wählen Sie einen Zeitraum aus, in dem der KPI ausgewertet werden soll, klicken Sie auf Durchsuchen und wählen Sie einen Messwert aus demselben Monitoring-Kontext wie der Messwert aus, der zum Berechnen des KPI verwendet wird. Der Messwert muss vom Typ 'Date' oder 'DateTime' sein.
      • Um den KPI auf der Basis von Daten aus einem wiederholten Zeitraum zu berechnen, klicken Sie auf Wiederholt und wählen 'Täglich', 'Monatlich', 'Vierteljährlich' oder 'Jährlich' aus. Wählen Sie aus, ob Daten für den letzten vollständigen Zeitraum oder für den in Bearbeitung befindlichen Zeitraum ausgewertet werden sollen. Wenn Sie als Zeitraum beispielsweise 'Täglich' auswählen, kann der KPI entweder auf den Werten bis gestern oder auf den Werten inklusive des bislang vergangenen Teils des heutigen Tages basieren. Wählen Sie die Zeitzone aus. Der Standardwert ist die aktuelle Zeitzone im Monitormodelleditor. Wenn während der Ausführung die Sommerzeit berücksichtigt werden soll, wählen Sie einen Standort aus.
      • Um den KPI über ein kontinuierlich verschobenes, dynamisches Zeitfenster zu berechnen, klicken Sie auf Dynamisch. Wählen Sie 'Minuten', 'Stunden', 'Tage', 'Monate' oder 'Jahre' aus und geben Sie die gewünschte Anzahl an (z. B. 10 Minuten oder 90 Tage). Wenn Sie beispielsweise 90 Tage auswählen, basiert der Wert für den KPI auf den letzten 90 Tagen bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt (nicht von Mitternacht bis Mitternacht). Beispiel: Wenn es momentan 12:30 am 17. Oktober 2007 ist, basiert der KPI auf allen Instanzen von 12:30 am 17. Juli 2007 bis 12:30 am 17. Oktober 2007. In Business Space wird diese Art von Zeitintervall als gleitendes Intervall bezeichnet.
      • Um den KPI über einen einzelnen Zeitraum zu berechnen, klicken Sie auf Fest und wählen das Anfangsdatum und das Enddatum aus. Wenn Sie nur ein Anfangsdatum angeben, wird der KPI von diesem Datum bis zum gegenwärtigen Datum berechnet. Wenn Sie nur ein Enddatum angeben, wird der KPI unter Verwendung aller bis zu diesem Enddatum vorhandener Daten berechnet. Wählen Sie die Zeitzone aus. Der Standardwert ist die aktuelle Zeitzone im Monitormodelleditor. Wenn während der Ausführung die Sommerzeit berücksichtigt werden soll, wählen Sie einen Standort aus.
    5. Optional: Wählen Sie alle Datenfilter aus, die auf den KPI angewendet werden sollen. Angenommen, Sie verfügen über einen KPI Durchschn. Auftragsvolumen für Langzeitkunden und Sie sind nur an dem Messwert Auftragsvolumen in Monitoring-Kontexten interessiert, in denen der Messwert Kundenjahre eine Zahl größer als 5 enthält. Klicken Sie auf Hinzufügen, und wählen Sie den Messwert, den Schlüssel, den Zähler oder die Stoppuhr aus, der bzw. die als Filter verwendet werden soll, oder klicken Sie auf Neu, um das gewünschte Objekt neu zu erstellen. Der Filter wird der Tabelle hinzugefügt.
      • Klicken Sie in der Zelle Operator auf den Operator, der angewendet werden soll. Je nach Datentyp sind die folgenden Vergleichsoperatoren verfügbar:
        Zeichenfolge Integer (ganze Zahl), Decimal (Dezimalzahl) - einschließlich Zähler Boolescher Wert Duration (Dauer) - einschließlich Stoppuhren Time (Zeit)
        = = = = =
        != != != != !=
        < < IS NULL < <
        > > IS NOT NULL > >
        <= <=   <= <=
        >= >= >= >=
        IN IN IS NULL IN
        NOT IN NOT IN IS NOT NULL NOT IN
        IS NULL IS NULL   IS NULL
        IS NOT NULL IS NOT NULL IS NOT NULL
        LIKE (Platzhalter % und _)    
        NOT LIKE (Platzhalter % und _)
      • Klicken Sie auf die Zelle Wert und klicken Sie auf die daraufhin angezeigte Schaltfläche. Je nach ausgewähltem Operator kann der Wert auch eine Liste mit Werten sein. In diesem Fall wird ein Listenfenster angezeigt, in dem Sie ohne großen Aufwand Werte hinzufügen und bearbeiten können. Andernfalls können Sie die Werte direkt eingeben oder einen XPath-Ausdruck eingeben, der die Werte für die Filterbedingung angibt.

        Bei einer Liste mit Werten muss jeder Wert in einfache Anführungszeichen eingeschlossen werden, und alle Werte müssen durch Kommas getrennt werden.

      • Wenn der Messwert den Typ 'String' aufweist, wird die Spalte für die Beachtung der Groß-/Kleinschreibung aktiviert, und Sie können das entsprechende Kontrollkästchen auswählen, damit bei allen Vergleichen die Groß-/Kleinschreibung beachtet wird. Lassen Sie das Kontrollkästchen inaktiviert, wenn Sie nicht sicher sind, wie die Schreibung des eingehenden Werts zu behandeln ist. Beispiel: Sie wissen noch nicht, ob der Wert für 'Stadt' London oder LONDON lautet.
      • In Messwerten, die in KPI-Datenfiltern verwendet werden, sind Nullwerte zulässig. Wenn Sie beispielsweise über einen KPI mit der Bezeichnung Durchschn. Auftragsvolumen für Kunden aus London verfügen, dessen Wert für 'Stadt' null ist, wird die Aggregatfunktion ausschließlich mit den Instanzen fortgesetzt, deren Wert für 'Stadt' auf London gesetzt ist.
      • In Verbindung mit den Operatoren like und not like können Sie Platzhalterzeichen verwenden. Verwenden Sie das Prozentzeichen (%) als Entsprechung für kein, ein oder mehrere Zeichen und das Unterstreichungszeichen (_) als Entsprechung für genau ein Zeichen. Wenn Sie beispielsweise den Operator like verwenden und den Text %customer% eingeben, ergibt jeder Text, der an beliebiger Stelle das Wort customer enthält, eine Übereinstimmung. Bei Eingabe von customer_ führt nur solcher Text zu einer Übereinstimmung, der mit dem Wort customer gefolgt von einem einzelnen Zeichen beginnt (wie z. B. customer1).
      • Wenn Sie mehrere Datenfilter erstellen, werden diese über den UND-Operator logisch miteinander kombiniert. Wenn Sie z. B. die beiden Datenfilter messwert1 = 'x', messwert2 = 'y' angeben, werden Daten für alle Instanzen zusammengefasst, in denen messwert1 = 'x' ist und messwert2 = 'y' ist. Der ODER-Operator ist nicht verfügbar. Wenn Sie einen Messwert mit mehreren verschiedenen Werten abgleichen möchten, können Sie stattdessen den IN-Operator verwenden. Wenn Sie z. B. Daten für Instanzen zusammenfassen möchten, in denen entweder messwert1 = 'x' ist oder messwert1 = 'y' ist, können Sie folgenden Datenfilter angeben: messwert1 IN 'x','y'.